Bundesregierung bereitet Gegenmaßnahmen zu US-Zöllen vor

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
13.03.2017 15:30
Die Bundesregierung bereitet Gegenmaßnahmen für den Fall vor, dass die US-Regierung mit der Idee von Einfuhrzöllen ernst macht. Allerdings würde ein Teil dieser Maßnahmen zu Verlusten für den deutschen Staatshaushalt führen.
Bundesregierung bereitet Gegenmaßnahmen zu US-Zöllen vor

Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++WERBUNG+++

[vzaar id="2845103" width="600" height="338"]

Die Bundesregierung bereitet sich auf den Fall von Importsteuern in den USA vor: Im Kanzleramt, Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium werden dem Bericht zufolge Gegenmaßnahmen vorbereitet, sollten die USA etwa eine Grenzausgleichsteuer einführen. Diskutiert werde etwa darüber, in diesem Fall deutschen Exportfirmen die in den USA anfallende Steuer auf ihre Steuerschuld in Deutschland anzurechnen.

Das würde bedeuten, dass dem deutschen Haushalt erhebliche Steuereinnahmen verloren gehen, weil die Unternehmen entsprechend höhere Beiträge an den US-Finanzminister abführen müssen. Es ist unklar, ob Deutschland seinerseits eine Importsteuer für US-Unternehmen verhängen würde.

Der Zusammenhang ist über die Umsatzsteuer zu sehen: Derzeit sind Umsätze in die USA steuerfrei. Vorsteuerabzug gibt es aber trotzdem, sodass schon jetzt deutsche Exporte dorthin subventioniert werden. Wenn man dann noch die auf den US-Endkunden zielende Steuer abzugsfähig oder sogar die Steuerschuld reduzierend machen würde, würde nach Einschätzung von Beobachtern die Subvention weiter steigen.

Die SPD geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn der amerikanische Präsident über Einfuhrbeschränkungen und neue Zölle einen Handelskrieg anfangen will, muss Europa gewappnet sein“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Carsten Schneider, dem Handelsblatt. „Wir sollten dann auch Kapitalverkehrskontrollen nicht ausschließen.“ Deutschland finanziere mit seinem Kapitalexport einen Großteil das amerikanische Haushaltsdefizit. „Wenn Trump nicht einlenkt, müssen wir bereit sein zu handeln“, sagte Schneider.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Freitag nach Washington. Es ist ihr erstes Treffen mit Trump seit dessen Amtsübernahme im Januar. Die CDU-Chefin hat sich schon mehrfach gegen protektionistische Tendenzen im Welthandel ausgesprochen. Kurz vor ihrer Reise in die USA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung deutscher Unternehmen für die amerikanische Wirtschaft betont. Ungefähr 750.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten würden durch deutsche Firmen gesichert, hinzu kämen deutlich über ein bis zwei Millionen Jobs, die von deutschen Unternehmen abhingen, sagte Merkel am Montag auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Die Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten beliefen sich auf 271 Milliarden Euro. „Auch in Deutschland hängen hunderttausende Arbeitsplätze von amerikanischen Unternehmen ab.“

Merkel wolle mit US-Präsident Trump auch über das Thema Handel reden, sagte die Kanzlerin. „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein zentraler Handelspartner für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch für die ganze Europäische Union. Dieser Handel ist für beide Seiten von Vorteil.“ Auf ihrer Reise wird die Kanzlerin von Firmenchefs begleitet, darunter die Vorstandsvorsitzenden von Siemens und BMW, Joe Kaeser und Harald Krüger. Trump hatte deutschen Firmen mit einer Einfuhrsteuer gedroht und sich protektionistisch geäußert. Vor allem der Autobauer BMW, der im Moment eine Fabrik in Mexiko baut, geriet ins Visier des US-Präsidenten.

Merkel ließ sich in München nicht in die Karten schauen, wie sie Trump vom Freihandel überzeugen will. „Das direkte Gespräch ist immer viel besser, als wenn man übereinander redet.“ Sie freue sich ausdrücklich auf den Besuch. Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), verwies auf die verzahnten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Europa. „Man kann nicht eine Einbahnstraße schließen, sondern man schließt das ganze System. Dieses Interesse kann ein Geschäftsmann nicht haben.“ Dies gelte auch, wenn der Präsident ein Geschäftsmann sei.



