Tages- und Festgeldrechner präsentiert von ZINSPILOT

 

Volle Lager: Hedgefonds wetten auf sinkende Ölpreise

Lesezeit: 1 min
03.08.2016 00:12
Die Ölpreise geben seit einigen Wochen wieder deutlich nach. Befeuert wird die Entwicklung auch von Wetten institutioneller Investoren und Hedgefonds. Die Notierungen könnten schon bald wieder die Schwelle von 40 Dollar nach unten durchbrechen, sagen Beobachter.
Volle Lager: Hedgefonds wetten auf sinkende Ölpreise

Ein weltweites Überangebot und hohe Lagerbestände belasten die Preise für Erdöl. Die Notierungen für die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI lagen am Dienstag zwischen 40 und 42 Dollar pro Barrel. Am Montag war die Notierung für WTI-Öl zum ersten Mal seit April wieder unter die Marke von 40 Dollar pro Barrel gefallen. Seit Anfang Juni haben die Preise um rund 20 Prozent nachgegeben.

Die Opec-Länder weiteten ihre Produktion im Juli um etwa 100.000 Barrel pro Tag aus und zementierten dadurch die hohen Lagerbestände. Außerdem wurden in den USA im Juli 44 neue Ölplattformen in Betrieb genommen - so viele in einem Monat wie seit zwei Jahren nicht mehr, berichtet Reuters. In den USA haben Lagerbestände von Erdöl und derivativen Produkten wie Benzin und Diesel inzwischen einen historischen Höchststand von 2,08 Milliarden Barrel erreicht, meldet oilprice.com

„Die Preise werden unter Druck bleiben“, sagte Commerzbank-Rohstoffanalyst Eugen Weinberg. „Wir glauben aber, dass sie bei 40 Dollar einen Boden finden werden und bis zum Jahresende wieder auf 50 Dollar steigen.“ Auch Experten der französischen Bank Société Generale sehen die Überkapazitäten in der zweiten Jahreshälfte schwinden.

Neben dem zu hohen Angebot drückt eine schwache globale Nachfrage auf die Preise. „Die Marktstimmung ist angeschlagen. Die Finanzanleger ziehen sich weiter aus dem Ölmarkt zurück und verstärken somit den Abgabedruck“, schreiben Commerzbank-Analysten in einer Kurzstudie. „Es wird immer häufiger davon gesprochen, dass sich die Preise unter 40 Dollar bewegen werden und als Folge davon ziehen sich die Investoren zurück“, wird ein Beobachter von Bloomberg zitiert.

Spekulanten beginnen derweil, auf weiter sinkende Notierungen zu wetten. In der Woche zum 19. Juli stieg die Anzahl der Wetten auf fallende WTI-Preise auf ein neues Jahreshoch, berichtet Bloomberg. Parallel dazu sank der Umfang der Wetten auf steigende Preise – er ist nun mit dem Niveau von März vergleichbar. In der Woche zum 19. Juli sank der Kurs von WTI um fast 5 Prozent. Im Markt für Brent-Öl sank die Anzahl von Wetten auf steigende Preise um fast 5.800 Stück, berichtet Bloomberg.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Deutsche U-Boote und Fregatten: Garanten unserer Freiheit

Die Deutsche Marine ist keine reine Manöver-Flotte mehr. Im zweiten Teil des DWN-Interviews berichtet Marine-Inspekteur Vizeadmiral...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde beschwert sich über die Undankbarkeit der Sparer

EZB-Chefin Lagarde beschwert sich darüber, dass die Sparer gegen Negativzinsen sind. Die Sparer sollten schon glücklich sein, wenn sie...

DWN
Politik
Politik Türkei wird wichtiger Akteur auf dem weltweiten Rüstungsmarkt

Die Türkei entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur auf dem internationalen Rüstungsmarkt. So soll Pakistan bald 30 Helikopter und vier...

DWN
Technologie
Technologie Deutschland gehört zu den zehn führenden Wasserstoff-Nationen

Weltweit gibt es zehn Nationen, die mehr oder weniger erfolgreich im Bereich der Wasserstofftechnologie aktiv sind. Zu diesen gehört auch...

DWN
Politik
Politik Afghanistan entwickelt sich zur neuen Hochburg des IS

Afghanistan entwickelt sich mittlerweile zur neuen Hochburg des IS. Die Terror-Miliz stellt eine direkte Gefahr für Chinas...

DWN
Deutschland
Deutschland Databyte: 2019 zeichnet sich bislang durch viele Neugründungen aus

Einer Untersuchung des Analysehauses databyte zufolge gab es im laufenden Jahr überdurchschnittlich viele Neugründungen.

DWN
Finanzen
Finanzen UBS: Reiche Kunden erwarten Markt-Einbruch im nächsten Jahr

Laut einer aktuellen UBS-Umfrage unter tausenden reichen Investoren erwarten die meisten von ihnen für das kommende Jahr einen...

DWN
Technologie
Technologie Ein Tesla-Unfall erschüttert das Märchen von der umweltfreundlichen E-Mobilität

Ein Unfall eines Tesla-Fahrers in Österreich wirft ernste Fragen für die gesamte Elektroauto-Branche auf. Zuerst musste der Wagen drei...

DWN
Politik
Politik Halbzeitbilanz der GroKo: „Selbstzerfleischung ist kein Privileg der SPD mehr“

Das Verhältnis der GroKo ist zerrüttet. An Trennung führt eigentlich kein Weg vorbei. Doch dann käme es zu Neuwahlen, bei denen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Tech-Giganten im Gesundheitswesen: Bessere Vorsorge oder Totalüberwachung?

Die großen Technologiekonzerne dringen mit ihren Anwendungen in das Gesundheitswesen vor. Neben großen Vorteilen zur Vorbeugung von...

DWN
Politik
Politik Bundestag beschließt CO2-Sondersteuer: Auf den Mittelstand kommen schwere Zeiten zu

Der Bundestag hat die Sondersteuer auf die Emissionen des natürlichen Gases Kohlenstoffdioxid beschlossen. Besonders darunter leiden...

DWN
Deutschland
Deutschland Tesla-Fabrik in Brandenburg: Ihre Insolvenz wäre Deutschlands Segen

Über den geplanten Bau der Giga-Fabrik von Tesla in Brandenburg herrscht großer Jubel. Was kaum jemand bedenkt: Von der Fabrik würde...

DWN
Finanzen
Finanzen Daimler unter Ola Källenius: Ein Weltkonzern auf dem Rückzug an allen Fronten

Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius hat tiefe Einschnitte angekündigt. Die geplanten Maßnahmen lesen sich wie ein Rückzug...

DWN
Finanzen
Finanzen Analysen: Weltwirtschaft so schwach wie am Ende der letzten globalen Rezession

Umfragen der wichtigen Datenanbieter Ifo und IHS Markit zeichnen ein düsteres Bild der Weltwirtschaft. Beiden Instituten zufolge befinden...

celtra_fin_Interscroller