Russland und Türkei wollen Wirtschaft in der Region ankurbeln

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
09.08.2016 23:21
Russland und die Türkei wollen wirtschaftliche Projekte realisieren, die auch für Nachbarstaaten wie Bulgarien attraktiv sind. Mit Aussagen zum Syrien-Konflikt hielten sich die Präsidenten Putin und Erdogan allerdings bedeckt.
Russland und Türkei wollen Wirtschaft in der Region ankurbeln

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Im Zusammenhang mit dem russischen Jet-Abschuss sagte Erdogan, dass die Gülen-Bewegung es darauf angelegt hat, die türkisch-russischen Beziehungen nachhaltig zu stören, berichtet Haberturk. Zuvor wurden drei türkische Piloten von der Polizei festgenommen, die am Jet-Abschuss beteiligt gewesen sein sollen. Sie sollen Mitglieder der Gülen-Bewegung sein.

Zu den russisch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen sagte der türkische Staatschef, dass im Jahr 2008 der bilaterale Handel bei 38 Milliarden Dollar lag. Dieser sei nach dem Jet-Abschuss auf 24 Milliarden Dollar zurückgegangen. Putin und er hätten sich auf ein Ziel von 100 Milliarden Dollar beim bilateralen Handel geeinigt.

Der Kreml-Chef bestätigte Erdogans Aussagen. Putin wörtlich: „Der Bausektor ist die Lokomotive der türkisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Wir sind bereit, die Wirtschaftsbeziehungen auf diesem Gebiet so schnell wie möglich wiederzubeleben. Wir haben in der vergangenen Zeit einen 23- bis 26-prozentigen Rückgang bei den Wirtschaftsbeziehungen gehabt. Es kommt eine schwierige Zeit auf uns zu, um dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen. Bis zum Jahr 2019 werden wir eine Reihe von Wirtschaftsprojekten ins Leben rufen. Die türkische Seite hat ohnehin in vielen Bereichen damit begonnen, ihre Zusagen zu geben – wie beispielsweise bei der Errichtung eines AKWs oder bei Turkish Stream. Die Wiederbelebung des Tourismus wird eine bestimmte Zeit in Anspruch nehmen, weil zuerst die Sicherheit der russischen Touristen gewährleistet werden muss. Doch das wird lösbar sein.“

Auf Nachfrage der Pressevertreter, ob auch über den Syrien-Konflikt gesprochen wurde, wollten die Staatsmänner keine klaren Aussagen treffen, berichtet Kommersant.

Erdogan sagte: „Bei dem heutigen Treffen haben wir das noch nicht erörtert. Nach der Pressekonferenz werden wir erneut zusammenkommen, um darüber zu diskutieren.“

Putin sagte: „Ich schließe mich den Worten vom ehrenwerten Erdogan an. Wie ihr wisst, haben wir bezüglich der Syrien-Krise Meinungsunterschiede. Wir haben beschlossen, bei einem weiteren Treffen auf der Ministerialebene darüber zu diskutieren. Demokratische Veränderungen können nur mit demokratischen Mitteln herbeigeführt werden. Es ist möglich, dass wir zusammenfinden. Wir haben dasselbe Ziel, nämlich den Syrien-Konflikt zu lösen. Ausgehend von dieser Tatsache glaube ich, dass wir eine Lösung finden werden. Bei unseren Beziehungen mit der Türkei geht es nicht nur um Pragmatik, sondern um die Umsetzung einer langfristigen nachbarschaftlichen Beziehung.“

Zum Bereich der Energiepolitik und den Pipelinebau sagte Putin: „Wir lehnen es ab, wirtschaftliche Fragen zu politisieren. Bei South Stream haben wir bedenken, was die Belieferung der Kunden anbetrifft. Das EU-Parlament hat Beschlüsse getroffen, die dieses Projekt verhindern sollen. Mit Bulgarien konnten wir keine Einigung erzielen. Bulgarien möchte nun zum Projekt zurückkehren. Aufgrund der Tatsache, dass unsere europäischen Partner sich gegen South Stream entschieden haben, verzeichneten wir hohe Einbußen. Wir haben ein Bedürfnis nach einer rechtlichen Absicherung. Doch diese liegt nicht vor.

