Auto-Krise: Über 60 Prozent der Neuzulassungen sind Firmenwagen

Lesezeit: 1 min
08.08.2014 00:44
Das Geschäft mit Firmenwagen schiebt den Pkw-Absatz im Juli an. Sieben Prozent mehr Neuwagen auf Deutschlands Straßen. 62 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf gewerbliche Halter. Die Neuzulassung auf private Fahrzeughalter ging um 5 Prozent zurück.
Auto-Krise: Über 60 Prozent der Neuzulassungen sind Firmenwagen

Die höhere Nachfrage nach Firmenfahrzeugen hat den Pkw-Absatz in Deutschland im Juli beflügelt. Knapp 270.300 Autos wurden im vergangenen Monat neu zugelassen, das sind fast sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Kraftfahrtbundesamt und der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag mitteilten. Im Juni war der Absatz in Deutschland, Europas größtem Pkw-Markt, überraschend geschrumpft. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der Neuzulassungen um drei Prozent auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge. Der Zuwachs sei „vor allem auf das lebhafte Geschäft der gewerblichen Zulassungen zurückzuführen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Die privaten Fahrzeug-Neuanmeldungen blieben hinter den Erwartungen zurück, „doch gibt der steigende Auftragseingang aus dem Inland Hoffnung".

Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst&Young (EY) verwies darauf, dass dem Plus von 16 Prozent bei den Firmenwagen ein Minus von fünf Prozent bei den Neuzulassungen auf Privatpersonen entgegenstehe. „Offenbar sehen die deutschen Verbraucher trotz extrem günstiger Finanzierungsbedingungen, guter Arbeitsmarktlage und positiver Konjunkturaussichten nach wie vor wenig Anlass zum Autokauf." Auch hohe Rabatte auf Neuwagen änderten daran wenig.

Im Juli wurden rund 38 Prozent der neuen Pkw auf private Halter zugelassen; damit entfielen fast 62 Prozent auf gewerbliche Nutzer. Besonders gefragt waren Oberklasse- und Geländewagen. Familienkutschen und Sportwagen wurden dagegen deutlich seltener gekauft.

Wie das Kraftfahrtbundesamt weiter mitteilte, setzten im abgelaufenen Monat fast alle deutschen Hersteller mehr Fahrzeuge ab. VW und die Konzerntöchter Audi und Porsche fuhren trotz Sparprogramm ebenso wie BMW zweistellige Zuwachsraten ein, während Mercedes im Juli kaum vom Fleck kam. Von der Daimler-Kleinwagenmarke Smart sowie vom Mini aus dem Hause BMW wurden weniger Fahrzeuge verkauft.

Für Schwung sorgte bei den Autobauern vor allem das Exportgeschäft, das im Juli laut VDA um 13 Prozent zulegte. Insgesamt wurden fast 407.000 Pkw an ausländische Kunden ausgeliefert, seit Jahresbeginn waren es 2,6 Millionen (plus acht Prozent).



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