Clinton-Stiftung hat Millionen von Saudi-Arabien erhalten

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
03.11.2016 02:56
Das Königreich Saudi-Arabien hat der Stiftung von Hillary und Bill Clinton mehrere Millionen Dollar gespendet.
Clinton-Stiftung hat Millionen von Saudi-Arabien erhalten

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Königreich Saudi-Arabien hat der Clinton-Foundation mehrere Millionen Dollar gespendet. Wie aus einer Aufstellung der Stiftung hervorgeht, habe es sich dabei um einen Gesamtbetrag zwischen 10 und 25 Millionen Dollar gehandelt. Die Zahlungen der Spenden sollen bis zum Jahr 2014 abgewickelt worden sein, als Hillary Clinton ihre Kandidatur zur US-Präsidentin vorbereitete, berichtet der Journalist Glenn Greenwald von The Intercept.

„Obwohl es nichts spendete, während sie amerikanische Außenministerin war, hat das saudische Regime zwischen 10 und 25 Millionen Dollar an die Clinton-Foundation gezahlt und die Spenden liefen bis zum Jahr 2014, als sie ihre Präsidentschaftsbewerbung vorbereitete. Eine ‚Freunde Saudi-Arabiens‘ genannte Gruppe – welche von einem saudischen Prinzen mitfinanziert wurde – spendete zudem einen Gesamtbetrag zwischen einer und 5 Millionen Dollar“, schreibt Greenwald.

Auch andere Monarchien vom Arabischen Golf haben der Stiftung offenbar hohe Millionenbeträge zukommen lassen, wie aus Auflistungen der Clinton Foundation hervorgeht. Qatar spendete demzufolge einen Gesamtbetrag zwischen einer und 5 Millionen Dollar, ebenso wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Kuwait überwies offenbar zwischen 5 und 10 Millionen Dollar.

Greenwald wirft die Frage auf, warum Staaten wie Saudi-Arabien vor allem der Clinton-Stiftung spenden, obwohl es weltweit dutzende gemeinnützige Organisationen gäbe, die ähnliche Ziele verfolgen. „Eigenartigerweise scheinen sie sehr motiviert zu sein, Millionen an die Stiftung der Clintons zu überweisen, aber nicht an ähnliche Organisationen. Warum ist das so? Wodurch könnte das erklärt werden?“, schreibt Greenwald. Offenbar gehe es darum, so Greenwald, einen bevorzugten Zugang zur möglichen nächsten US-Präsidentin zu erhalten.

Ein weiteres Motiv seien lukrative Geschäfte, die in der Vergangenheit mit den Golfmonarchien abgeschlossen wurden. Wie die International Business Times schreibt, habe das US-Außenministerium unter Hillary Clinton im Jahr 2011 einen besonders umfangreichen Waffenverkauf an Saudi-Arabien ermöglicht.

Die finanziellen Verbindungen zu Staaten wie Saudi-Arabien sind bemerkenswert, weil diese extrem autoritären Länder häufig gegen Menschenrechte verstoßen, welche die Clinton-Stiftung schützen will. „Die Clinton Foundation hat viele Millionen Dollar von Staaten erhalten, welche das Außenministerium – vor, während und nach Hillary Clintons Zeit als Außenministerin – für Vergehen gegen die geschlechtliche Gleichstellung und andere Menschenrechte kritisiert hat. Dazu zählen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait, Oman, Brunei und Algerien“, schreibt die New York Times.

Bemerkenswert ist außerdem die Rolle von Huma Abedin, welche häufig als vertrauteste Beraterin Hillary Clintons bezeichnet wird. Wie die New York Post berichtet, hat Abedin über ein Jahrzehnt für ein Magazin gearbeitet, welches von der „Islamische Weltliga“ gegründet und herausgegeben wurde. Die Islamische Weltliga wird vom Königreich Saudi-Arabien finanziert. Chefredakteurin des Magazins ist Abedins Mutter. Die Washington Post kommt zu dem Urteil, dass es sich bei dem Magazin nicht um eine Scharia-Publikation, sondern eine seriöse wissenschaftliche Zeitschrift handle.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland „Deutschland spürt das Ende der Behaglichkeit“ – Warum Sie jetzt die DWN zum Vorteilspreis abonnieren sollten

Unser Redaktion zeigt auf, warum Sie nicht auf ein DWN-Abonnement verzichten sollten. Für das erste Jahr wird Ihnen ein besonderes Paket...

