Finanzen

Rezession kündigt sich an: US-Insolvenzen steigen deutlich

Lesezeit: 1 min
22.08.2016 01:33
Die Zahl der Insolvenzen in den USA stieg im laufenden Jahr deutlich an. Zur Jahresmitte hatten schon mehr Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären müssen als im gesamten Jahr 2015. Mehr Insolvenzen gab es zuletzt nur im Krisenjahr 2009.
Rezession kündigt sich an: US-Insolvenzen steigen deutlich
Die Anzahl großer Insolvenzen weltweit. (Grafik: Standard & Poor’s)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Einem Bericht der Rating-Agentur Standard & Poor’s zufolge steigt die Zahl der bankrotten US-Unternehmen in den USA stark an. Ende Juni lag diese demzufolge bei 100 – die gesamte Konkursmasse stieg auf über 150 Milliarden Dollar. Mittlerweile, so der Finanzblog Zerohedge, sind sogar 113 Firmen betroffen.

Damit mussten bereits Mitte des laufenden Jahres mehr Unternehmen Insolvenz anmelden als im gesamten vergangenen Jahr. Standard & Poor’s zufolge „liegt deren Anzahl 57 Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraumes. Das letzte Mal, als die Zahl der Insolvenzen zu diesem Zeitpunkt des Jahres höher lag, war im Krisenjahr 2009 mit 208.“ In diesem Sinne können die Daten als Hinweis auf eine bevorstehende Rezession verstanden werden.

Als Hauptgrund für die zunehmenden Pleiten nennt die Rating-Agentur den Verfall des Erdölpreises. Dieser habe der amerikanischen Fracking-Industrie schweren Schaden zugefügt und viele kleinere Firmen vom Markt genommen.

Die Prognose ist indes negativ. Standard & Poor’s geht davon aus, dass die Insolvenzrate in den USA im vorausliegenden Jahr um etwa 30 Prozent zunehmen und Ende Juni 2017 bei etwa 5,6 Prozent liegen wird. In diesem Zeitraum werden voraussichtlich weitere 99 Firmen der Erdölbranche Insolvenz anmelden müssen. Dies wäre deutlich höher als die 79 Firmen, die bis Ende Juni 2016 aus der Ölwirtschaft Konkurs anmeldeten.

An den Anleihe- und Aktienmärkten macht sich der negative Trend bislang nicht bemerkbar. Ganz im Gegenteil, der breit gefasste S&P 500-Index stieg im laufenden Jahr um rund 8 Prozent und befindet sich auf dem Niveau eines Allzeit-Rekordes. „Während die Insolvenzen wahrscheinlich zunehmen werden, sind Investoren Aktien und Anleihen gegenüber positiv eingestellt. Der Unterschied zwischen den Renditen der ausfallgefährdetsten und der sichersten Anleihen fiel auf 5,6 Prozent – verglichen mit über 8 Prozent im Februar. Der Hauptgrund für den Anstieg der Anleihe-Preise sind die neuesten Interventionen der EZB und der Bank of England, welche aggressiv Unternehmensschulden aufkaufen und Investoren dadurch zwingen, Rendite in riskanteren Anlagen zu suchen“, schreibt Zerohedge.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Ukraine: Deutschland soll sich selbst das Gas abdrehen

Der ukrainische Netzbetreiber fordert von Deutschland, sich selbst schweren Schaden zuzufügen.

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Der Great Reset ist ein großer Schwindel - das Weltwirtschaftsforum gehört aufgelöst

Lesen Sie heute den zweiten Teil des Interviews, das DWN-Autor Ralf Paulsen mit Alfred de Zayas, dem ehemaligen Sekretär der...

DWN
Politik
Politik Putins Tauschbörse: Getreideexporte aus der Ukraine gegen Aufhebung der Sanktionen

Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert mit dem italienischen Regierungschef Mario Draghi.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Kubicki deckt auf: Grundrechte der Deutschen wurden jahrelang auf Basis von Behauptungen beschnitten

Die Deutschen wurden in den vergangenen zwei Jahren offenbar auf Basis bloßer Behauptungen von RKI und Gesundheitsministerium gegängelt....

DWN
Politik
Politik China wirft NATO und USA Einmischung, Übertreibung und Doppelmoral vor

Die USA versuche, so der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin, "Chinas Entwicklung einzudämmen und zu unterdrücken und die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chinesische Frachten zu teuer: Turbulenzen auf hoher See

Nicht nur gebrochene Lieferketten, sondern auch die globalen Frachtpreise bereiten deutschen Unternehmen Kopfzerbrechen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Aktionär will Elon Musk und Twitter verklagen

Dem Tech-Milliardär droht nun eine Sammelklage aufgrund seiner Vorgehensweise bei der geplanten Twitter-Übernahme.