Ergo: Niedrigzinsen belasten Geschäft mit Lebensversicherungen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
23.04.2015 12:17
Die Niedrigzinsen machen der Münchener-Rück-Tochter Ergo zu schaffen. Derzeit sei in der Lebensversicherung kein Geld mehr zu verdienen, so ein Sprecher. Im vergangenen Jahr hatte die Ergo jedoch massiv von Absicherungsgeschäften gegen fallende Zinsen und Steuerrückzahlungen profitiert.
Ergo: Niedrigzinsen belasten Geschäft mit Lebensversicherungen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die anhaltend niedrigen Zinsen machen Deutschlands zweitgrößtem Erstversicherer Ergo Kopfzerbrechen. „Organisch ist in der Lebensversicherung derzeit kein Geld mehr zu verdienen“, sagte Finanzchef Christoph Jurecka auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Düsseldorf. Das Unternehmen hat die Verzinsung auf klassische Leben- und Renten-Policen in den vergangenen Jahren stärker gesenkt als die Konkurrenz. „Das hat uns natürlich keinen Rückenwind gebracht“, sagte Vorstandschef Torsten Oletzky. Das Volumen der neuen Verträge gegen monatliche Beiträge brach in Deutschland um neun Prozent ein.

Das Düsseldorfer Unternehmen habe das Neugeschäft bewusst gedrosselt. Doch angesichts der Renditezusagen an die Kunden aus der Vergangenheit ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die gefallenen Zinsen fressen sich in den Bestand rein“, sagte Oletzky. Die Abschluss- und Vertriebskosten müssten sinken. „Wir kriegen die Kostenstrukturen nicht so schnell angepasst“, räumte der Ergo-Chef ein.

Zudem belastet die Zinszusatzreserve, mit der die Finanzaufsicht BaFin die Lebensversicherer in Zeiten niedriger Zinsen dazu zwingt, mehr Geld zurückzulegen, um die Zusagen auch in Zukunft noch erfüllen zu können. 725 Millionen Euro habe Ergo dafür allein 2014 zurückgelegt, in diesem Jahr sei mit einem noch höheren Betrag zu rechnen, sagte Jurecka. Mit Blick auf die verschärften Eigenkapitalanforderungen (Solvency II), die 2016 eingeführt werden sollen, stehe Ergo vor allem in der Lebensversicherung vor neuen Herausforderungen.

Für 2015 kalkuliert Ergo einen Gewinnrückgang auf 400 bis 500 Millionen Euro ein – „am liebsten am oberen Ende“, fügte Oletzky hinzu. Denn im vergangenen Jahr hatte die Tochter der Münchener Rück massiv von Absicherungsgeschäften gegen fallende Zinsen und Steuerrückzahlungen profitiert. Die Derivate besserten das Kapitalanlageergebnis um mehr als eine Milliarde Euro auf. Dadurch übertraf der Versicherer mit 620 (2013: 436) Millionen Euro den angepeilten Gewinn von 350 bis 450 Millionen Euro klar. Ohne Sondereffekte wäre Ergo bei rund 450 Millionen gelandet. In der Bilanz der Muttergesellschaft Münchener Rück blieben davon wegen interner Verrechnungen zwischen Erst- und Rückversicherern aber nur 169 (408) Millionen Euro Gewinn hängen.

Die Beitragseinnahmen stiegen nur um 0,3 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Fortschritte im Auslandsgeschäft machten die Einbußen in der inländischen Lebensversicherung wett. Auch der Direktversicherer Ergo Direkt musste Einbußen hinnehmen, weil seine kurzfristigen Sparprodukte weniger gefragt waren

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Alles nur noch Schall und Rauch – eine Gesellschaft im Umbruch

Unser Partner Money Transfer System informiert: Gold hatte bereits die Marke von 2.000 USD pro Unze geknackt, sinkt ab und steigt weiter...

DWN
Politik
Politik Getäuscht und ausmanövriert: Deutschland tappt in die Nord Stream 2-Falle der USA

Der Streit um Nord Stream 2 beschleunigt die Fragmentierung der EU. Die Bundesregierung spielt dieses Spiel, das die USA geschickt...

DWN
Deutschland
Deutschland Paukenschlag bei Continental: „Die deutsche Autoindustrie wird politisch zerstört“

Paukenschlag beim Riesen-Zulieferer Continental. Dem Chefaufseher zufolge treibt die Politik die Autobauer in die nicht marktreife...

DWN
Deutschland
Deutschland Spahn erwartet Corona-Impfungen in Messehallen

In Deutschland könnten Beschäftigte des Gesundheitswesens, Ältere und Kranke ab dem Winter als Erste zentral in Messehallen gegen eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Blackrock: Mastermind hinter der globalen Anti-Corona-Strategie

Im August 2019 stellte Blackrock eine Strategie vor, wie auf eine neue Krise zu reagieren sei. Rund ein Jahr später werden zahlreiche der...

DWN
Politik
Politik EU bereitet Klage gegen britischen Rechtsbruch beim Brexit vor

Die EU-Kommission wird Klage gegen den Bruch des Austrittsabkommens durch die britische Regierung einlegen - welche diesen mit dem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wegen Kohleausstieg: Energiekonzern Steag baut ein Drittel seiner Arbeitsplätze ab

Der Energiekonzern Steag streicht rund 1.000 Arbeitsplätze wegen des politisch erzwungenen Ausstiegs aus der Steinkohle. Im August war man...

DWN
Politik
Politik China führt fünf Marine-Manöver gleichzeitig durch

Die chinesische Marine hat vor wenigen Tagen damit begonnen, fünf Manöver durchzuführen - zur gleichen Zeit. Taiwan und Vietnam fühlen...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde öffnet einer höheren Inflation die Tür - auf Sparer kommen schwere Zeiten zu

Die Europäische Zentralbank folgt der Federal Reserve und kündigt eine Tolerierung höherer Inflationswerte an. Da die Geldentwertung...

DWN
Politik
Politik UN an Tech-Milliardäre: „Es ist an der Zeit, dass Sie den Hungernden dieser Welt helfen“

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen appelliert an die Superreichen, einen Teil ihres enormen Vermögens den Armen zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Aktuelle Studie: Große Mehrheit der Deutschen erwartet sinkenden Lebensstandard

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Start des Forum New Economy in Berlin zufolge befürchtet eine deutliche Mehrheit der Deutschen, sozial...

DWN
Finanzen
Finanzen Technische Probleme: Tokioter Börse stellt Betrieb gesamten Handelstag ein

Die gemessen am abgewickelten Handelsvolumen drittgrößte Börse der Welt musste den Betrieb am Donnerstag komplett einstellen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volkswagen: US-Aufpassern wird der rote Teppich ausgerollt, deutsche Prüfer werden ausgesperrt

Während ein vom US-Justizministerium eingesetzter Sonderkontrolleur in Wolfsburg mit seinem Team alles durchleuchtet, was er möchte,...

DWN
Politik
Politik Berlins rot-rot-grüne Sprachpolizei: Beamte sollen künftig „gendergerecht“ sprechen

Statt sich auf die drängenden Probleme der Hauptstadt wie das BER-Desaster oder die Wirtschaftskrise zu fokussieren, stellt Berlins linke...

DWN
Finanzen
Finanzen Federal Reserve verlängert Verbot von Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen

Die US-Zentralbank hat das bestehende Verbot bis Jahresende verlängert. Offenbar rechnen die Fed-Ökonomen mit anhaltender Volatilität an...

celtra_fin_Interscroller