Politik

Grönland-Streit belastet Beziehungen – Europa wirbt um Lösung, Trump bleibt hart

Europäische Staaten bemühen sich um eine diplomatische Lösung im Konflikt um Grönland, stoßen dabei jedoch auf wenig Entgegenkommen aus Washington. US-Präsident Donald Trump hält unbeirrt an seinem Anspruch auf die Insel fest und zeigt sich auch von Initiativen mehrerer Nato-Partner zum Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis unbeeindruckt. Selbst entsprechende Überlegungen in Großbritannien und Deutschland ändern nach seinen Worten nichts an seiner Haltung.
12.01.2026 15:18
Lesezeit: 2 min

Trump machte klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, betonte er mit dem Vokabular eines Geschäftsmanns.

Der US-Präsident macht immer wieder deutlich, dass er die offiziell zum Nato-Partner Dänemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will - zur Not auch auf „die harte Art und Weise“. Er verweist auf die strategische Bedeutung der Insel, eine zuletzt große Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region - und auf die Bodenschätze Grönlands. Für Beunruhigung sorgen Trumps Aussagen vor allem, weil er militärischen Zwang nicht ausschließt. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland.

Was einige Nato-Staaten vorschlagen

Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren Nato-Präsenz rund um Grönland beteiligen werden. „Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, sagte Merz bei seinem Indien-Besuch. „Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.“ In welchem Umfang - „das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen“, sagte Merz.

Außenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte. In Washington steht ein Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio auf dem Programm. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften dabei eine wichtige Rolle spielen.

Rubio will sich mit Dänen und Grönländern treffen

In dieser Woche will sich Rubio mit seinem Amtskollegen Lars Løkke Rasmussen aus Dänemark treffen. Auch die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt nimmt nach eigenen Angaben an dem Treffen teil. Wann genau es stattfindet, wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben.

Mehrere US-Senatoren reisen laut dänischen Medien außerdem zu Gesprächen mit dänischen und grönländischen Politikern nach Kopenhagen.

Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen vehement zurück. Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.

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