DWN
Deutschland
Deutschland Jedes fünfte Unternehmen sieht Existenz durch Corona bedroht

Jedes fünfte deutsche Unternehmen sieht sich durch die Corona-Krise gefährdet. Das geht aus einer Umfrage des ifo-Instituts hervor.

DWN
Politik
Politik Söder: Popularität der Union beruht primär auf scheidender Kanzlerin

"Die hohen Umfragewerte jetzt sind meiner Meinung nach prioritär der Bundeskanzlerin geschuldet", meint CSU-Chef Markus Söder.

DWN
Finanzen
Finanzen Kinderbonus auch für ungeborene Kinder, Alleinerziehende profitieren besonders

Die geplante Sonderzahlung von 300 Euro pro Kind soll auch für Kinder gezahlt werden, die noch im aktuellen Jahr geboren werden.

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-Ratgeber: Staatliche Unterstützung während Corona - und wie man an sie herankommt

Auch wenn es immer wieder Kritik gibt: Dass der deutsche Staat nichts unternimmt, um den Unternehmen während der Krise unter die Arme zu...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Statistiken werden in großem Stil gefälscht: In Wahrheit sind ein Drittel aller Amerikaner arbeitslos

In den offiziellen US-Statistiken werden Abermillionen von Arbeitslosen aufgrund von gezielten Tricksereien und Statistik-Fälschungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona stürzt den Kakao-Preis in einen Bärenmarkt

Der abstürzende Kakaopreis spiegelt nicht nur Angebot und Nachfrage bei dem Rohstoff selbst wider, sondern ist auch ein nützlicher...

DWN
Deutschland
Deutschland Die EU-Klimapolitik trifft die deutschen Stahlkocher zur Unzeit

Die Klima-Ziele der EU-Kommission verunsichern die Stahlindustrie. Die zunehmenden Restriktionen treffen eine Branche, welche ohnehin in...

DWN
Deutschland
Deutschland Nordrhein-Westfalen gibt Windkraft neuen Schub

Die Windenergie-Branche steht unter massivem Druck. Jetzt gibt es wieder zwei Projekte aus dem Westen Deutschlands, die für Hoffnung...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutscher Stahl: Auch heute noch das Rückgrat der Volkswirtschaft

Auch im Zeitalter der Digitalisierung bildet die Stahlbranche noch immer das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

DWN
Panorama
Panorama Die großen Viren-Epidemien kommen aus China: Ist der gewaltige Eier-Konsum der Grund?

Die großen Viren-Epidemien der letzten 100 Jahre kamen allesamt aus China. Was das mit dem gewaltigen Eierkonsum im Reich der Mitte zu tun...

DWN
Politik
Politik "Ich warne davor, sich gegenüber Peking unterwürfig zu verhalten"

Hier der zweite Teil des großen DWN-Interviews mit Fritz Felgentreu. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Obmann im Verteidigungsausschuss und...

DWN
Finanzen
Finanzen Irren die Lehrbücher? Zentralbanken pumpen Milliarden ins System - aber die Inflation bleibt aus

Seit über zehn Jahren überschwemmen die Zentralbanken die Welt mit Geld, aber die Inflation scheint auszubleiben. "Scheint", betont...

DWN
Politik
Politik Spahn treibt digitale Patienten-Akte voran: Kritik an Einführung einer „unausgereiften“ Version Anfang 2021

Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Anfang 2021 wird die elektronische Patientenakte kommen – in...

DWN
Technologie
Technologie Markt für Smartcards wächst auf über 10 Milliarden Dollar

Smartcards, die oft in großen Unternehmen als eine Art digitaler Ausweis zum Einsatz kommen, werden immer wichtiger. Die Umsätze ihrer...

celtra_fin_Interscroller