Finanzen

Investor Gundlach: 2013 kommt die weltweite Deflation

Lesezeit: 1 min
01.01.2013 03:34
Der Anleihen-Experte Jeff Gundlach erwartet für 2013, dass die Preise vieler Anlageformen massive einbrechen werden. Sobald die Zentralbanken aufhören, die Märkte durch massives Gelddrucken zu stützen, werde es eine weltweite Deflation geben.
Investor Gundlach: 2013 kommt die weltweite Deflation

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Politische Entscheidungen haben heute großen Einfluss auf die Entwicklung der Märkte. „Andauernd ändern sich die Regeln“, sagt der Anleihen-Experte Gundlach. Als Investor sei man „vollkommen abhängig von den Reaktion der Politiker, Planwirtschaftler und Zentralbanker“, die versuchten die Wirtschaft irgendwie zusammenzuhalten. Sie wollten mit allen Mitteln verhindern, dass die Wirtschaft eine „reinigende Rezession“ durchmacht. Langfristiges, solides Investieren sei auf dieser Basis nicht mehr möglich. Deshalb spekulierten viele Investoren auf kurzfristige Gewinne. Doch um dies tun können, müsse man Insider sein, warnt Gundlach.

Die Marktmanipulationen durch Politik und Zentralbanken seien in den letzten Jahren so radikal gewesen wie nie zuvor, sagte Gundlach. Und dennoch hätten die Eingriffe der US-Zentralbank von Mal zu Mal eine immer geringere Wirkung gezeigt (mehr hier). Langsam setze sich nun die Erkenntnis durch, dass man so nicht weiter machen könne. Daher erwartet Gundlach für 2013 eine Veränderung der US-Fiskalpolitik. Und auch in anderen Teilen der Welt, etwa in Europa, könne man nicht weitermachen wie bisher.

Im kommenden Jahr, spätestens jedoch 2014, müsse man als Folge der sich ändernden Fiskalpolitik mit deutlich niedrigeren Preisen bei vielen Anlageformen rechnen, die ja lediglich durch die lockere Geldpolitik gestützt worden seien, zum Beispiel beim S&P 500. Zum Beispiel die Aktien von Bauunternehmen seien derzeit erstaunlich hoch bewertet, zum Teil höher als in den Jahren 2004 und 2005, meint Gundlach. Auch die Preise für große Banken wie Fargo und J.P. Morgan seien aktuell sehr hoch, und sie könnten abstürzen, wie es auch in Vergangenheit passiert sei.

Für den Augenblick kann Gundlach keine Anzeichen einer Schuldenblase erkennen. Die Zentralbanken der Welt hätten die Zinsen für Staatsanleihen auf fast null Prozent gedrückt, was diese Papiere für Investoren nicht sonderlich attraktiv gemacht hat. Erst wenn es „Brüche in der Schuldenqualität“ gebe, würden Staatsanleihen und andere Schuldpapiere deutlich an Wert verlieren. Doch das werde erst nach 2013 passieren. Und bis dahin seien Bargeld und risikoärmere Anleihen, auch wenn sie keinen größeren Ertrag abwerfen, wenigstens ein sicherer Hafen, meint Gundlach. Auch Investitionen in US-Staatsanleihen hält er noch für relativ verlässlich. Dieser Punkt ist unter Investoren allerdings umstritten. China etwa hat in den letzten zwei Jahren seine Bestände an US-Staatsanleihen deutlich zurückgefahren (mehr hier).


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Mehr Souveränität wagen: Wie Deutschland sich auf eine zweite Amtszeit Trumps ́vorbereiten sollte
21.04.2024

In Umfragen liegt Donald Trump deutlich vor dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden. Wie sollte sich Deutschland auf eine zweite Amtszeit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weltraum-Bahnhöfe: Europas ehrgeizige Pläne für die Zukunft der Raumfahrt
21.04.2024

Auch in Deutschland ist die Begeisterung fürs Weltall, und wie man dort hinkommt, weit verbreitet. Wir reden heute nicht von Trekkies,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Comeback von Japan-Aktien: Neue Ära für Investoren?
21.04.2024

Der japanische Aktienmarkt erlebt derzeit ein erstaunliches Comeback. Doch hinter dem jüngsten Rekordhoch des Nikkei von 40.000 Punkten...

DWN
Politik
Politik Drohnen als neue Art der Kriegsführung - die Bundeswehr tut sich schwer damit
21.04.2024

Die Angriffe des Iran und die Verteidigung Israels haben endgültig deutlich gemacht, dass Kriege nicht mehr im Schützengraben geführt...

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: Laut Studie Milliarden-Gewinne für deutsche Unternehmen
21.04.2024

Die Zukunft der deutschen Industrie wird durch Künstliche Intelligenz geformt: Eine Studie enthüllt nun ihre Auswirkungen - wie KI...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Repräsentantenhaus bewilligt Hilfe für Ukraine – Russland kritisiert
21.04.2024

Ein wichtiger Schritt im globalen Konflikt mit weitreichenden Folgen: Das US-Repräsentantenhaus hat ein neues Hilfspaket für die Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen Drohende Parität: Euro könnte gegenüber Dollar weiter schwächeln
20.04.2024

Euro-Dollar-Wechselkurs vor Herausforderungen: Unterschiedliche Zinspolitik könnte Euro bis Jahresende weiter schwächen. Experten sehen...

DWN
Finanzen
Finanzen Gewinngrößen verstehen: Auf welches Ergebnis kommt es in der Analyse wirklich an?
20.04.2024

Für Investoren ist es wichtig, die verschiedenen Kennzahlen rund um das Ergebnis eines Unternehmens zu verstehen. Jede dieser Kennzahlen...