Gerüchte schieben Ölpreise an

Gerüchte um eine Einigung der Opec auf eine Deckelung der Förderung haben die Ölpreise angetrieben. Selbst wenn eine Einigung erreicht wird, dürften die Preise jedoch unter Druck bleiben.

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Spekulationen auf eine Obergrenze für die Ölproduktion haben die Preise für den Rohstoff wieder in Richtung der psychologisch wichtigen 50-Dollar-Marke getrieben, berichtet Reuters. Ein Fass der richtungsweisenden Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich am Montag um drei Prozent auf 48,27 Dollar, das war der höchste Stand seit drei Wochen. US-Leichtöl WTI kostete mit 46,96 Dollar 2,8 Prozent mehr. Investoren spekulierten darauf, dass sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) beim Treffen Ende des Monats auf eine Fördergrenze einigen. „Möglicherweise ist die Opec einer Einigung einen entscheidenden Schritt näher gekommen“, schrieben die Rohstoff-Experten der Commerzbank in einem Kurzkommentar.

Insidern zufolge sollen die Opec-Länder dem Iran angeboten haben, seine Produktion bei 3,92 Millionen Barrel pro Tag konstant zu halten. Der Streit über eine solche Obergrenze für den Iran, der nach dem Wegfall von Subventionen erst vor kurzem wieder an die Ölmärkte zurückgekehrt ist, hat Gespräche zwischen den Ölproduzenten über eine Fördergrenze lange blockiert. Der iranische Opec-Gesandte zeigte sich zuversichtlich, dass bei dem Treffen am 30. November eine Produktionsgrenze vereinbart wird.

Rohstoffexperte Craig Erlam von der Handelsplattform Oanda blieb dennoch skeptisch. „Ob sich diese losen Vereinbarungen auch wirklich in die Tat umsetzen lassen, muss man sehen“, sagte er. Die Differenzen zwischen wichtigen Opec-Staaten seien nach wie vor sehr hoch.

In der Vergangenheit hatten Spekulationen und Gerüchte mehrfach den Ölpreis unterstützt, ohne dass es zu einer Einigung gekommen sei. Selbst wenn die Opec ihre Förderung deckelt ist ein Ende des globalen Überangebots nicht in Reichweite, da das derzeitige Förderniveau im langjährigen Vergleich sehr hoch ist und die Lager voll sind.

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