Politik

DAX-Konzerne: 57 Prozent der Dividenden gehen ins Ausland

Die 30 deutschen DAX-Unternehmen schütten in diesem Jahr gut 30 Milliarden Euro aus. Das Gros der Summe bleibt allerdings nicht in der Bundesrepublik. 57 Prozent gehen an ausländische Investoren. Den deutschen Investoren hat nicht einmal geholfen, dass sie ihre Anteile an den Unternehmen aufgestockt haben.
10.05.2016 00:12
Lesezeit: 1 min

Die Gewinnausschüttungen der größten deutschen Unternehmen landen auch in diesem Jahr wieder mehrheitlich im Ausland. Von insgesamt 29,2 Milliarden Euro Dividendenzahlungen der Dax-Konzerne gehen 16,8 Milliarden - 57 Prozent - an ausländische Investoren, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr sei der Anteil um 0,8 Prozentpunkte oder 130 Millionen Euro gestiegen.

Deutsche Aktionäre müssen sich laut AFP für das Geschäftsjahr 2015 dagegen bei Ausschüttungen in Höhe von 10,1 Milliarden Euro mit gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr begnügen - obwohl sie ihr Engagement mit 36,2 Prozent der gehaltenen Unternehmensanteile sogar leicht aufstockten. Durchschnittlich mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) der Dax-Aktien lagert aber laut EY in Depots im Ausland; rund acht Prozent der Aktien werden keiner bestimmten Region zugeordnet.

Der hohe Dividendenabfluss ins Ausland sei ein "Zeichen für die hohe Wertschätzung der deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt", so EY-Analyst Martin Steinbach. Die Beteiligung ausländischer Aktionäre schwankt allerdings unter den 30 Dax-Konzernen stark: Bei fünf Unternehmen lagen den Angaben zufolge mehr als 70 Prozent der Wertpapiere im Ausland, darunter Linde, Adidas und Bayer. Bei der Lufthansa, dem Konzern mit der geringsten Auslandsbeteiligung, seien es hingegen nur rund ein Viertel der Aktien.

Der Großteil der nicht-deutschen Investoren stammt laut EY aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Europäische Investoren halten im Schnitt 29 Prozent der Aktien, womit laut EY ihr Anteil gegenüber 2010 um vier Prozentpunkte gestiegen ist. Durchschnittlich 20 Prozent der Wertpapiere sind im Besitz von Anlegern aus Nordamerika - zwei Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: DAX-Kurs fällt nach Trumps Zollankündigung - wie sollten Anleger reagieren?
03.04.2025

Die erneute Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Aktienmärkte stark unter Druck gesetzt. Der DAX-Kurs...

DWN
Politik
Politik Trump Strafzölle: Warum fehlt Russland auf Trumps Zölle-Liste?
03.04.2025

Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle treffen eine Liste von 185 Handelspartnern – Russland fehlt darauf, im...

DWN
Panorama
Panorama April 2025: Lohn, Pakete, Elterngeld - die wichtigsten Änderungen
03.04.2025

Beschäftigte im Bau erhalten mehr Lohn, Pakete werden teurer und auch im neuen Bundestag steht einiges an. Der neue Monat bringt zudem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DGB-Studie: Chinesische Investoren auf Rückzug in Europa
03.04.2025

Eine Analyse der SPD-nahen Hans-Böckler-Stiftung vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) analysiert, dass die Firmen-Mitbestimmung nach...

DWN
Panorama
Panorama Marode Infrastruktur: Deutschlands bröckelnde Brücken - Geld allein reicht nicht
03.04.2025

500 Milliarden aus dem Schuldenpaket von Union und SPD sollen in die marode Infrastruktur fließen: Brücken, Schienen und Straßen – oft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trump-Zölle könnten Preiskarussell, Zinserhöhungen und Insolvenzen anheizen - die EU bereitet sich vor
02.04.2025

Die Regierungen weltweit bereiten sich auf die massive Einführung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump vor, die, so sein Plan,...

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie stürzt ab: Miese Tesla-Auslieferungen belasten - was das für Anleger bedeutet
02.04.2025

Die weltweiten Auslieferungen des US-Autobauers Tesla sind im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge zurückgegangen....

DWN
Panorama
Panorama Polizei: Kriminalstatistik 2024 zeigt Ausländeranteil bei Gewaltdelikten in Deutschland steigt deutlich
02.04.2025

Die Kriminalstatistik der Polizei offenbart ein besorgniserregendes Bild: Die Zahl der erfassten Gewalttaten ist 2024 um 1,5 Prozent...