Politik

Frankreich: Börsenzocker Kerviel wehrt sich gegen Milliardenforderung

Lesezeit: 1 min
15.06.2016 15:43
Der spektakuläre Fall des Ex-Börsenhändlers Jérôme Kerviel beschäftigt erneut die französische Justiz. Am Mittwoch begann in Versailles ein neuer Prozess um die Frage, ob Kerviel seinem einstigen Arbeitgeber Société Générale tatsächlich 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen muss. Frankreichs Oberster Gerichtshof hatte diesen Teil von Kerviels Verurteilung gekippt, weshalb nun erneut verhandelt wird.
Frankreich: Börsenzocker Kerviel wehrt sich gegen Milliardenforderung

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Kerviel soll der Bank mit hochriskanten Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingebrockt haben. Die Société Générale entließ ihn deswegen Anfang 2008. Er wurde später unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt.

Frankreichs Oberster Gerichtshof kippte in der Folge aber den Schadenersatz mit dem Argument, offenbar hätten Kontrollmechanismen bei der Bank versagt, so die AFP. Sie könne daher nicht die komplette mutmaßliche Schadenssumme von Kerviel ersetzt bekommen. Der einstige Börsenhändler argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

Kerviels Verteidiger David Koubbi sagte am Mittwoch, es gehe in Versailles nun darum die "Fehler der Société Générale" zu untersuchen. "Wir werden der Sache auf den Grund gehen, indem wir in unserem Besitz befindliche Informationen vorlegen."

Zuletzt hatte Kerviel im Streit mit seinem ehemaligen Arbeitgeber einen Erfolg verbuchen können: Das Pariser Arbeitsgericht sprach dem 39-Jährigen am Dienstag wegen unrechtmäßiger Kündigung durch die Großbank mehr als 450.000 Euro zu.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Finanzen
Finanzen City of London fürchtet Abzug des billionenschweren Derivategeschäfts in die EU

In der City of London liegen die Nerven blank. Den Verlust kleinerer Märkte an den Kontinent nahm man noch hin, nun droht mit einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona-Rezession wie Zweiter Weltkrieg – der Tod des Gastgewerbes ist beschlossene Sache

Die aktuelle Corona-Rezession weist große Ähnlichkeiten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf. Aus einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Held von Hanoi: Mann rettet Mädchen nach Sturz aus dem 12. Stockwerk

Vietnam feiert einen Lastwagenfahrer, der einem aus einem Hochhaus stürzenden Kind das Leben gerettet hat.

DWN
Finanzen
Finanzen Springt die US-Notenbank als Retter ein, wenn es zum Preis-Krach beim Bitcoin kommt?

Ein Finanzanalyst spricht von einem „Bitcoin-Casino“, bei dem der Preis über eine „Buy & Hype“-Taktik künstlich in die Höhe...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker - Vorbild Israel: EU arbeitet an „Grünem Pass“ für Geimpfte

Die EU-Kommission arbeitet an einem Gesetz zur Einführung eines „Grünen Passes“, der geimpften Bürgern offenbar Vorteile gegenüber...

DWN
Politik
Politik Jens Spahn: Ein Mann und seine Abenteuer

Die bisherige Karriere von Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn ist aufregend verlaufen. Die DWN zeichnen die wichtigsten Stationen...

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft: WHO erwartet kein Ende der Pandemie vor 2022

In der Nacht vom 1. auf den 2. März 2021 hat die Öffentlichkeit eine Hiobsbotschaft erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufstand bei der Deutschen Bank: Callcenter-Mitarbeiter streiken seit Wochen für höheres Gehalt

Während den Herrschaften im Investmentbanking satte Boni ausgezahlt werden, wehrt sich die Bank mit Händen und Füßen gegen höhere...

DWN
Politik
Politik Steinmeier erwägt staatliche Regulierung der sozialen Medien im Namen der Freiheit und der Demokratie

Bundespräsident Steinmeier meint: „Die Demokratien der Welt müssen ihre Verfasstheit auch im Digitalen sichern, gegen Feinde von innen...

DWN
Deutschland
Deutschland 900 Millionen Euro mehr: Stromkosten in Deutschland explodieren

Die Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel für ihren Strom bezahlt wie noch nie.

DWN
Finanzen
Finanzen Lieferketten-Chaos und hohe Transportkosten fachen Inflation in Europa an

Produzenten geben die teils deutlich gestiegenen Kosten an die Kunden weiter, die Inflation in Europa erreicht die Geschäfte und...

DWN
Politik
Politik Zwischen Europa und Russland tobt ein harter Kulturkampf

Der geopolitische Wettbewerb zwischen Europa und Russland nimmt Konturen eines Kulturkampfs an, bei dem es um Religion, Familienwerte und...

DWN
Finanzen
Finanzen Zentralbank der Zentralbanken warnt vor Blasen im Finanzsystem

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich wählt ihre Worte mit Bedacht. Im Klartext warnt sie vor dem Platzen riesiger...