Niemals Donald Trump: Amerikaner tauschen Stimmen über Internet

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
05.11.2016 15:55
US-Wähler könne über Apple und Facebook mit ihren Stimmen handeln. Damit soll die Wahl in den „Swing-States“ beeinflusst werden, um Donald Trump zu verhindern.
Niemals Donald Trump: Amerikaner tauschen Stimmen über Internet
Der Stimmen-Handel auf dem iPhone. (Screenshot: Zerohedge)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Donald Trump verhindern: Das ist das Ziel von Internet-Aktivisten. US-Wähler verwenden eine App auf dem iPhone, mit der sie ihre Stimmen tauschen können. Damit soll die Wahl in den sogenannten „Swing-States“ beeinflusst werden.

Das Start-Up Trimian hat eine App entwickelt, mit der US-Wähler ihre Stimmen mit anderen Wählern tauschen können. Das Prinzip: Die App vernetzt User mit Usern in sogenannten Swing-States. In der Beschreibung der Gratis-App auf iTunes heißt es, sie sei für „jeden Demokraten, Republikaner, Unabhängigen, Libertären oder Grünen, der gegen Donald Trump ist“. Das Ziel: „Ob Du für Hillary Clinton, Gary Johnson oder Jill Stein bist, lass uns in einer Sache übereinstimmen: Niemals Trump.“

Die Wähler, die zum Beispiel in Florida für Jill Stein stimmen wollen, werden mit Wählern aus anderen Bundesstaaten vernetzt. Diese bieten dann an, in ihrem jeweiligen Bundesstaat für Jill Stein zu stimmen, wenn der Partner in Florida für Hillary Clinton stimmt. Damit könnte der Swing-State, der im komplizierten und unüberschaubaren US-Wahlsystem für die Wahlmänner wichtiger ist als ein anderer, für Clinton gewonnen werden.

Auf der Seite Trumptraders ist es möglich, sich über Facebook zu vernetzen. Man bekommt einen potentiellen Handelspartner zugewiesen, indem Facebook oder Apple die Daten des Partners abgleicht. Wenn die Kontaktaufnahme nicht gelingt, schlägt die App einen anderen Tauschwilligen vor.

Der Erfinder der App sagte dem New Yorker, es ginge um eine kreative Neuerfindung der amerikanischen Demokratie.

Das System kann durchaus relevant werden: Im Jahr 2000 entschieden letztlich 500 Stimmen für den Sieg von George W. Bush über Al Gore. Die Stimmen mussten monatelang immer wieder aufs Neue ausgezählt werden. Gore gestand erst knapp vor der Inauguration seine Niederlage ein.

Das System ist nach Ansicht eines Juristen in der Washington Post so lange nicht illegal, so lange man für den Stimmentausch nicht bezahlt wird oder ein Geschenk erhält. Das ist allerdings schwer zu überprüfen, zumal die Demokraten eine große Parteiorganisation haben, mit der sie ein solches Manöver durchführen kann.

Der Handel hat allerdings einen Haken: Man kann letzten Endes nicht überprüfen, ob der Partner wirklich für Clinton stimmt. Im Internet haben bereits republikanische Netzwerke aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen – um dann am Ende in dem fraglichen Swing-State für Trump zu stimmen.

Die Idee zeigt, dass der US-Wahlkampf auch ein Duell der großen Technologie-Konzerne ist. Laut Wikileaks hat Google-CEO Eric Schmidt ein eigenes Kampagnen-Programm für Clinton entworfen. Facebook und Apple unterstützen ebenfalls Clinton. Donald Trump wird dagegen vom deutschstämmigen Milliardär Peter Thiel unterstützt, der mit Palantir ein mächtiges Daten-Netzwerk aufgebaut hat, welches unter anderem für das Pentagon und die Geheimdienste arbeitet. Auch Google arbeitet eng mit dem Militär und den Diensten zusammen. Beide stehen im Wettbewerb um die lukrativen Etats der Behörden. Finanziert wird dieser Krieg der Internet-Giganten vom amerikanischen Steuerzahler.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen In Dänemark zeigen sich die desaströsen Folgen der Negativzinsen

Nirgends gibt es negative Zinssätze schon eine so lange Zeit wie in Dänemark, wo sich nun die nachteiligen Auswirkungen zeigen.

DWN
Politik
Politik DWN Eilmeldung: Anschlag auf Unterwasser-Pipeline in Syrien, Ölpest droht

In Syrien haben Unbekannte einen Anschlag auf eine Unterwasser-Pipeline begangen. Die Regierung in Damaskus versucht, den Schaden zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Großbrand hinter den Kulissen: 40 Prozent aller US-Firmen sind in die roten Zahlen gerutscht

40 Prozent aller börsennotierten Unternehmen in den USA haben in den vergangenen 12 Monaten Verluste erwirtschaftet. Einzig günstige...

DWN
Finanzen
Finanzen Sechs wichtige Banken der Eurozone unterschreiten die Kapital-Anforderungen der EZB

Nach Angaben der EZB-Bankenaufsicht sind sechs wichtige Banken der Eurozone unter die Kapital-Anforderungen der EZB gefallen.

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will kleine Centmünzen abschaffen

Die EU-Kommission plant, die Ein- und Zwei-Centmünzen abzuschaffen.

DWN
Politik
Politik Epstein-Skandal: FBI will Prinz Andrew befragen, dieser taucht ab

In der Affäre um den Handel mit und die Prostitution minderjähriger Mädchen um den verstorbenen Jeffrey Epstein ist Prinz Andrew ins...

DWN
Technologie
Technologie „Kalte Enteignung“: Wie Anwohner unter Windkraft-Parks leiden

In Deutschland soll es rund 1000 Bürgerinitiativen gegen den Neubau von Windrädern geben - nicht ohne Grund: Betroffene berichten von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft TurkStream: Russland liefert die erste Milliarde Kubikmeter Gas in die Türkei

Das türkisch-russische Pipeline-Projekt TurkStream ist in vollem Gange. Die erste Milliarde Kubikmeter Erdgas wurde in die Türkei und an...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie sich der Osten der EU gegen den Euro stemmt

Die Zustimmung der Europäer zum Euro hat Rekordwerte erreicht. Die östlichen EU-Mitgliedsstaaten Polen, Tschechien und Ungarn bleiben...

DWN
Politik
Politik SPD muss Wert ihres Firmen-Imperiums deutlich nach unten korrigieren

Der Wert der Unternehmensbeteiligungen der SPD ist deutlich gesunken gesunken. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen...

DWN
Deutschland
Deutschland „Bullen jagen“: Linksradikale Demonstration in Leipzig eskaliert

Deutschlands Hauptstadt des Linksradikalismus macht wieder von sich reden.

DWN
Politik
Politik Bulgarien bereitet Ausweisung von russischen Diplomaten vor

Zwei russische Diplomaten, denen Spionage vorgeworfen wird, sollen aus Bulgarien ausgewiesen werden. Die US-Botschaft in Sofia unterstützt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Immer pessimistischer: Drucker rechnen 2020 mit weiteren Ertragsrückgängen

Die Druckindustrie kommt einfach nicht in Schwung: Die deutschen Manager gehen überwiegend davon aus, dass die Erträge im laufenden Jahr...

DWN
Deutschland
Deutschland Polnische LOT rettet den bankrottreifen Ferienflieger Condor

Der finanziell angeschlagene Ferienflieger Condor hatte noch bis Ende März Zeit, einen neuen Investor zu finden - ansonsten hätte ein...

celtra_fin_Interscroller