Turkish Stream ist keine Alternative zu South Stream. Ein Teil von Turkish Stream war für die Belieferung des türkischen Markts gedacht. Heute haben wir uns in diesem Rahmen besprochen. Turkish Stream kann innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Die zweite Richtung von Turkish Stream zeigt nach Europa. Wir sind bereit, mit unseren türkischen Partnern auch darüber zu verhaneln. Doch dann müssen dem alle Seiten ihre Zustimmung geben,

Der Unterschied zwischen South Stream und Turkish Stream ist der, dass die türkische Seite trotz der Krise zwischen beiden Ländern es niemals unterlassen hat, an dem Projekt weiterzuarbeiten.

Erdogan sagte: „Das AKW-Projekt Akkuyu ist ein strategisches Projekt. Unsere Verhandlungen liefen in diese Richtung. Wir werden wir schnelle Entscheidungen fällen, um keine Zeit zu verlieren. Das Projekt wird auch vom staatlichen Subventionsgesetz profitieren. Bei Turkish Stream wird es zwei Pipelines geben. Von diesen Pipelines wird sowohl die Türkei als auch Europa profitieren. Die Umsetzung von Turkish Stream hat Priorität.


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Zukunft des Bankensystems ungewiss?

Unser Partner MTS Money Transfer System informiert

DWN
Finanzen
Finanzen Golfstaaten stehen vor dem Bankrott: Oman kann kaum noch seine Stromrechnung bezahlen

Der Oman hat sowohl seine Wasser- als auch sein Stromrechnung aus finanziellen Gründen mit Verspätung beglichen.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland drohen 20 magere Jahre: Schafft die Mehrwertsteuer ab!

Ohne eine geeignete Konjunkturspritze dauert es fast 20 Jahre, bis Deutschland das Wohlstands-Niveau von 2019 wieder erreicht.

DWN
Politik
Politik Russland erhöht die Zahl seiner Manöver mit Atomraketen massiv

Russland will mehr Übungen mit Kernwaffen durchführen.

DWN
Politik
Politik Europas Weg in den Untergang: EU gewährt Schuldenstaaten Billionen - für die Wirtschaft bleibt nur ein Taschengeld

Die EU legt ein Billionen-Programm auf - von dem das meiste Geld in die Sanierung der morschen Staatshaushalte fließt, während die...

DWN
Technologie
Technologie Markt für smarte Verpackungen wächst bis 2025 auf fast 40 Milliarden Euro

Verpackung ist nicht gleich Verpackung: Manche können sogar mit Hilfe von Sensoren den Zustand des Füllguts überwachen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona-Ticker vom 1. Juni: Die aktuellsten Entwicklungen

Lesen Sie die aktuellen Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Deutschland
Deutschland Ernte bricht ein: Spargel droht zum Luxusgut zu werden

Dieses Jahr kann die Spargel-Nachfrage gerade so eben noch befriedigt werden - in den kommenden Jahren wird das aller Voraussicht nach...

DWN
Politik
Politik Antifa setzt historische Kirche in Washington in Brand

Demonstranten, die offenbar zur Antifa gehören, haben in der US-amerikanischen Hauptstadt eine Kirche angezündet, die von allen...

DWN
Politik
Politik Twitter sperrt Konto der Antifa nach Gewaltaufruf gegen Weiße

Twitter hat das Konto der US-Antifa gesperrt. Die Gruppe hatte friedliche Demonstranten dazu aufgefordert, in die „Wohngebiete der...

DWN
Politik
Politik Weiße Rassisten missbrauchen US-Proteste, um Chaos zu säen

Nicht nur die Antifa, sondern auch organisierte weiße Rassisten nutzen die US-Proteste, um Chaos zu säen. Einige Rechtsextremisten tarnen...

DWN
Politik
Politik US-Nationalgarde und New Yorker Polizei im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten

Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten haben sich die Nationalgarde von Minnesota und das New York Police Department zu den...

DWN
Politik
Politik Neuer Rettungsplan: EU-Billionen kommen lediglich den Finanzmärkten zugute

Die EU weiß nicht mehr weiter. In Panik wirft sie mit den Milliarden einfach so um sich - die Lobbyisten bringen sich schon in Stellung,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Massenentlassungen drohen: Österreichs Wirtschaft fährt mit voller Wucht gegen die Wand

Die österreichische Wirtschaft befindet sich - nicht nur wegen Corona - in einer schweren Krise.

DWN
Politik
Politik Nuklearmächte China und Indien mobilisieren Truppen im Himalaya

Indien und China mobilisieren Truppen an ihrer gemeinsamen Grenze. Die beiden Nuklearmächte wetteifern seit 1962 um ein umstrittenes...

celtra_fin_Interscroller