Politik

Philippinischer Präsident verteidigt Schießbefehl gegen Drogenhändler

Lesezeit: 1 min
12.08.2016 23:25
Im Kampf gegen den Drogenhandel hat der philippinische Präsident die Hinrichtung von Drogendealern befohlen. Soldaten und Polizisten gewährt er Straffreiheit. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses Vorgehen scharf.
Philippinischer Präsident verteidigt Schießbefehl gegen Drogenhändler

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat mit martialischen Drohungen seine unnachgiebige Linie im Kampf gegen die Drogenkriminalität bekräftigt. Die Anweisung zur Tötung von Drogendealern werde „bis zum letzten Tag seiner Amtszeit gelten, falls ich dann noch lebe“, sagte Duterte bei einer Presskonferenz in seiner Heimatstadt Davao. „Ich schere mich nicht um Menschenrechte, glaubt mir“, erklärte er laut dem vom Präsidentenpalast veröffentlichten Redemanuskript. „Ich führe einen Krieg.“

Beamte und Politiker, die im Drogenhandel verwickelt seien, stünden ganz oben auf der Liste. Duterte sicherte Soldaten und Polizisten mit dem Schießbefehl, die während ihrer Einsätze Menschen töten, Straffreiheit zu. Nach Angaben der Polizei wurden seit Dutertes Amtsantritt etwa 400 mutmaßliche Drogendealer getötet. Medienberichten zufolge wurden zudem hunderte andere Verdächtige von Bürgerwehren umgebracht, die Gesamtzahl der Toten liegt demnach bei 800.

Den Vorwurf seiner Gegner, die Polizei habe Beschuldigte bei Massenhinrichtungen exekutiert, wies Duterte in seiner Rede zurück. Der langjährige Bürgermeister von Davao hatte die Präsidentenwahl im Mai mit dem Versprechen gewonnen, die Kriminalität im Land binnen sechs Monaten auszurotten, indem er zehntausende Kriminelle tötet. Die UNO und Menschenrechtsorganisationen verurteilten Dutertes Vorgehen und warfen ihm vor, außergerichtliche Hinrichtungen von Kriminellen zu befürworten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der weltweite Einfluss von Bill Gates auf die Medien  

Microsoft-Gründer Bill Gates war während der Pandemie in vielen Medien präsent. Weniger bekannt sind seine zahlreichen Spenden an...

DWN
Finanzen
Finanzen Abkopplung vom Dollar: Indischer Großkonzern kauft russische Kohle mit chinesischem Yuan

Die Instrumentalisierung des Dollars zu geopolitischen Zwecken führt verstärkt zu Gegenmaßnahmen.

DWN
Finanzen
Finanzen Starker Rubel: Russland zieht Kauf von Devisen befreundeter Länder in Betracht

Weil der Rubel immer teurer wird, setzt Russland auf Fremdwährungen. Die Moskauer Börse hat in dieser Woche den Handel bereits...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

DWN
Politik
Politik Russische Diamanten sollen sanktioniert werden

Die westliche Sanktionsliste gegen Russland wird offenbar um ein weiteres Asset erweitert. Bisher treffen Verbote des Diamantenhandels nur...

DWN
Deutschland
Deutschland Streik in NRW: Kräfte-verschleißender Machtkampf an den Uni-Kliniken

In NRW spitzt sich ein seit Wochen andauernder, harter Kampf zwischen Arbeitgeber und Krankenhauspersonal zu. Seit Wochen herrscht in allen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rezession voraus: Geschäftsklima trübt sich europaweit ein

Unternehmen und Bürger rechnen zunehmend mit Gegenwind und wollen Investitionen verschieben.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl rüstet sich gegen Cyber-Attacken

Die Schwarz-Gruppe will sich künftig besser gegen Angriffe von außen schützen.