Unternehmen entdecken Blockchain, Banken zögern

In vielen Unternehmen werden derzeit Jobs im Bereich der Blockchain-Technologie geschaffen.

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Die Entwicklung der Blockchain-Technologie schafft nun auch langsam einen eigenen Arbeitsmarkt: In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden bereits 42 Prozent mehr Jobs mit Blockchain-Bezug ausgeschrieben als im gesamten Jahr 2016. Besonders affin sind die IT- und Kommunikationsbranche, die Forschung sowie die Automobil- und Energiebranchen. Auffallend: Obwohl sich im Bereich der FinTechs viel tut, ist die Bankenbranche noch zögerlich.

Wie die Metajobsuchmaschine Joblift ermittelte, wurden 2017 bereits fast doppelt so viele Blockchain-Stellen geschaffen wie im gesamten Jahr 2016. Allerdings scheint das Berufsbild noch nicht geschärft zu sein: Zumeist setzen die ausschreibendenden Unternehmen ein lediglich grundlegendes Verständnis der Blockchain und Kryptographie voraus. Dies weist darauf hin, dass – aufgrund der Neuartigkeit der Technologie – eine Tätigkeit im Blockchain-Umfeld auch ohne tiefgehende Fachkenntnisse möglich ist. Diese können im Rahmen des Jobs erlernt werden, gesetzt den Fall, dass allgemeine IT-Kenntnisse, etwa in der Programmierung, vorhanden sind.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden insgesamt 80 ausgewiesene Blockchain-Experten gesucht. Obwohl die Nachfrage zunächst gering erscheint, erlebte diese einen rasanten Anstieg: Alleine 59 Prozent der untersuchten Stellen wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahres ausgeschrieben, 42 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2016. Die meisten Stellen, 29, richteten sich dabei an Entwickler, gefolgt von Beratern (acht Anzeigen) und wissenschaftlichen Mitarbeitern (sieben Ausschreibungen). Die Informations- und Kommunikationstechnologie stellte sich darüber hinaus als Branche mit dem stärksten Bedarf heraus: Ihr ist ein Viertel aller geschalteten Jobs zuzuschreiben. Dem folgt die Automobilbranche mit neun Vakanzen, Forschungseinrichtungen schrieben acht Stellen aus, der Energiesektor sechs, Beratungsunternehmen sowie die Transportbranche jeweils fünf. Die Finanzindustrie, die durch die Verwendung von virtuellen Währungen wie Bitcoin das stärkste Anwendungsfeld für die zugrundeliegende Blockchain-Technologie bietet, veröffentlichte erstaunlicherweise keine Anzeigen. Dies lässt vermuten, dass die Finanzwelt aktuell eher auf externe IT-Dienstleistern zurückgreift oder das Potenzial der Blockchain zwar erkennt, jedoch personell noch nicht abbildet.

Knapp 40 Prozent der Ausschreibungen fordern Wissen über die Blockchain – geben sich jedoch zumeist mit Grundkenntnissen zufrieden
Doch welche Voraussetzungen sollten diese Blockchain-Experten den Stellenanzeigen zufolge erfüllen? Ein klares Anforderungsprofil ergibt sich aus den Ausschreibungen, die mehr als 50 verschiedene Fachqualifikationen listen, nicht. Die wichtigste Zugangsvoraussetzung bildet dabei das Beherrschen der englischen Sprache (38 Nennungen). Dem folgen Kenntnisse der Blockchain (31-mal erwähnt), meist reicht jedoch ein grundsätzliches Verständnis der Technologie. Ähnlich verhält es sich mit Kryptographie: 25 Stellenanzeigen fordern ein grundlegendes Wissen über Verschlüsselungstechniken. Auch Programmier- kompetenzen (17-mal aufgeführt) sind für einen Blockchain-Job förderlich – die beliebtesten Sprachen bilden dabei Java mit 16, JavaScript mit sieben sowie Python mit fünf Nennungen. Erfahrungen mit agilen Entwicklungsmethoden wie Scrum finden zwölfmal Erwähnung. Was den gewünschten Abschluss angeht, so eröffnet ein Studium der Informatik (34 Nennungen), der Wirtschaftsinformatik oder der Wirtschaftswissenschaften (je zehnmal erwähnt) die besten Chancen.

Mehr als ein Drittel der Anzeigen unterstreicht die Notwendigkeit von Teamfähigkeit Mehr Einigkeit besteht bei den Persönlichkeitsmerkmalen: Insgesamt lassen sich lediglich zwölf Eigenschaften identifizieren, allen voran Teamfähigkeit – 29 Anzeigen heben diese positiv hervor. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten (23 Nennungen), Selbständigkeit (20- mal erwähnt), eine hohe Motivation sowie Lernbereitschaft (je zehnmal angeführt) zählen ebenfalls zu den häufigsten Anforderungen. Darüber hinaus scheint eine strukturierte Arbeitsweise besonders gefragt zu sein (neunmal genannt).

Joblift ist eine Metasuchmaschine für aktuell mehr als 1.000.000 Jobs aus über 100 Partnerjobbörsen. Ein klarer User-Fokus sowie eine ausgereifte Technologie stehen im Zentrum der Produktentwicklung. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Lukas Erlebach und Malte Widenka. An den beiden Standorten Hamburg und Berlin beschäftigt Joblift zurzeit ein Team von rund 40 Mitarbeitern.

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