Finanzen

Viele Fluglinien in Europa kämpfen ums Überleben

Lesezeit: 1 min
20.08.2016 01:52
Viele europäische Fluglinien haben kein Konzept und schreiben dauerhaft rote Zahlen. Die Zeiten sind vorüber, da staatliches Prestige als Grund reichte, um Airlines am Leben zu erhalten. Private Investoren machen einen großen Bogen um die nationalen Prestige-Projekte.
Viele Fluglinien in Europa kämpfen ums Überleben

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Viele kleine und mittelgroße europäische Fluglinien kommen trotz niedriger Kerosinpreise nicht in die schwarzen Zahlen und können nur mit Subventionen von Staaten und Mutterkonzernen den Betrieb aufrechterhalten.

Deutlich wird das Dilemma am Beispiel der Air Berlin. Diese fährt seit nunmehr acht Jahren Verluste ein – die Kapitallücke beträgt inzwischen fast eine Milliarde Euro. An der Börse ist das Unternehmen nach Angaben der Presse inzwischen nur noch rund 81 Millionen Euro wert – was in etwa dem Kaufpreis eines Airbus A 320 entspricht.

Der größte Aktionär von Air Berlin mit fast 30 Prozent der Anteile, Etihad Airways aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, will offenbar keine weiteren Gelder mehr zuschießen. Realistisch wäre letztendlich nur eine Übernahme durch die Lufthansa, die sich jedoch bedeckt hält - auch, weil sie erst die Übernahmen der AUA und der Swiss verdauen muss.

Eine teilweise Zusammenlegung mit der italienischen Alitalia, an der Etihad auch beteiligt ist, ist unwahrscheinlich. Die Alitalia ist seit Jahren ein Sanierungsfall, bei dem man sich fragt, warum eine Airline eigentlich nicht einfach pleitegehen kann. Die Airline meldet laut Tiroler Tageszeitung täglich Verluste von einer halben Million Euro, sagte Alitalias Verwaltungsratspräsident Luca Cordero di Montezemolo. „Wir rechnen damit, 2017 den Break Even zu erreichen. Ende 2017 werden wir wieder Gewinne schreiben“, wird der Vorstandsvorsitzende Ball zitiert. Alitalia sei zuletzt einer tiefgreifenden Erneuerung unterzogen worden. Mit einem Netzwerk an Langstreckenflügen wolle sich die italienische Airline neue Marktsegmente erschließen.

Wie Air Berlin und Alitalia geht es vielen weiteren kleineren Fluglinien wie beispielsweise Air Baltic, der polnischen LOT, Finnair, der skandinavischen SAS, der portugiesischen TAP, Alitalia und Meridiana. Der europäische Markt ist sehr kleinteilig und ohne die oftmals staatlichen Subventionen hätten viele Gesellschaften schon lange Insolvenz anmelden müssen, sagen Experten. In den USA teilen sich die fünf größten Linien 80 Prozent des Marktes – in Europa seien es 40 Prozent.

Europäische Marktführer wie die Lufthansa oder British Airways scheuen sich derzeit noch, Übernahmen zu tätigen, weil sie sich damit in der Vergangenheit selbst verspekuliert hätten, analysierte neulich die Presse aus Wien. Die Aktienkurse von Deutschlands größter Fluggesellschaft und der British Airways-Mutter IAG sind deshalb in den vergangenen Monaten unter Druck geraten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Technologie
Technologie BIZ unterstützt Notenbanken bei Entwicklung von Digitalwährungen

Nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist die Zeit der digitalen Zentralbankwährungen gekommen. Es beginne eine...

DWN
Technologie
Technologie Physische Ausweise adé? Wie Bill Gates im Jahr 1996 digitale Wallets voraussagte

Im Jahr 1996 hatte der Tech-Pionier Bill Gates in einem Artikel geschildert, wie ein digitales Wallet unsere Schlüssel, unser Bargeld,...

DWN
Politik
Politik Warnschüsse im Schwarzen Meer: Russland zeigt Großbritannien seine Grenzen auf

Ein britischer Zerstörer ist russischen Angaben zufolge mit Warnschüssen am Befahren russischer Hoheitsgewässer gehindert worden. Nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Cannabis auf Rezept: Gegen diese Krankheiten wirkt die Heilpflanze

Cannabis ist vielen nur als Droge bekannt. Dabei nutzen Menschen das Kraut seit Jahrtausenden auch als Heilpflanze. Seit 2017 können...

DWN
Politik
Politik Axel Springer-Chef fordert antisemitische Mitarbeiter auf, sich einen neuen Job zu suchen

Der Vorsitzende des Axel Springer-Verlags, Mathias Döpfner, hat als Zeichen des Kampfs gegen Antisemitismus zu seinen Mitarbeitern gesagt:...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung verabschiedet Klima-Programm in Milliardenhöhe

Die Bundesregierung ein Ausgabenprogramm aufgelegt, das den Weg für die geplante klimaneutrale Zukunft ebnen soll. Den Großteil des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Europas Gasreserven schrumpfen - Preise schiessen nach oben, lösen Flucht zurück zur Kohlekraft aus

Europas Reservebestände bei Erdgas sind dieses Jahr ungewöhnlich gering. Die Kohleverstromung ist auf dem Vormarsch.

DWN
Politik
Politik Lagebericht Zentralasien: Pakistan lehnt Stationierung von US-Spezialeinheiten ab

Der pakistanische Premierminister Imran Khan schließt eine Stationierung von amerikanischen Spezialkräften in Pakistan aus - ein...