Politik

Spanien will Renten nicht mehr an Inflation anpassen

Lesezeit: 1 min
18.09.2013 11:13
Die jährlichen Renten-Erhöhungen sollen ab 2014 nicht mehr automatisch an die Inflation gekoppelt sein. So will die spanische Regierung in zehn Jahren 33 Milliarden Euro einsparen. Das Renteneintrittsalter bleibt vorerst bei 65 Jahren.
Spanien will Renten nicht mehr an Inflation anpassen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In Spanien sollen die Renten künftig nicht mehr automatisch an die Inflation angepasst werden. Seit Jahren fordert die EU eine solche faktische Rentenkürzung. Premier Mariano Rajoy hatte sie bisher vermieden, um die 9 Millionen Rentner des Landes nicht gegen sich aufzubringen.

Rajoys Regierung wird die Rentenreform in den kommenden Wochen vorstellen und noch vor Jahresende durch das Parlament bringen. Für 2014 werden bereits Einsparungen in Höhe von 800 Millionen Euro erwartet, zitiert Reuters aus einem Dokument der spanischen Regierung. Innerhalb der kommenden zehn Jahre sollen 33 Milliarden Euro eingespart werden.

Mit den Rentenkürzungen soll der Druck von Spaniens Haushalt genommen werden, der eines der größten Defizite in der Eurozone aufweist. Für 2013 wird ein Defizit von 6,5 Prozent des BIP angestrebt. Aufgrund der kritischen Finanzlage hat Spanien seine Bürger kürzlich sogar dazu aufgefordert, Schwarzarbeiter zu denunzieren (hier).

„Seit Jahren stehen die Rentensysteme der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor verschiedenen Risiken, die die Machbarkeit und mittel- und langfristige finanzielle Tragfähigkeit infrage stellen – aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen“, heißt es in dem Dokument. Dies habe zu neuen Lücken bei den Sozialsystemen geführt. Um das Rentensystem zu stabilisieren, sei es daher notwendig, neue Maßnahmen zu ergreifen.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Rentenerhöhungen mit einer komplexen Formel berechnet werden, die unter anderem die Zahl der Rentner, die Finanzlage des Sozialsystems berücksichtigt. Die Renten sollen dabei um mindestens 0,25 Prozent pro Jahr steigen.

Ab 2019, acht Jahre früher als erwartet, wird die spanische Regierung einen sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor verwenden. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung sollen künftige Rentenerhöhungen entsprechend begrenzt werden, so das Dokument.

Die Regierung hat allerdings noch nicht entschieden, die Erhöhung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre zu beschleunigen. Im Jahre 2001 war beschlossen worden, das Eintrittsalter innerhalb von 15 Jahren zu erhöhen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Russland drosselt Lieferungen um 50 Prozent: EU-Erdgaspreise explodieren, Kohlekraft wird benötigt

Russland hat die Gaslieferungen nach Europa über die Jamal-Europa-Pipeline, die durch Weißrussland verläuft, um etwa 50 Prozent...

DWN
Deutschland
Deutschland Spahn will Maskenpflicht und Einschränkungen zunächst bis Frühjahr 2022 verlängern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die Maskenpflicht zunächst bis zum Frühjahr 2022 beizubehalten. Doch auch alle anderen...

DWN
Politik
Politik Bill Clinton flog 26 Mal mit dem „Lolita Express“ des Pädophilen Epstein

Bill Clinton ist insgesamt 26 Mal mit Jeffrey Epsteins „Lolita Express“ geflogen. Der „Lolita Express“ umfasst unter anderem ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold als Inflationsschutz? Dieses Jahr ist alles anders

Deutlich besser als Gold haben sich 2021 Industriemetalle wie Kupfer und Nickel entwickelt. Ist das der Beginn des nächsten Superzyklus...

DWN
Politik
Politik Baerbock und Habeck wollen „Klima-Ministerium“ gründen, welches alle anderen Ministerien beherrscht

Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen ein „Klimaschutz-Ministerium“ aufbauen, welches künftig faktisch alle Politikbereiche...

DWN
Politik
Politik Bulgarische Zeitung zur Brüsseler Klima-Politik: „Die Zeiten, in denen wir hinfahren können, wo wir möchten, enden“

Die bulgarische Zeitung Trud kommentiert die von der EU-Kommission angeordnete Abschaffung des Verbrennungsmotors mit spitzer Feder.

DWN
Technologie
Technologie Stromerzeugung aus Windkraft bricht im ersten Halbjahr ein

Die von deutschen Windkraftanlagen erzeugte Stromleistung brach im ersten Halbjahr deutlich ein.

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Erzeugerpreise verzeichnen stärksten Anstieg in diesem Jahrhundert

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni sehr stark angestiegen.