Finanzen

Krisenvorsorge: Unternehmen beginnen, Cash zu horten

Lesezeit: 1 min
09.07.2015 00:04
Internationale Firmen haben als Vorsichtsmaßnahme bisher 870 Milliarden Euro an Cash zurückgelegt. Denn die Firmen hatten während der Finanzkrise 2008 enorme Liquiditäts-Probleme, weil die Banken bei der Kreditvergabe restriktiver wurden. Dieser Fall soll nicht nochmal auftreten.
Krisenvorsorge: Unternehmen beginnen, Cash zu horten

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Internationale Firmen aus dem Nahen Osten, Afrika und Europa (EMEA-Region) sollen bisher etwa 870 Milliarden Euro an Cash zurückgelegt haben. Alleine der deutsche Autobauer Volkswagen wies per Ende 2014 Cash im Volumen von 25,7 Milliarden Euro auf, meldet Moody´s in einem aktuellen Bericht.

Weitere Konzerne mit großen Cash-Beständen sind EDF mit 25,5 Milliarden Euro, BP mit 24,9 Milliarden Euro, Fiat Chrysler Automobiles mit 23,4 Milliarden Euro und Poste Italiane mit 23,2 Milliarden Euro. Doch auch Royal Dutch Shell, Total, ENEL, Saudi Basic Industries und Statoil haben hohe Cash-Bestände, berichtet Finanz & Wirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Cash-Bestände der Firmen in der EMEA-Region im Jahr 2014 um sechs Prozent gestiegen.

Doch auch US-Firmen halten mehr Geldreserven als je zuvor. „Der Tech-Sektor hält das meiste Cash, gefolgt von der Gesundheits-, Pharma- und Energiebranche“, erklärt Moody’s-Analyst Richard Lane. Einer Studie der US-Notenbank Federal Reserve zufolge haben börsennotierte US-Konzerne ihre Vorräte schon seit der Erholung von der Finanzkrise 2008 massiv erhöht. Dabei spielen Steuern eine wichtige Rolle. 1,1 Billionen Dollar – 64 Prozent der Cash-Reserven – befanden sich zum Jahreswechsel laut Moody’s im Ausland. „Wenn Firmen die Gewinne, die sie im Rest der Welt machen, in die USA zurückbringen, werden sie relativ stark besteuert“, heißt es in der Fed-Analyse.

Der „Cash-King“ ist mit 178 Milliarden Dollar der US-Technologiekonzern Apple, meldet Finanz & Wirtschaft.

Seit der Finanzkrise 2008 haben zahlreiche Konzerne Sparprogramme eingeführt, was wiederum zum Investitionsrückgang führte. Zudem hatten die Konzerne große Probleme bei der Kreditaufnahme, weil die Banken bei der Kreditvergabe restriktiver wurden. Das Cash-Polster der Firmen ging rapide zurück.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Merkel lehnt Freigabe von Impfstoff-Patenten durch Pharmakonzerne ab

Kanzlerin Angela Merkel hat den Vorstoß von US-Präsident Joe Biden für eine befristete Aussetzung des Patentschutzes für...

DWN
Deutschland
Deutschland Banken und Sparkassen vereinheitlichen ihre Online-Bezahlverfahren

Kunden deutscher Banken sollen es beim Shoppen im Internet künftig einfacher haben. Die heimische Kreditwirtschaft verzahnt ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Deutschland
Deutschland Nationale Maritime Konferenz: Der deutsche Schiffbau steckt in einer Jahrhundert-Krise

Der Schiffbau steckt in der Krise. Die Corona-Pandemie hat die Werften schwer getroffen. Aber es gibt noch ein anderes Problem, für das...

DWN
Politik
Politik Corona-Regeln für Geimpfte fallen teilweise: Evangelische Kirche ermutigt Ungeimpfte, sich mit den Geimpften „zu freuen“

Ab diesem Sonntag gelten bestimmte Einschränkungen für Geimpfte und Genesene nicht mehr. In diesem Artikel finden Sie die neuen...

DWN
Deutschland
Deutschland BGH schließt Gesetzeslücke für klagende Wohnungseigentümer

Zahlreiche Wohnungsbesitzer in Rechtsstreitigkeiten können aufatmen. Trotz einer Gesetzesreform können sie erstmal im Alleingang Prozesse...

DWN
Deutschland
Deutschland Einmalige Vermögensabgabe durch Super-Reiche könnte dem Bund 310 Milliarden Euro bescheren

Durch eine einmalige Vermögensabgabe durch Multimillionäre in Deutschland könnte der Bund 310 Milliarden Euro einnehmen, um die...