Politik

Giftige Substanzen in Kaugummis entdeckt

Lesezeit: 3 min
25.10.2013 22:45
Kaugummis enthalten teilweise gefährliche Substanzen. Ein Studie hat nun ans Tageslicht gebracht, dass Kaugummis zwar saubere Zähne bringen können, selbst jedoch alles andere als sauber sind.
Giftige Substanzen in Kaugummis entdeckt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Durch den Kauprozess und den Speichel gelangen Inhaltsstoffe des Kaugummis in den Körper. Und zwar direkt, ohne große Umwege. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe fördert durchaus Unerfreuliches zu Tage.

Einige Zutaten der Kaugummis sind nämlich gefährlich, wie eine Untersuchung des Health Wyze Report zeigt. Hierfür wurden die gängigen Kaugummi-Sorten auf Inhaltsstoffe untersucht und eine Liste der häufigsten Zutaten erstellt. Dazu gehören unter anderem Aspartame, Kaumasse, Acesulfam-K, Butylhydroxytoluol und Titanium Dioxide.

In vielen Kaugummis, die man auch in Deutschland kaufen kann, finden sich meist sogar mehrere dieser fragwürdigen Inhaltsstoffe. Ein Blick auf die Verpackung des Lieblings-Kaugummis ist also durchaus geboten. Zumal bei den Verpackungen nicht angegeben wird, in welchem Umfang diese Stoffe eingesetzt wurden

Aspartame

Der Inhaltsstoff Aspartam (E951) findet sich in sehr vielen Kaugummis. Vor allem aber auch in denjenigen, die angeblich keinen Zucker enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sagt dazu:

„Aspartam ist ein kalorienarmes, intensives künstliches Süßungsmittel. Es handelt sich um ein weißes, geruchloses Pulver, das etwa 200-mal süßer ist als Zucker. In Europa ist Aspartam für die Verwendung als Tafelsüßstoff sowie als Lebensmittelzusatzstoff in Nahrungsmitteln zugelassen.“

Der Zusammenhang zwischen Aspartam und Krebserkrankungen wird seit Jahren diskutiert. Eine Studie des Europäischen Ramazzini-Instituts von 2005 stellte einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr des Inhaltsstoffes und Krebs her. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält Aspartam für unbedenklich. Aber auch andere Erkrankungen werden immer wieder mit Aspartam in Verbindung gebracht: Epilepsie, Asthma, Schlaflosigkeit, Diabetes etc., so der Wealth Wyze Report. Auch in vielen Diät- und zuckerfreien Lebensmitteln wird Aspartam eingesetzt.

Acesulfam-K

Wie Aspartam ist Acesulfam-K ein Süßstoff.  Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen über die Unbedenklichkeit des Inhaltsstoffes. Studien an Tieren hatten einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Tumoren und der Einnahme von Acesulfam-K entdeckt.

Kaumasse

Was man sich genau unter einer Kaumasse vorzustellen hat, ist schwer zu sagen. Die Angabe Kaumasse auf Kaugummi-Verpackungen wird in der Regel nicht erklärt. Der Kaugummi Verband erklärt dazu:

„Die Base ist der eigentliche ‚Gummi‘, auf dem man kaut. Die natürliche Kaumasse besteht aus Harzen, Kautschuk und Milchsaft bestimmter Bäume, die vorwiegend in Südamerika, Indonesien und Malaysia wachsen. So gewinnt man in Südamerika beispielsweise aus dem Saft des Sapotillbaumes das ‚Chicle‘, eine altbewährte Grundlage für Kaugummi. Der eingedickte Saft wird in festen Blöcken zur Weiterverarbeitung zu den Herstellern geschickt. Dort werden natürliche und künstliche Rohstoffe kombiniert, um Kaugummi den bestmöglichen “Biss” zu verleihen.“

„Natürliche und künstliche Rohstoffe“ werden zu der „natürlichen Kaumasse“ hinzugefügt. Was genau das jedoch bedeutet, erklärt der Verband nicht. Auch bei Wrigley’s, die einen Großteil der am Markt erhältlichen Kaugummi-Sorten vertreiben, findet man dazu nichts. Auf die Frage, woraus ein Kaugummi hergestellt ist, gibt Wrigley’s auf seiner Seite an:

„Kaugummi enthält hauptsächlich Zucker, Glukosesirup, Kaumasse, Aromen und Zutaten, die für eine geschmeidige Konsistenz, gleichbleibende Qualität und angenehme Kauerfahrung sorgen. Bei zuckerfreien Kaugummis ersetzen Zuckeraustauschstoffe den Zucker und den Glukosesirup.“

Weichmacher sind mit Sicherheit enthalten. Was genau es damit aber auf Sicht hat, kann der Kunde nicht wissen.

