Politik

Türkischer Minister: „Die EU ist die scheinheiligste Organisation der Welt“

Statt des Friedensnobelpreises hätte die EU einen Preis für „Falschheit und Scheinheiligkeit“ verdient, meint der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Die Türkei wendet sich weiter von der EU ab. Ein Ergebnis der jahrelangen Blockadehaltung trotz weitreichender Reformen. Diese drohen nun zu stocken.
17.10.2012 11:01
Lesezeit: 1 min

Aktuell: Hollande: Deutschland ist nicht das einzige Land, das zahlt

Die EU habe den Friedensnobelpreis nicht verdient, meint der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Er wirft der Union Scheinheiligkeit vor. Aus der Abwendung von der EU macht auch die türkische Regierung, die noch vor einigen Jahren der größte Verfechter eines EU-Beitritts war, längst keinen Hehl mehr. So deutliche Worte, wie sie Çağlayan äußerte, sind allerdings neu.

„Die EU ist die heuchlerischste Union aller Zeiten. Es ist die scheinheiligste Organisation der Welt. Die EU hat die Türkei seit über 50 Jahren vor der Tür warten lassen“, erklärte er der Nachrichtenagentur Anatolia. Visabestimmungen, die türkische Geschäftsleute einschränken, sowie Einschränken bei der Gütereinfuhr stellen für ihn ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Folter“ dar. Das Handelspotenzial könne so gar nicht ausgeschöpft werden und unfairer Wettbewerb sei das Ergebnis.

„Wenn man die EU mit einem Preis für Falschheit und Scheinheiligkeit statt mit einem für Frieden auszeichnen würde, dann würden wir sagen, das ist fair und es akzeptieren“, so Çağlayan weiter.

Weitere Themen

Euro-Austritt Griechenlands könnte weltweite Wirtschaftskrise auslösen

Altersarmut: Angela Merkel sieht Geringverdiener in Gefahr

Merkel: „Wir wollen die EU nicht spalten“

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Friedensgespräche: Putin und Selenskyj – weshalb die Gegner nicht zusammenfinden
29.08.2025

Die Erwartungen an neue Friedensgespräche zwischen Putin und Selenskyj sind groß, doch Hindernisse bleiben massiv. Misstrauen,...

DWN
Finanzen
Finanzen BYD-Aktie bricht ein: Gewinnserie beim chinesischen E-Autobauer reißt – Preiskrieg belastet den Marktführer
29.08.2025

BYD legt Halbjahreszahlen vor – und überrascht mit einem Rekordumsatz, aber auch dem ersten Gewinneinbruch seit Jahren. Anleger fragen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Start-up aus Bayern: Donaustahl erhöht Tempo bei Produktion und Finanzierung
29.08.2025

Das Drohnen-Start-up Donaustahl hat seinen Umsatz 2024 verdoppelt und will ab 2026 in Bayern eigene Drohnenmotoren fertigen. Rückenwind...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungslos trotz Job: Wohnungsnot betrifft in Deutschland zunehmend Erwerbstätige
29.08.2025

Die Wohnungslosenzahlen steigen in Deutschland rasant: 474.700 Menschen gelten aktuell als wohnungslos – das sind 8 Prozent mehr als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflationsrate klettert auf 2,2 Prozent: "Inflation ist hartnäckiger als gedacht"
29.08.2025

Die Inflation in Deutschland bleibt ein zentrales Thema: Verbraucherpreise steigen, Kaufkraft sinkt und Ökonomen warnen vor anhaltender...

DWN
Politik
Politik Russland: Angriff auf Ukraine zerstört Hoffnung auf Friedensgespräche
29.08.2025

Ein russischer Luftangriff erschüttert die fragile Hoffnung auf Frieden im Ukraine-Krieg. Während in Kiew zahlreiche Opfer beklagt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zwischen Kontrolle und völliger Freiheit: Welcher Führungsstil ist vorteilhafter?
29.08.2025

In Zeiten, in denen Gehälter immer seltener das entscheidende Kriterium im Wettbewerb um Arbeitskräfte sind, müssen Arbeitgeber etwas...

DWN
Technologie
Technologie DKB-Störung: Kunden bundesweit vom Online-Banking und der App abgeschnitten
29.08.2025

Die Deutsche Kreditbank kämpft aktuell mit einer massiven Störung. Weder Login noch Überweisungen funktionieren zuverlässig – Kunden...