USA: Arbeitsmarkt wird vom Lohn-Dumping geprägt

Der US-amerikanischen Arbeitsmarkt boomt vor allem im Niedriglohnbereich. Viele kämpfen ums Überleben.

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Private Unternehmen und der amerikanische Staat schufen im Oktober insgesamt 161.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington laut Reuters bekanntgab. Die Zahlen lagen unter den Erwartungen, Experten hatten einen stärkeren Jobaufbau erwartet. Doch laut revidierten Daten fiel das Plus im September mit 191.000 weitaus höher aus als zunächst ermittelt. Die Erwerbslosenquote sank im Oktober zudem auf 4,9 Prozent.

Obwohl der Wert von 4,9 Prozent eine der niedrigsten Arbeitslosenmarken seit acht Jahren darstellt, bleiben die Bezieher von Lebensmittelmarken auf einem Rekordhoch. Dieses ist seit der Krise zwischen 2007 und 2009 konstant, obwohl sich die offizielle Arbeitslosigkeit in der Zeit halbiert habe, schreibt Bloomberg. Etwa 45,4 Millionen Amerikaner, etwa ein Siebtel der Bevölkerung, bezieht Lebensmittelmarken, so die aktuellsten Zahlen aus dem Oktober 2015. Die Arbeitslosigkeit lag bei 5 Prozent in diesem Monat. Das letzte Mal, als die Arbeitslosigkeit auf diesem Niveau war, im April 2008, waren 28 Millionen Amerikaner auf die Lebensmittelmarken angewiesen. Das Programm kostete der US-Regierung weniger als die Hälfte von dem, was in diesem Jahr aufgebracht werden muss.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt stellt sich deshalb alles andere als optimal dar. Dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump zufolge steht die amerikanische Wirtschaft vor einer schweren Rezession. Ein überbewerteter Aktienmarkt und ein viel schlechter als offiziell ausgewiesener Arbeitsmarkt seien die Vorboten dafür, sagte er der Washington Post.

Auch die Bremer Landesbank bewertet die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt kritisch und verweist dabei auf alternative Berechnungsmethoden für die Arbeitslosigkeit in den USA:

Trump sieht die Arbeitslosenquote um ein Vielfaches höher (bis zu 20 Prozent). Bezüglich der statistischen Erfassung von vor 25 Jahren trifft das den Kern (Shadow Government Statistics von John Williams).

Der US-Arbeitsmarktbericht setzte grundsätzlich positive Akzente bezüglich der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer. Laut BLS wurden 215.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Die Prognose lag bei 205.000 Jobs. So weit zur quantitativen Analyse. Die Qualität der neu geschaffenen Stellen lässt weiter zu wünschen übrig. Circa 65 Prozent der Jobs wurden im Niedriglohnsektor generiert. Die Wochenarbeitszeit verharrte bei 34,4 Stunden. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,3 nach zuvor -0,1 Prozent zu. Die Partizipationsrate am US-Arbeitsmarkt nahm um 0,1 auf jetzt 63,0 Prozent zu. Damit kam es hier seit 09/2015 zu einer Verbesserung ausgehend von 62,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote, der wir wie Herr Trump wenig Beachtung schenken, legte von 4,9 auf 5,0 Prozent zu.

 

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