DWN
Marktbericht
Marktbericht Wann platzt die Immobilienblase?

Immobilien – Clever oder risikoreich in 2020?

DWN
Politik
Politik DWN Exklusiv: Zugang nach Idlib gefallen - jetzt hat Erdogans Armee freie Bahn

Die von der Türkei unterstützte Syrische Nationale Armee hat eine enorm wichtige Ortschaft erobert. Das bedeutet einen gewaltigen...

DWN
Finanzen
Finanzen Die geopolitische Verunsicherung ist Wasser auf den Gold-Mühlen

Mager-Zinsen, eine angeschlagene geopolitische Lage, ein schwacher Euro und jetzt auch noch eine viral geschwächte Weltwirtschaft: All...

DWN
Panorama
Panorama Südamerika: Hier sind deutsche Auswanderer wirklich willkommen

Südamerika ist schon seit Jahrhunderten ein Ziel für deutsche Auswanderer auf der Flucht vor Armut oder Verfolgung. Da sie sich in der...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Goldpreis steigt von Rekordhoch zu Rekordhoch

Nach einem starken Zugewinn in den letzten Handelstagen hat der Goldpreis seit Jahresbeginn insgesamt schon um mehr als 11 Prozent zulegt....

DWN
Deutschland
Deutschland «Größte Krise unserer Geschichte» - Kampfabstimmung um CDU-Vorsitz

Armin Laschet und Friedrich Merz kandidieren für den CDU-Vorsitz und beanspruchen ein Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur der Union.

DWN
Deutschland
Deutschland Berlin will knallhart gegen Bodenspekulanten vorgehen

Berlins Bürgermeister Michael Müller fordert eine hohe Steuer bei Bodenspekulationen. Dadurch soll bezahlbares Wohnen in der Hauptstadt...

DWN
Politik
Politik Griechenland: Gewaltsame Proteste gegen Bau von Migranten-Lagern

Die griechische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag auf den Inseln Lesbos und Chios Tränengas eingesetzt, um Demonstranten auseinander...

DWN
Deutschland
Deutschland Schein-Ehen bereiten deutschen Ämtern zunehmend Probleme

Kuppler verheiraten immer wieder wildfremde Menschen. Sie verdienen an denjenigen, die sich illegal ein Bleiberecht erkaufen wollen. Ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Von Bio-Kampfstoffen ausgelöst? Corona-Virus könnte sich zur globalen Epidemie ausweiten

DWN-Korrespondent Michael Bernegger hat - mit gewohnter Gründlichkeit - die neuesten Entwicklungen im Fall "Corona-Virus" analysiert....

DWN
Politik
Politik Türkei verlegt Luftverteidigungs-System und Langstrecken-Raketen nach Syrien

Die Türkei hat eine unbekannte Anzahl von Luftverteidigungs-Sytemen und Langstreckenraketen mit kurzer Reichweite in die syrische Provinz...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung beschließt Pflicht zur Passwort-Herausgabe an Ämter und Behörden

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der nicht nur soziale Netzwerke, sondern etwa auch Online-Spiele und Dating-Apps...

DWN
Finanzen
Finanzen Plötzlicher massiver Gold-Abfluss aus Großbritannien wirft Fragen auf

In den beiden letzten Monaten des vergangenen Jahres registrierten die britischen Behörden massive Exporte von Edelmetallen ins Ausland....

DWN
Deutschland
Deutschland Verkauf der Aufzugssparte von Thyssenkrupp auf der Zielgeraden

Bekannt ist Thyssenkrupp für Stahl. Geld verdient der Konzern momentan aber fast nur im Geschäft mit Aufzügen. Weil sich die Finanzlage...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Wirtschaft stagniert, Konjunkturrisiko Coronavirus

Europas größte Volkswirtschaft tritt Ende 2019 auf der Stelle. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dämpft Hoffnungen auf eine...

celtra_fin_Interscroller