Finanzen

Boeing baut mehr als 4500 Stellen ab

Lesezeit: 1 min
30.03.2016 09:55
Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing plant, etwa 4000 Stellen zu streichen. Die Gründe für die Entscheidung liegen offenbar im Unternehmen, welches gegenüber dem Hauptkonkurrenten Airbus um Marktanteile kämpft.
Boeing baut mehr als 4500 Stellen ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Boeing verschärft im Konkurrenzkampf mit Airbus seinen Sparkurs und will mehr als 4500 Stellen abbauen, wie Reuters meldet. Von den Kürzungen seien damit rund drei Prozent der zuletzt gut 160.000 Jobs bei dem US-Flugzeugbauer betroffen, teilte der Konzern mit. Allein 4000 Arbeitsplätze fielen bis zur Jahresmitte in der Sparte Verkehrsflugzeuge weg. Um die Kosten zu senken, würden auch Hunderte Stellen bei Managern und anderen Führungskräften gestrichen. Zudem sollen in der Entwicklung rund zehn Prozent der etwa 5700 Jobs eingespart werden.

Betriebliche Kündigungen soll es nicht geben. Stattdessen setzt das Management auf ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Konzern. Zudem sollen frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Im Februar hatte der Chef der Zivilflugzeugsparte, Ray Conner, bereits angekündigt, dass ein Personalabbau notwendig sei, um „Wachstum zu finanzieren und ein gesundes Geschäft zu führen“. Die Stellenstreichungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Boeing und Airbus dank boomender Nachfrage die Produktion in den kommenden Jahren deutlich hochfahren wollen. Beide Unternehmen haben genügend Flugzeugbestellungen in ihren Auftragsbüchern, um ihre Werke für die nächsten sieben oder acht Jahre auszulasten.

Boeing hat in seinem Heimatstaat Washington bereits 4000 Stellen gestrichen. Mit der geringeren Belegschaft baut der Konzern derzeit mehr Jets als je zuvor. Viele Arbeiten wurden jedoch aus Spargründen in andere Bundesstaaten und Länder ausgelagert.

Mit Airbus liefert sich Boeing seit langem ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im vergangenen Jahr heimste der europäische Rivale 57 Prozent der Bestellungen ein. Die hohen Ausgaben für Fertigung und Entwicklung bremsen aber den Gewinn der beiden Flugzeugbauer. So ließen bei Boeing die Kosten für die Produktion des neuen Prestigefliegers 787 Dreamliner und Abschreibungen für den weitaus älteren und nicht mehr so gefragten Jumbo 747 die operative Gewinnmarge im vierten Quartal auf 3,5 von zuvor 9,3 Prozent einbrechen.

Im Februar hatte der Chef von Boeings ziviler Flugzeugsparte, Ray Conner, bereits angekündigt, dass ein Personalabbau notwendig sei, um „Wachstum zu finanzieren und ein gesundes Geschäft zu führen“. Conner soll während der Präsentation "gequält" gewirkt haben, wie einige der Teilnehmer sagten. Er habe über die Marktdynamiken und die Wettbewerbsposition des Konzerns im Vergleich zu Airbus geklagt. Die Gewerkschaften sollen dem Beginn freiwilliger Kündigungen bereits zugestimmt haben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Hiobsbotschaft für Börsen: US-Währungshüter Bullard plädiert für Zinswende 2022

US-Währungshüter James Bullard plädiert für eine Zinswende bereits im kommenden Jahr.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Reederei Maersk: Aktuelle Hafen-Krise größere Störung des Welthandels als Suez-Unfall

Die Überlastung wichtiger Häfen an Chinas Südküste und an Amerikas Westküste spitzt sich zu. Die weltweiten Lieferketten stehen unter...

DWN
Politik
Politik Spahn will prüfen, ob Daten zur Belegung von Intensivbetten monatelang gefälscht wurden

Indizien sprechen dafür, dass Kliniken die Zahl der belegten Intensivbetten viel zu hoch angegeben hatten, um an Bundesgelder zu kommen.

DWN
Finanzen
Finanzen Chancen für Anleger: Der Weltraum wird privat

Privatunternehmen drängen in den Kosmos. Prominente Vorreiter wie SpaceX und Blue Origin bringen Satelliten ins All, versorgen die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ölpreisschock benötigt: Ein Krieg im Nahen Osten würde die Energiewende vorantreiben

Ein regionaler Konflikt im Nahen Osten unter der Beteiligung des Irans würde einen Ölpreisschock auslösen. Die von Erdölimporten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Top-Rohstoffhändler: Der Ölpreis wird auf 100 Dollar steigen

Die großen Rohstoff-Handelshäuser sind sich einig: der Ölpreis dürfte in den kommenden Jahren auf rund 100 US-Dollar steigen.

DWN
Finanzen
Finanzen Schnäppchenjäger treiben den Goldpreis nach Preisrutsch in die Höhe

Nach dem jüngsten Preisrutsch haben Anleger am Freitag wieder bei Gold zugegriffen.

DWN
Finanzen
Finanzen Vorboten der Inflation: Erzeugerpreise mit größtem Sprung seit 2008

Ein viel beachteter Inflationsvorbote schlägt überraschend stark aus.