Politik

Großbritannien: Dreijähriger Junge wird als potentieller Terrorist geführt

Lesezeit: 1 min
01.08.2015 01:20
In der britischen Hauptstadt sind insgesamt 300 Minderjährige als potentielle Terroristen registriert. Dazu gehört auch ein dreijähriger Junge. Kindergärtner müssen nach einem Anti-Terror-Gesetz Kinder, die angebliches Terrorismus-Potenzial haben, an die Behörden melden.
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In London registrierten die örtlichen Sicherheitsbehörden einen dreijährigen Jungen als potentiellen Extremisten, bei dem ein hohes Risiko einer Radikalisierung vorliege. Unter den Verdächtigen, die in Zukunft als Terroristen aktiv werden könnten befinden sich nach einer Statistik des London Assembly alleine in London 450 Personen, von denen 300 minderjährig sind. Seit 2012 wurden 1.069 Bürger zur Teilnahme am London am Anti-Terror-Programm „Channel” gezwungen.

Dort sollen die Betroffenen de-radikalisiert werden. Die landesweite Teilnehmerzahl an „Channel“ liegt bei 4.000, berichtet der London Evening Standard. Hannah Stuart, eine Extremismus-Forscherin von der Henry Jackson Society-Denkfabrik, sagte: „Diese Zahlen bestätigen die Tatsache, dass London schon immer das Zentrum des islamistischen Terrorismus, der Radikalisierung und des Extremismus in diesem Land gewesen ist. Das Muster wird bleiben.“

Der ehemalige Londoner Kommissar Dal Babu sagt, dass diese der Programme von der muslimischen Community zunächst begrüßt wurden. Allerdings entstand im Verlauf des Programms der Eindruck, dass es sich dabei um ein Spionage-Programm gegen die Muslime im Allgemeinen handele, berichtet der Guardian.

Besonders umstritten ist in diesem Zusammenhang das Counter-Terrorism and Security Bill 2014-15. Das Gesetz verpflichtet Kindergärtner zur Denunziation von Schutzbefohlenen. „Kindergarten-Personal und eingetragene Kindererzieher müssen über Kleinkinder Bericht erstatten, bei denen das Risiko besteht, sie könnten gemäß der Anti-Terror-Maßnahmen der Regierung zu Terroristen werden“, berichtet der Telegraph.

Aufgrund von Bedenken wegen der familiären Situation habe sich die britische Polizei bereits 30 Mal an Familiengerichte gewandt, um zum Schutze kleiner Kinder die Unterbringung in einer Pflegestelle zu erwirken. Die Maßnahmen beinhalten auch den Einzug des Kinderreisepasses, so der Evening Standard.

Scotland Yard hat die aktuellen Zahlen übrigens begrüßt. Sie würden zeigen, dass die Londoner die Gefahren des Extremismus ebenso verstünden wie die Notwendigkeit darüber zu sprechen. Auch die eingesetzten Programme würden Sinn machen. „Je früher wir eingreifen können, um eine Radikalisierung zu verhindern, umso besser“, sagt Kommandant Richard Walton von der Anti-Terror-Einheit.

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