Politik

Deutschland meldet Interesse an Kooperation mit Russland und der Türkei an

Lesezeit: 1 min
09.08.2016 10:33
Nach Monaten des Putin- und Erdogan-Bashings kommen der Bundesregierung offenbar Bedenken, ob dieser Kurs richtig gewesen ist. Der Russland-Beauftragte fürchtet, dass Deutschland bei einer neuen Achse Moskau-Ankara im Abseits landen könnte.
Deutschland meldet Interesse an Kooperation mit Russland und der Türkei an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), hat die Wiederannäherung zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin begrüßt, berichtet AFP. Es sei auch im westlichen Interesse, wenn die Eiszeit zwischen der Türkei und Russland beendet werde, sagte Erler am Dienstag im rbb-Inforadio. Beide müssten kooperieren, um verschiedene Krisenherde wie den Krieg in Syrien oder auch den Karabach-Konflikt zu lösen.

„Ohne ein Minimum an Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Russland wird es da keine Lösung geben“, sagte Erler mit Blick auf Syrien, wo Moskau auf der Seite von Machthaber Baschar al-Assad steht, während Ankara die Rebellen unterstützt. Der Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs an der türkisch-syrischen Grenze durch die Luftwaffe der Türkei hatte die Beziehungen der beiden Länder im vergangenen November in eine tiefe Krise gestürzt.

Im Konflikt um die mehrheitlich armenische Region Berg-Karabach unterstützt wiederum die Türkei Aserbaidschan und Russland Armenien. Allein in diesem Jahr habe es im Streit um die Region 200 Tote gegeben, sagte Erler. „Auch hier brauchen wir eine politische Lösung; und die ist auch nur möglich, wenn diese Spannungen abgebaut werden“, sagte der Russland-Beauftragte der Bundesregierung. Der seit den 90er Jahren schwelende Konflikt war jüngst wieder eskaliert.

Mit dem Treffen in St. Petersburg setzten Putin und Erdogan allerdings auch ein Zeichen, dass sie auf den Westen nicht angewiesen seien, sagte Erler in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. In dieser durchaus selbst verschuldeten Situation müsse Deutschland versuchen, im Gespräch zu bleiben. Ein erster Schritt in diese Richtung sei der Besuch des deutschen Staatssekretär Markus Ederer in Ankara gewesen.

Putin empfängt am Dienstag seinen türkischen Kollegen Erdogan in St. Petersburg. Es ist das erste Treffen seit dem Abschuss des russischen Kampfflugzeugs. Russland hatte in der Folge Sanktionen gegen die Türkei verhängt, die besonders den türkischen Tourismussektor schwer getroffen hatten. Ende Juni vereinbarten Putin und Erdogan aber bei einem Telefonat überraschend eine Annäherung, in deren Zuge auch die verhängten Sanktionen wieder gelockert wurden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Der „IMF Coin“ wird das weltweite Fiatgeld-System zerschlagen

Das Ende des Fiat-Geldsystems steht bevor. Digitale Zentralbankwährungen bedrohen angeblich den US-Dollar. Doch wahrscheinlicher ist, dass...

DWN
Deutschland
Deutschland Seit Beginn der Pandemie setzt die Bundesregierung auf Panikmache und „Schockwirkung“

Die Corona-Strategie der Bundesregierung sollte zu Beginn der Pandemie eine „Schockwirkung“ innerhalb der Bevölkerung erzielen. Doch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Expansion in der Corona-Krise: BlackRock profitiert massiv von Öffnung des chinesischen Finanzsektors

China öffnet ausgerechnet in der Corona-Krise seinen Finanzsektor für ausländische Investoren. Der größte Profiteur der Öffnung ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Protokoll deutet mögliche Straffung der Geldpolitik an

Das Protokoll der letzten Zinssitzung der EZB deutet darauf hin, dass die umfangreichen PEPP-Anleihenkäufe im kommenden Monat...

DWN
Politik
Politik Peter Altmaier: Als junger Mann war ich „rappeldürr“

Peter Altmaier hatte vor wenigen Jahren tiefe Einblicke in sein bewegtes Leben gegeben. Essen in all seinen Genussfacetten spielt der...

DWN
Politik
Politik Impfung für Kinder? Sturm der Entrüstung gegen Spahn und Wieler, Portal sammelt innerhalb weniger Stunden hunderttausende Unterschriften

Gegen die Pläne von Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler, auch Kinder zu impfen, mobilisiert sich massiver Widerstand.

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstandsverband warnt vor Exportbeschränkungen bei Holz

Exportbeschränkungen für Holz sind aus Sicht des Mittelstandsverbands BVMW der falsche Weg. Denn die Konsequenzen wären fatal.