Gemischtes

Lebensmittel-Skandal in Europa: Gifte und Chemikalien gefährden Gesundheit

Lesezeit: 1 min
31.03.2016 12:17
Gefärbte Oliven, mit Dünger versetzter Zucker, gepanschter Wein: Polizei und Zoll haben in 57 Ländern eine Rekordmenge von gefälschten Lebensmitteln und Getränken sichergestellt. Für die Konsumenten bedeutet das hohe Gesundheitsrisiken.
Lebensmittel-Skandal in Europa: Gifte und Chemikalien gefährden Gesundheit

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Mehr als 10.000 Tonnen und eine Million Liter gefälschter Lebensmittel wurden bei der von Europol und Interpol koordinierten „Operation Opson V“ in vier Monaten von November 2015 bis Februar 2016 sichergestellt. Die Waren könnten „hohe Gesundheitsrisiken für die ahnungslosen Verbraucher haben“, warnte Europol.

Hinter dem weltweiten Betrug stecken kriminelle Banden, teilte Europol mit. Sie panschten Lebensmittel mit gefährlichen Chemikalien, oder verkauften minderwertige Ware mit gefälschten Labels teurer Marken und erzielten riesige Profite. Es habe bereits einige Festnahmen geben, aber die Ermittlungen dauerten noch an.

Es war bereits die fünfte Aktion dieser Art, und noch nie wurde eine so große Menge sichergestellt, erklärte Michael Ellis von Interpol. „Wir müssen diese Bemühungen fortsetzen, um die dahintersteckenden kriminellen Netzwerke zu identifizieren, denen es nur um den Profit geht, egal was es die Öffentlichkeit kostet.“

Die Kosten gehen nicht nur für legale Hersteller in die Milliarden. Auch die Gesundheitsrisiken sind enorm.

Zum Beispiel wurden im Sudan fast neun Tonnen Zucker gefunden, der mit Kunstdünger verseucht war. Italienische Ermittler stellten 85 Tonnen Oliven sicher, die mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung gefärbt waren. In Indonesien wurden 70 Kilo Hühner-Innereien beschlagnahmt, die in schädlichem Formalin eingelegt waren. In Australien waren billige Erdnüsse als teure Pinienkerne verpackt worden - lebensgefährlich für Allergiker.

„Alle Arten von Nahrungsmittel überall auf der Welt werden gefälscht“, heißt es in dem Bericht. Whiskey, Wodka, Wein – in Griechenland oder Großbritannien wurden illegale Fabriken zum Panschen von Alkohol entdeckt, einschließlich der gefälschten Flaschen und Labels teurer Marken. Im afrikanischen Burundi entdeckte die Polizei außer 36.000 Litern Alkohol auch neun Kalaschnikows.

Gefälscht waren auch Sardinen in Bolivien, Schokolade in Ungarn oder Süßigkeiten für Kinder in Rumänien. Billiges Entenfleisch wurde als teure Gänseleber angeboten.

Rücksichtslos wurde den Angaben zufolge auch ungenießbarer Fisch als hochwertig ausgezeichnet oder bei Diätprodukten das Haltbarkeitsdatum gefälscht. In Thailand verhinderten Ermittler etwa den Verkauf von 30 Tonnen Büffel- und Rindfleisch aus Indien. Es war zum Verzehr ungeeignet, sollte aber in Supermärkten verkauft werden.

Was mit den mehreren Kilogramm Affenfleisch geschehen sollte, die der belgische Zoll am Brüsseler Flughafen entdeckte, blieb zunächst unklar.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Grüne nominieren Baerbock als Kanzlerkandidatin - oberstes Ziel ist die „Klima-Neutralität“

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Baerbock wird dem Ziel, die...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstand verzichtet wegen Corona auf Weiterbildung der Mitarbeiter

Vielen mittelständischen Firmen fehlt es in der Krise an Geld und Zeit für die Weiterbildung der Beschäftigten. Die Förderbank KfW...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Industrie schwimmt in Aufträgen - "Reichweitenrekord"

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist den neunten Monat in Folge gewachsen. In der Folge ist die sogenannte "Reichweite" auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Darum sollten Sie Ihren Nachlass rechtzeitig regeln

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Und doch ereilt er uns irgendwann alle. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, sollte man früh...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ABN Amro zahlt halbe Milliarde Euro für Geldwäsche-Verstöße

Die niederländische Bank ABN Amro muss wegen Geldwäsche-Verstößen knapp eine halbe Milliarde Euro bezahlen. Der Skandal hat die gesamte...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Zentralbanken: Aufbruch in neue monetäre Welten

Im Windschatten der Coronakrise betritt die EZB monetäres Neuland. Rettungspakete von tausenden Milliarden Euro werden schon bald nichts...

DWN
Politik
Politik Schweiz öffnet Restaurants, Kinos und Fitnesscenter

Die eklatanten Unterschiede des Corona-Alltags in europäischen Ländern werden jetzt im Dreiländereck Deutschland - Schweiz - Frankreich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Boston Dynamics macht BMW mit neuem Lager-Roboter Konkurrenz

Die BMW-Tochter "idealworks" bietet seit November 2020 ihre Lager-Roboter an (die DWN berichteten). Jetzt taucht mit Boston Dynamics ein...