Bewegungs-Profile: Glasfaser-Kabel werden zur Überwachung genutzt

Private Unternehmen arbeiten in den USA an einer Hardware-Komponente, die Abhöraktionen mittels unterirdischer Glasfaserkabel ermöglichen soll. Lasersignale sollen die vom Boden aufgenommenen Vibrationen in akustische Signale umwandeln. Geheimdienste können den öffentlichen Raum dadurch über weite Distanzen abhören.

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Verteilte akustische Sensorik (DAS) heißt die Technik, mit der jedes Geräusch auf dem Bürgersteig aufgenommen und abgehört werden kann. Die Glasfaserkabel der Telekomgesellschaften auf der ganzen Welt können die Vibrationen vom Boden aufnehmen und flächendeckende Abhöraktionen ermöglichen.

Dafür bedarf es keiner zusätzlichen Sensoren. Die Glasfaserkabel sind bereits voll funktionsfähige Mikrofone, die nur noch angezapft werden müssen. Das geschieht, indem ein Laser durch die Glasfaserkabel geschickt wird, berichtet der Economist.

Durch die Vibrationen, die Menschen oder Fahrzeuge auf dem Boden verursachen, schwingen die Kabel leicht mit. Das verändert die Wellenlänge des Lasers minimal. Diese Differenzen können über weite Distanzen abgenommen und wieder in akustische Signale umgewandelt werden.

Gespräche können auf diese Weise nicht aufgezeichnet werden. Auch in Gebäuden funktioniert die Technik nicht. Allerdings ist diese Sphäre schon durch die zahlreichen Mikrofone abgedeckt, die in Smartphones, Tablets und Notebooks eingebaut sind.

DAS-Systeme eignen sich jedoch hervorragend zum Erstellen von Bewegungsprofilen an Grenzübergängen oder zur Verfolgung von Fahrzeugen. DAS-Technologie kann theoretisch jeden und alles überall auf der Welt verfolgen.

Noch werden Glasfaserkabel im Boden nicht von den Geheimdiensten zum Abhören verwendet. Die Arbeit an der technischen Umsetzung dieser Möglichkeit hat aber bereits begonnen. Die privaten Firmen OptaSense und Silixa verlegen die DAS-fähigen Glasfasern in den USA bereits.

Echte Privatsphäre gibt es dann nur noch in Wäldern. Vorausgesetzt, es werden keine Mobiltelefone mitgeführt.

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