Butylhydroxytoluol

In einigen Kaugummis findet sich auf Butylhydroxytoluol (BHT). Dieser Inhaltsstoff ist in vielen Ländern wie Großbritannien und Japan bereits als giftig verboten worden. In den USA zum Beispiel wird Butylhydroxytoluol  als Konservierungsmittel für Kaugummi und andere Lebensmittel noch immer eingesetzt. Nieren- und Leberschäden, Hyperaktivität bei Kindern werden mit dem Stoff in Verbindung gebracht. Auch der Verdacht, krebserregend zu sein, ist noch nicht ausgeräumt.

In einem Bericht des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung heißt es 2011:

„Butylhydroxytoluol (BHT) ist ein zugelassender Lebensmittelzusatzstoff (E321) und wird als Antioxidans in verschiedenen Verbraucherprodukten, z. B. kosmetischen Mitteln, Pflanzenschutzmitteln und Lebensmittelverpackungen eingesetzt.“

Titanium Dioxide

Der Inhaltsstoff Titanium Dioxide wird in einigen Kaugummis als Weißmacher eingesetzt. Diese Substanz wird mit Auto-Immunkrankheiten und Asthma in Verbindung  gebracht. Titanium Dioxid findet sich auch bei der Universität Hamburg auf der Liste der gesundheitsschädlichen Stoffe mit „Verdacht auf krebserzeugende Wirkung“.

Alles andere als frei von Zucker

Von dem Gedanken eines zuckerfreien Kaugummis können sich die Konsumenten auch verabschieden. In vielen angeblich zuckerfreien Kaugummis finden sich Inhaltsstoffe wie Sorbit, Maltit und Mannit. Dabei handelt es sich um Zucker-Alkohole. Diese werden normaler Weise aus Zucker hergestellt und sie erhöhen den Blutzuckerspiegel genauso wie beim Essen von Zucker. Da diese drei Inhaltsstoffe kein reiner Zucker sind, steht auf den Verpackungen zuckerfrei.

Bei Wrigley’s heißt es zu den zuckerfreien Kaugummis:

„Nein, unsere Produkte enthalten keinen Alkohol im herkömmlichen Sinn (Trinkalkohol, Ethylalkohol bzw. Ethanol). Unsere zuckerfreien Kaugummis, welche derzeit in Deutschland erhältlich sind, enthalten mehrwertige Alkohole. Dieser Begriff ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Bezeichnung für Zuckeraustauschstoffe, auch Polyole genannt. Zuckeraustauschstoffe wie z.B. Isomalt, Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit und Erythrit werden anstelle von Zucker in unseren zuckerfreien Produkten der Marken Wrigley´s EXTRA, Airwaves, Orbit und 5 GUM verwendet.“

In jedem Fall ist der Kaugummi-Markt trotz der geringen Preise, die dafür bezahlt werden, lukrativ. 2012 lag der Umsatz in Deutschland bei etwa 651 Millionen Euro, so der Kaugummi-Verband.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland BGH schließt Gesetzeslücke für klagende Wohnungseigentümer

Zahlreiche Wohnungsbesitzer in Rechtsstreitigkeiten können aufatmen. Trotz einer Gesetzesreform können sie erstmal im Alleingang Prozesse...

DWN
Deutschland
Deutschland Einmalige Vermögensabgabe durch Super-Reiche könnte dem Bund 310 Milliarden Euro bescheren

Durch eine einmalige Vermögensabgabe durch Multimillionäre in Deutschland könnte der Bund 310 Milliarden Euro einnehmen, um die...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der Kalte Krieg hat niemals aufgehört: Die USA setzen ihre Interventionspolitik unbeirrt fort

Trotz des Zusammenbruchs der Sowjetunion erließen die USA vor über 20 Jahren die Doktrin der "Überlegenheit auf allen Ebenen". Sie gilt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nanotechnologie: US-Unternehmen Techniplas soll Kerngeschäft von Nanogate übernehmen

Nachdem die Saarbrücker Nanotechnologiefirma Nanogate Insolvenz angemeldet hat, will das Unternehmen nun wesentliche Teile seines...

DWN
Politik
Politik Grünen-Chef Habeck fordert von Linkspartei Bekenntnis zur Nato

Der Grünen-Co-Chef Robert Habeck fordert von der Linkspartei ein bedingungsloses Bekenntnis zum Militärbündnis Nato.

DWN
Politik
Politik China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem...