Finanzen

Spanien: Zinsen für Staatsanleihen steigen über 7 Prozent

Lesezeit: 1 min
09.07.2012 10:04
Die Schlammschlacht um die Bewertung der Gipfel-Beschlüsse zeigt Wirkung: Die Zinsen für Spaniens zehnjährige Anleihen liegen wieder über sieben Prozent. Die Rendite für italienische Bonds klettert auf über sechs Prozent hinterher. Die Investoren bleiben skeptisch - da helfen auch keine halbherzigen Einsparungen oder die Leitzins-Senkung.
Spanien: Zinsen für Staatsanleihen steigen über 7 Prozent

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die ersten Zeichen kurz vor dem Treffen der Eurogruppe sind alles andere als zuversichtlich. Am Montagmorgen stieg die Rendite für zehnjährige, spanische Anleihen auf 7.084 Prozent und durchbrach damit erneut die kritische 7-Prozent-Marke, die dauerhaft nicht als finanzierbar gilt. Aber auch die Renditen für fünfjährige (5.010%)und zweijährige Anleihen (6.359%) Spaniens haben wieder angezogen.

Die ersten scheinbar für Spanien und Italien positiven Gipfelbeschlüsse haben ihre Wirkung verfehlt. Die Niederlande und Finnland stemmen sich vehement gegen die neuen Befugnisse des EMS (mehr hier) und Brüsseler Beamte sprachen vergangene Woche sogar davon, dass es keine Bankenrettung ohne staatliche Garantien geben werde (hier). Also wieder einer dieser Gipfel, die zu keiner großen Änderung beitragen. Auch Mario Draghis Senkung des Leitzinses um lediglich 0,25 Prozent wird von den Märkten nicht als positives Zeichen gewertet. Die geplanten, neuen Einsparungen von Mario Monti haben ebenfalls keine Auswirkungen auf den Anleihenmarkt.

Die Ursache für die weiterhin steigenden Zinssätze schiebt der der italienische Premier indes auf andere: „Der Anstieg (der Rendite, Anm. d. Red.) ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter auch auf die Erklärung aus dem nordischen Staat, die ich persönlich für unangemessen halte“ - gemeint ist die Äußerung Finnlands zu einem möglichen Austritt, sollte der ESM Anleihen kaufen(hier). Solche Aussagen würden die Glaubwürdigkeit reduzieren, dass der Europäische Rat einstimmig Entscheidungen treffe, so Mario Monti am Sonntag in Aix-en-Provence. Am Montagmorgen legte die Rendite für zehnjährige italienische Anleihen wieder auf 6.141 Prozent zu.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Eskalation in Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Haseloff feuert Innenminister im Streit um Rundfunkgebühren

Der Streit um die Anhebung der Rundfunkgebühr in Sachsen-Anhalt eskaliert. Ministerpräsident Haseloff feuert seinen INnenminister.

DWN
Politik
Politik Nord Stream 2: Keine US-Sanktionen gegen Merkel, sondern „nur“ gegen deutsche Firmen

Im Streit um die deutsch-russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 will der US-Kongress Sanktionen gegen Regierungen und Behörden...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Ombudsfrau rügt Deal zwischen BlackRock und EU-Kommission, doch ohne Konsequenzen

Die Europäische Ombudsfrau hat einen Auftrags-Deal zwischen der EU-Kommission und dem US-Finanzgiganten BlackRock wegen möglicher...

DWN
Politik
Politik US-Kongress will Truppenabzug aus Deutschland stoppen

Demokraten und Republikaner im US-Kongress wollen den von Präsident Donald Trump geplanten Truppenabzug aus Deutschland blockieren. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Wirecard-Skandal verändert Dax dauerhaft

Die Deutsche Börse stockt den Dax auf 40 Mitglieder auf. Das ist nur eine Folge der Wirecard-Pleite. Die Zusammensetzung des Dax soll...

DWN
Politik
Politik Scholz droht Tankstellen mit Pflicht zum Bau von Ladestationen für E-Autos

Wenn Deutschlands Tankstellen Ladestationen für Elektro-Autos nicht bald freiwillig installieren, dann will Bundesfinanzminister Olaf...

DWN
Deutschland
Deutschland Industrie meldet sechstes Auftragsplus in Folge, Aufträge über Vorkrisenniveau

Im Oktober sind die Industrieaufträge in Deutschland überraschend deutlich weiter gewachsen. Entscheidend war das starke Auftragswachstum...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Rückkehr des „Bail in“: Denkfabriken erwarten eine neue Euro-Krise im kommenden Jahr

Mehrere Denkfabriken befassen sich konkret mit Vorbereitungen für eine neue europäische Schulden- und Bankenkrise. Dabei könnte die 2013...

DWN
Politik
Politik Studie: China soll die Welt wegen des Corona-Virus entschädigen

Das chinesische Corona-Virus hat alleine in der G7-Staatengruppe bis zum April 2020 einen Schaden von 3,62 Billionen Euro verursacht. Nun...

DWN
Politik
Politik Weihnachten in Europa: Wo darf man wie feiern?

Im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage gehen die Länder Europas abweichende Weg. Es folgt ein Überblick über die beschlossenen...

DWN
Politik
Politik Tschechien öffnet Skigebiete, Schweiz hält Pisten offen

Während die Skipisten in Bayern dieses Jahr geschlossen bleiben, werden Tschechien und Österreich ihre Skigebiete öffnen, und auch in...

DWN
Technologie
Technologie US-Virologe Fauci kritisiert „überstürzte“ Impfstoff-Zulassung in Großbritannien

Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci sagt, dass der in Großbritannien zugelassene Corona-Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde.

DWN
Deutschland
Deutschland Ski-Verbot im Allgäu: 20 Bürgermeister richten Brandbrief an Merkel und Söder

In einem Brandbrief haben sich die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und zwanzig Bürgermeister aus dem Allgäu gegen das...

DWN
Deutschland
Deutschland Krankenkassen: Corona hat bisher keine Auswirkungen auf den Krankenstand

Die Auswertung der Krankenkassen zeigt, dass nur ein verschwindend geringer Teil der diesjährigen Fehlzeiten vom Beruf direkt auf Covid-19...