Politik

Budgetstreit eskaliert: Den USA droht schwere Finanzkrise

Lesezeit: 1 min
21.12.2012 11:25
Der Versuch des republikanischen Sprechers Boehner, seine Partei zu einem Kompromiss mit Präsident Obama zu bringen, ist gescheitert. Weil die USA damit ungebremst auf das "fiscal cliff" zurasen, herrscht an den Märkten einige Nervosität.
Budgetstreit eskaliert: Den USA droht schwere Finanzkrise

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
USA  
Demokratie  

Aktuell:

Goldman Sachs: Deutschland braucht mehr Einwanderer

Der Vorsitzende der Republikaner, John Boehner, wollte auf den US-Präsidenten Barack Obama zugehen und wurde von seinen eigenen Parteiangehörigen blockiert. Bei der Einführung einer Reichensteuer wollte Boehner die von Obama angestrebte Einkommensgrenze von 400.000 Dollar auf eine Million Dollar pro Jahr anheben. Aber selbst dieses Zugeständnis ging vielen Republikanern zu weit. Sie stimmten dagegen.

Eine Einigung im Haushaltsstreit vor Weihnachten scheint jetzt unwahrscheinlicher denn je. Nach Informationen von Reuters räumte Boehner seine Niederlage ein: „Das Repräsentantenhaus hat die Steuerpläne heute nicht aufgegriffen, weil sich nicht genügend von unseren Abgeordneten dahinter gestellt haben.“ Allerdings lassen Spekulationen verlauten, das Abstimmungsverhalten der Republikaner könnte taktisch motiviert sein, um Druck auf den Präsidenten auszuüben.

Die Republikaner besitzen eigentlich die Mehrheit im Repräsentantenhaus, im Senat haben die Demokraten die Mehrheit. Dort muss Präsident Obama nun seinen Steuerentwurf verabschieden, bevor im Repräsentantenhaus erneut abgestimmt werden kann. Obama verkündete, weiterhin eng mit den Republikanern nach einer Lösung zu suchen. Sollte er scheitern, drohen den Amerikanern Ende nächster Woche wegen des gigantischen Schuldenbergs drastische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar, die die USA in eine tiefe Rezession stürzen könnten.

Die Märkte in Europa reagierten am Morgen sofort auf die Zurückweisung der Republikaner bezüglich Vorschlag zur Reichensteuer aus den eigenen Reihen. Der Euro fiel zwischenzeitlich um 0,3 Prozent auf 1,3210 Dollar. Der FTSE 100, der wichtigste britische Börsenindex, fiel um 48 Punkte auf 5909, genauso wie der Dax (-0,91%) und der französische CAC 40 (-0,69%). Mit Blick auf dem US-Future-Markt gehen Analysten zudem davon aus, dass der Dow Jones Industrial Average am Nachmittag um 151 Punkte niedriger öffnen wird.

Weitere Themen:

Krisenangst: Commerzbank will Steuergelder nicht zurückzahlen

USA: Wirtschafts-Wachstum schafft keine Arbeitsplätze mehr

EU will Freiheiten der Schweizer Kantone beschneiden

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Eskalation in Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Haseloff feuert Innenminister im Streit um Rundfunkgebühren

Der Streit um die Anhebung der Rundfunkgebühr in Sachsen-Anhalt eskaliert. Ministerpräsident Haseloff feuert seinen INnenminister.

DWN
Politik
Politik Weihnachten in Europa: Wo darf man wie feiern?

Im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage gehen die Länder Europas abweichende Weg. Es folgt ein Überblick über die beschlossenen...

DWN
Politik
Politik US-Kongress will Truppenabzug aus Deutschland stoppen

Demokraten und Republikaner im US-Repräsentantenhaus wollen den von Präsident Donald Trump geplanten Truppenabzug aus Deutschland vorerst...

DWN
Politik
Politik Nord Stream 2: Keine US-Sanktionen gegen Merkel, sondern „nur“ gegen deutsche Firmen

Im Streit um die deutsch-russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 will der US-Kongress Sanktionen gegen Regierungen und Behörden...

DWN
Finanzen
Finanzen Wirecard-Skandal verändert Dax dauerhaft

Die Deutsche Börse stockt den Dax auf 40 Mitglieder auf. Das ist nur eine Folge der Wirecard-Pleite. Die Zusammensetzung des Dax soll...

DWN
Politik
Politik Studie: China soll die Welt wegen des Corona-Virus entschädigen

Das chinesische Corona-Virus hat alleine in der G7-Staatengruppe bis zum April 2020 einen Schaden von 3,62 Billionen Euro verursacht. Nun...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Rückkehr des „Bail in“: Denkfabriken erwarten eine neue Euro-Krise im kommenden Jahr

Mehrere Denkfabriken befassen sich konkret mit Vorbereitungen für eine neue europäische Schulden- und Bankenkrise. Dabei könnte die 2013...

DWN
Deutschland
Deutschland Industrie meldet sechstes Auftragsplus in Folge, Aufträge über Vorkrisenniveau

Im Oktober sind die Industrieaufträge in Deutschland überraschend deutlich weiter gewachsen. Entscheidend war das starke Auftragswachstum...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Ombudsfrau rügt Deal zwischen BlackRock und EU-Kommission, doch ohne Konsequenzen

Die Europäische Ombudsfrau hat einen Auftrags-Deal zwischen der EU-Kommission und dem US-Finanzgiganten BlackRock wegen möglicher...

DWN
Technologie
Technologie US-Virologe Fauci kritisiert „überstürzte“ Impfstoff-Zulassung in Großbritannien

Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci sagt, dass der in Großbritannien zugelassene Corona-Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde.

DWN
Deutschland
Deutschland Ski-Verbot im Allgäu: 20 Bürgermeister richten Brandbrief an Merkel und Söder

In einem Brandbrief haben sich die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und zwanzig Bürgermeister aus dem Allgäu gegen das...

DWN
Politik
Politik Trump hält seine bisher „wichtigste Rede“, wirft politischen Gegnern schweren Wahlbetrug vor

Am Mittwochabend hat US-Präsident Donald Trump eine sehr emotionale Rede gehalten. Er beharrte auf seinem Vorwurf des Wahlbetrugs....

DWN
Technologie
Technologie Schweizer Notenbank hält digitales Zentralbankgeld für machbar

In einer Studie kommt die SNB zu dem Schluss, dass digitales Zentralbankgeld technisch und rechtlich realisierbar ist. Eine Entscheidung...

DWN
Deutschland
Deutschland Krankenkassen: Corona hat bisher keine Auswirkungen auf den Krankenstand

Die Auswertung der Krankenkassen zeigt, dass nur ein verschwindend geringer Teil der diesjährigen Fehlzeiten vom Beruf direkt auf Covid-19...