Finanzen

Merck kauft Hersteller von Hepatitis-Medikamenten

Lesezeit: 1 min
09.06.2014 19:02
Für 3,85 Milliarden Dollar kauft Merck & Co das Unternehmen Idenix, das derzeit drei Hepatitis-Medikamente entwickelt. Allein in den USA gibt es rund 3,2 Millionen Menschen, die chronisch an Hepatitis C leiden.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Merck & Co stärkt mit einem milliardenschweren Zukauf seine Palette an Medikamenten gegen die Leberkrankheit Hepatitis C. Für 3,85 Milliarden Dollar will der US-Pharmakonzern das auf die Behandlung von Viruserkrankungen spezialisierte Unternehmen Idenix schlucken, teilte Merck & Co am Montag mit.

Damit bläst Merck & Co zum Sturm auf den heimischen Rivalen Gilead Sciences, der den Markt der Hepatitis-C-Mittel dominiert. Mit der Übernahme sichert sich Merck & Co den Zugang zu drei Medikamenten, die derzeit in den Idenix-Laboren in Massachusetts entwickelt werden. Allein in den USA gibt es rund 3,2 Millionen Menschen, die chronisch an Hepatitis C leiden.

Der Platzhirsch Gilead verdiente mit seinem Hepatits-C-Mittel Sovaldi in den ersten Monaten nach Markteinführung 2,3 Milliarden Dollar. Die Behandlung mit Sovaldi kostet pro Person jährlich 84.000 Dollar.

Die Idenix-Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Merck & Co zahlt mit 24,50 Dollar je Aktie mehr als das Dreifache des Idenix-Schlusskurses vom Freitag. Am Montag kletterten die Papiere auf 24,10 Dollar. Merck-Aktien gaben 0,1 Prozent nach.

Anfang Mai verkaufte Merck & Co sein Geschäft mit rezeptfreien Mitteln und Gesundheitspräparaten an Bayer. Der Leverkusener Aspirin-Hersteller legte dafür 10,4 Milliarden Dollar auf den Tisch. Derzeit rollt eine Fusionswelle durch die Pharma-Industrie, weil sich die Firmen wegen Patentabläufen verstärkt der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte stellen müssen.

Der größte Zusammenschluss in der Geschichte der Branche scheiterte aber vorerst, weil Pfizer nach mehreren Absagen keine neue Offerte für AstraZeneca abgeben will. Die Briten hatten zuletzt auch ein Angebot von rund 118 Milliarden Dollar abgelehnt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundestagswahl 2021: Um die Corona-Rechnung zu bezahlen, wird der Staat nach dem Vermögen der Bürger greifen

Corona-Hilfen, riesige Defizite und wackelige Sozialsysteme: In der Staatskasse klafft ein gigantisches Loch. Um dieses zu stopfen, hat die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Gas-Spezialist: CO2-Knappheit in England wird nach Europa überschwappen

Das Industriegase-Unternehmen Nippon Gases erwartet, dass die in Großbritannien bereits spürbare Knappheit an Kohlenstoffdioxid auf den...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl: Karl Lauterbach stellt Hans-Georg Maaßen eine Falle

Lauterbach hat Hans-Georg Maaßen als „Nazi“ bezeichnet. Wenn Maaßen sich jetzt auf einen Kleinkrieg mit dem umstrittenen...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Wie die lockere Geldpolitik die Rente gefährdet

Die staatliche Rente hat nicht bloß ein Demografie-Problem. Niedrigzinsen und hohe Inflationsraten belasten zunehmend auch die gesetzliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliarden-Investitionen sollen Mitteldeutschland zum Lithium-Zentrum Europas machen

Drei Industrie-Unternehmen haben in Halle an der Saale ein neues wissenschaftliches Institut gegründet, das einen ungewöhnlichen Plan...

DWN
Politik
Politik Pentagon beantwortet DWN-Anfrage zum Aufbau einer EU-Armee: „Die Nato ist und bleibt unverzichtbar für Fragen der transatlantischen Sicherheit und Verteidigung“

Das Pentagon hat den DWN mitgeteilt, dass die Systeme einer EU-Armee nach Meinung der USA interoperabel sein müssen mit den Nato-Systemen....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rosneft soll Gazproms Gasmonopol brechen, um Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen

Nach europäischem Recht dürfen Erzeuger und Netzbetreiber für mehr als 50 Prozent der Transportkapazität nicht dieselbe juristische...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein Freihandelsabkommen: Biden erteilt Johnson eine herbe Abfuhr

Die Träume von einem amerikanisch-britischen Freihandelsabkommen sind geplatzt.