Finanzen

Aus für Pfizer-Allergan-Fusion wegen neuer US-Steuerregel

Lesezeit: 1 min
05.04.2016 12:53
Neue Regeln gegen Steuerflucht in den USA verhindern die geplante Fusion der Pharmakonzerne Allergan und Pfizer. Die Unternehmen wollten nach dem Zusammenschluss zum weltgrößten Arzneimittel-Hersteller ihren Firmensitz nach Irland verlegen. Dies wäre jedoch nach den neuen Vorschriften verboten.
Aus für Pfizer-Allergan-Fusion wegen neuer US-Steuerregel

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die 160 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Pharmakonzerns Allergan durch Pfizer ist einem Insider zufolge geplatzt. Das Vorhaben werde einvernehmlich am Mittwoch beendet, sagte die mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der Sender CNBC darüber berichtet. Hintergrund sind neue Maßnahmen der US-Regierung gegen Steuervorteile im Zuge solcher Übernahmen. Damit sei der Deal für Pfizer nicht mehr sinnvoll, so der Insider. Der Konzern aus New York sei nicht zu vertraglichen Änderungen bereit gewesen. Eine Stellungnahme der Unternehmen lag zunächst nicht vor.

Das US-Finanzministerium hatte am Montag neue Vorschriften bekanntgegeben, die sich gegen die Verlegung von Firmensitzen nach Übernahmen richten. Der Botox-Hersteller Allergan und der Viagra-Produzent Pfizer planten, nach dem Zusammenschluss zum weltgrößten Arzneimittel-Hersteller den Hauptsitz nach Irland zu verlegen, nicht jedoch die operativen Aktivitäten. In Irland sind die Steuersätze deutlich geringer als in den USA.

Mit der Übernahme wäre ein Konzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 60 Milliarden Dollar entstanden. Er hätte den Schweizer Konkurrenten Novartis vom Spitzenplatz des weltgrößten Herstellers verschreibungspflichtiger Medikamente verdrängt. Für Pfizer ist es die nächste Schlappe, nachdem schon die angedachte Akquisition von AstraZeneca am Widerstand des britischen Rivalen scheiterte.

Dem Fusionsabkommen zufolge können beide Seiten das Geschäft absagen, wenn das neue Unternehmen wegen Änderungen im Steuerrecht als US-Konzern eingestuft werden würde. Allerdings muss die Partei, die absagt, der anderen bis zu 400 Millionen Dollar zahlen.

In den USA haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Konzerne nach Großfusionen ihre Firmensitze ins Ausland verlegt, was massive Steuerersparnisse mit sich bringt. Diese als Inversion bezeichnete Taktik ist in Amerika ein Politikum geworden. Selbst die favorisierten Präsidentschaftsbewerber der Demokraten und Republikaner, Hillary Clinton und Donald Trump, sind sich hier ausnahmsweise einig, dass ein Riegel vorgeschoben werden muss. Die Regierung in Washington hatte 2014 erste Maßnahmen erlassen. Daraufhin platzte etwa die geplante 55-Milliarden-Dollar-Fusion zwischen Shire und AbbVie.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Daimler Truck steigert Gewinn mit dickem Auftragsbuch

Auch dank höherer Preise hat Daimler Truck einen deutlichen Umsatzsprung geschafft. Der Auftragseingang stieg auf ein Rekordhoch. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax klettert dank Vorgaben über Marke von 14.000 Punkten

Positive Vorgaben der Übersee-Börsen haben den Dax am Dienstagmorgen wieder über die Marke von 14.000 Punkten steigen lassen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russen kaufen im großen Stil türkische Immobilien

Der Ansturm der Russen auf türkische Immobilien ist extrem. Aus keinem Land kamen zuletzt so viele Immobilienkäufer wie aus Russland....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zweitgrößter Weizen-Produzent der Welt stoppt den Export

Der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt stellt die Ausfuhren ein - mit weitreichenden Folgewirkungen.