Deutsche Mittelständler haben gute Erfahrungen mit China

Chinesischen Investoren behandeln deutsche Unternehmen offenbar gut und halten Zusagen ein. Doch kann ein Verkauf an Chinesen auf unerwartete, politische Schwierigkeiten stoßen.

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Die meisten deutschen Mittelständler haben gute Erfahrungen mit Investoren aus China gemacht. Investitionszusagen würden eingehalten, Tarifverträge blieben gültig und die neuen Teilhaber oder Eigentümer den bisherigen Standorten treu, sagte Mario Ohoven von der Lobbyvereinigung BVMW laut dpa. Tatsächlich schätzen die Chinesen die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes, das Interesse „konzentriert sich auffällig auf hochinnovative deutsche Mittelständler.“ Dies gelte vor allem für Firmen aus der Technologie- und Softwarebranche und aus dem Energiesektor.

Die Mittelständler ersuchen die Bundesregierung daher um Rückdeckung bei Übernahmeversuchen ausländischer Investoren. Dies soll aus einer Umfrage des Verbandes BVMW unter 1400 Firmen hervorgehen, über die Reuters berichtet. Auf die Frage, ob der Bund Übernahmen mittelständischer Betriebe in sicherheitsrelevanten Branchen durch ausländische Investoren schärfer kontrollieren und notfalls untersagen sollte, antworteten 37 Prozent mit „ja“ und 47 Prozent mit „eher ja“. Die Einkaufstour der Chinesen spreche für die Attraktivität des Mittelstands, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven. „Ich halte es dennoch für gut, dass die Bundesregierung ein wachsames Auge auf die Deals mit Peking hat.“

Niemand habe Interesse an einem Handelskrieg mit China, allerdings dürfe Marktöffnung keine Einbahnstraße sein. So wolle Peking etwa mit einer Quote deutsche Autobauer vom heimischen Markt für Elektroautos fernhalten, sagte Ohoven. Und wenn ein deutscher Unternehmer in China investieren wolle, stelle ihm die Regierung zwangsweise einen chinesischen Partner zur Seite. „Hier müssen faire Bedingungen für alle gelten“, sagte Ohoven. „Der Mittelstand erwartet von der Bundesregierung, dass sie Peking dies klarmacht.“

Zuletzt hatte Chinas Übernahmehunger für Schlagzeilen gesorgt. Der geplante Kauf des deutschen Technologie-Konzerns Aixtron durch den chinesischen Investor Fujian Grand Chip Investment (FGC) scheiterte allerdings. Wegen Sicherheitsbedenken zog erst Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine bereits erteilte Unbedenklichkeitserklärung zurück – nachdem die US-Geheimdienste ihm das nahegelegt hatten. Schließlich verweigerte US-Präsident Barack Obama seine Zustimmung für die Übernahme der amerikanischen Aixtron-Tochter und damit zum gesamten Deal. FGC gab seine Pläne danach auf.

Für die Unternehmer bedeutet dies ein Problem: Sie sind nicht mehr frei, über ihr Eigentum zu verfügen und müssen bei einem möglichen Unternehmensverkauf mit Hürden rechnen, die nichts mit ihrer unternehmerischen Leistung zu tun haben. Die Bundesregierung argumentiert dagegen, dass die Chinesen über die staatlichen Finanzierung überhöhte Preise bezahlen könnten und somit der Wettbewerb gegenüber anderen Kaufinteressenten verzerrt werde.

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