Polizei sperrt für Nestlé-Chef die Uni Basel ab

Der CEO von Nestlé konnte an der Universität Basel einen Vortrag nur unter Polizeischutz halten. Die Polizei umstellte das Gebäude wie einen Hochsicherheitstrakt. Studenten wurden nur vereinzelt durchgelassen, andere gleich des Platzes verwiesen. Der Grund: Hinweise auf mögliche Proteste.

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Die Universität in Basel hält das Vorgehen der Polizei für nicht verhältnismäßig. Die Beamten hätten das Gespräch mit Vertretern der Universität nicht gesucht, sondern ohne Absprache so massiv eingegriffen. Die Sorge der Polizei war, dass einige Studenten den Vortrag Bulckes stören könnten, berichtet der Schweizer Blick.

Das „massive Polizeiaufgebot“ wirke politisch motiviert, kontern die angegriffenen Studenten. Die Jungsozialisten wollten während des Vortrags auf die Ermordung eines Nestlé-Gewerkschafters in Kolumbien. Vorausgegangen war ein Konflikt zwischen Nestlé und der Gewerkschaft über einen Gesamtarbeitsvertrag, berichtet die Kronenzeitung. Er war der insgesamt fünfzehnte tote Nestlé-Mitarbeiter in Kolumbien innerhalb kurzer Zeit.

Das Unternehmen gerät besonders wegen seiner Privatisierungspläne von Wasser in die Kritik. „Pure Life“ von Nestlé ist die weltweit größte Wassermarke der Welt – die auch in Entwicklungsländern verkauft wird, berichtet Geozeit.

Die Kommerzialisierung des sowieso schon kostbaren Guts setzt die Bevölkerung unter Druck. Denn das abgepackte Wasser kommt aus denselben Quellen wie das Leitungswasser. Doch letzteres wird durch schlechte Wasserleitungen ungenießbar. So müssen die Menschen auf jeden Fall das abgefüllte Wasser kaufen, zeigt der Film Bottled Life.

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