Politik

Russland und Saudi-Arabien zur Drosselung der Öl-Förderung bereit

Lesezeit: 1 min
29.01.2016 02:14
Der mörderische Preiskampf im Erdöl-Bereich könnte die wichtigsten Kontrahenten schon bald dazu zwingen, ihren Kampf um Weltmarkt-Anteile aufzugeben. Russland und Saudi-Arabien signalisierten ihre Bereitschaft, die Förderquote zu drosseln.
Russland und Saudi-Arabien zur Drosselung der Öl-Förderung bereit
Den Folgen des Preiskampfs unterschätzt: Russlands Präsident Putin mit König Salman bin Abdulaziz Al Saud, im November in Antalya. (Foto: EPA/MIKHAIL KLIMENTYEV / RIA NOVOSTI / KREMLIN POOL)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Saudi-Arabien hat nach russischen Angaben angesichts des Preisverfalls eine Drosselung der Ölproduktion vorgeschlagen. Demnach sollen die Förderländer ihren Ausstoß um jeweils bis zu fünf Prozent senken, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag. Es gebe zudem den Vorschlag, ein Treffen der Mitglieder des Ölkartells Opec und der anderen Förderländer zu organisieren. Russland sei dazu bereit. Öl verteuerte sich nach Bekanntwerden der Pläne. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg um bis zu acht Prozent auf fast 36 Dollar und erreichte ein Drei-Wochen-Hoch. Am Nachmittag gab der Preis einen Teil der Gewinne wieder ab und lag bei rund 34 Dollar.

Zuletzt war der Ölpreis massiv gefallen, wegen hoher Produktion und zugleich mangelnder Nachfrage infolge mauer Weltkonjunktur. Russland müsste laut dem Vorschlag als großer Ölproduzent täglich 500.000 Fass weniger produzieren. Die allgemeine Drosselung um fünf Prozent sei jetzt Gegenstand der Diskussionen, sagte Nowak. "Es ist noch zu früh, um darüber zu reden", fügte der Minister in St. Petersburg vor Reportern hinzu. "Es gibt noch viele Fragen, was die Kontrolle der Kürzungen angeht."

Vertreter Saudi-Arabiens äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorschlag, aber ein ranghoher Opec-Delegierter vom Persischen Golf sagte: "Die Opec-Staaten aus der Golf-Region und Saudi-Arabien sind zu jedweder Kooperation bereit, um den internationalen Ölmarkt zu stabilisieren.

Vor kurzem war der Ölpreis auf ein Zwölf-Jahres-Tief von rund 27 Dollar pro Fass gesunken. Noch vor etwa 18 Monaten kosteten 159 Liter von dem Rohstoff 115 Dollar. Die Lage ist vor allem für die Schwellenländer und Erdölproduzenten kritisch: So haben sich der IWF und die Weltbank überraschend nach Aserbaidschan aufgemacht, um das Land vor der Pleite zu bewahren.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Finanzen
Finanzen Gelddrucken der EZB bringt dem Bund Milliarden-Einnahmen

Die lockere Geldpolitik der EZB hat die Zinsen für Bundesanleihen deutlich in den negativen Bereich gedrückt. Im ersten Quartal verdiente...

DWN
Politik
Politik Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine

Aus dem aktuellen Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine gehen mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand in der...

DWN
Deutschland
Deutschland Inflation im Anmarsch: Bauindustrie kündigt steigende Preise an

Das Bauen in Deutschland wird voraussichtlich deutlich teurer. Die lang erwartete Inflation kommt nun mit aller Macht.

DWN
Finanzen
Finanzen So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen

Bitcoin hat seit Beginn des Jahres eine beispiellose Ralley hingelegt. Doch die Kryptowährung ist extrem schwankungsanfällig und manchem...

DWN
Politik
Politik Baerbock verknüpft Klima-Politik mit dem US-Feldzug gegen China

Die grüne Annalena Baerbock fordert eine „Klimapartnerschaft“ mit den USA. Diese soll auf einem sonderbaren geopolitischen Fundament...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmer fällen vernichtendes Urteil über Merkel-Regierung

Die Unzufriedenheit der Familienunternehmer mit der Bundesregierung ist auf einen historischen Rekord angestiegen. Denn die Politik der...

DWN
Politik
Politik Impfstoff-Diplomatie: EU liefert hunderttausende Impfdosen auf den Balkan

In ihrem Bestreben, den geopolitischen Hinterhof nicht anderen Mächten zu überlassen, hat die EU ihr Engagement auf dem Balkan verstärkt.

DWN
Finanzen
Finanzen Kann ein Trennbanken-System die Einlagen der Sparer schützen?

Die EU wollte nach der Finanzkrise 2008 ein Trennbanken-System einführen, um Ausfallrisiken für Kunden und Steuerzahler zu mindern. Doch...