US-Banken wegen Engagement in Venezuela in der Kritik

Mehrere US-Banken geraten wegen ihres Engagements in Venezuela unter Druck.

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Die US-Investmentbank Goldman Sachs ist wegen des Kaufs von Anleihen aus Venezuela unter Druck geraten. Goldman Sachs hatte Medienberichten zufolge Papiere des staatlichen Ölkonzerns PDVSA über einen Nennwert von 2,8 Milliarden Dollar erworben. Damit soll die Bank der Regierung des Präsidenten Nicolás Maduro indirekt finanziell unter die Arme gegriffen haben, welche politisch und wirtschaftlich unter erheblichem Druck steht.

Nicht nur Goldman hat in Venezuela Aktien gekauft: CNN berichtet, auch Bank of Amerika, Citi oder Fidelity seien Bond-Holder. All diese Banken haben venezolanische Bonds in ihren Fonds, in die Millionen Amerikaner, insbesondere Pensionsfonds, investiert haben. Interessant: Die meisten Finanz-Medien ziehen die Geschichte an Goldman auf.

Goldman tätigte den Kauf der bereits im Jahr 2014 aufgelegten Anleihen vergangene Woche durch seine Vermögensverwaltungssparte GSAM auf dem Sekundärmarkt. Dort werden Schuldverschreibungen gehandelt, die nicht neu emittiert werden, sondern bereits einen Vorbesitzer hatten. Wie das Wallstreet Journal berichtet, befand sich die Anleihe zuvor in den Händen der Zentralbank von Venezuela.

Der Grund dafür, warum Goldman Anleihen eines Landes erwirbt, das in Chaos abdriftet, liegt in der hohen Gewinnspanne und den beträchtlichen Zinsen, welche die Großbank mit der Investition einstreichen kann. Offenbar bezahlte die Bank nur 865 Millionen Dollar für die Anleihen, die einen Rückzahlungsbetrag von rund 2,8 Milliarden Dollar garantieren. Auch die Zinsen sind beträchtlich – Recherchen von Bloomberg zufolge betragen die durchschnittlichen Zinsen, die PDVSA für 2014 emittierte Anleihen zahlt, 6 Prozent. Der ehemalige venezolanische Minister und jetzige Harvard-Angestellte Ricardo Hausmann schätzt, dass Goldman mit den Papieren eine Gesamtrendite von fast 50 Prozent einstreichen kann.

Insbesondere die politische Opposition des Landes hat den Aufkauf scharf kritisiert. „Auch wenn sie sich noch so anstrengen, Goldman Sachs und seine Führungskräfte können diesen Deal nicht schönfärben. Für die Venezolaner ist er unmoralisch“, schrieb Parlamentspräsident Julio Borges am Dienstag in einem offenen Brief. Goldman hat sein Engagement damit begründet, dass die Bank auf eine erfolgreiche Zukunft des Landes wette. Im Weißen Haus sind zahlreiche Goldman-Banker tätig. Diese werden jedoch, weil sie zu Donald Trumps Team gehören, von zahlreichen Trump-Gegnern attackiert.

Seit zwei Monaten gehen fast täglich Demonstranten für oder gegen die Regierung auf die Straße. Bislang kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Oppositionellen und Regierungsanhängern 60 Menschen ums Leben, über 1000 wurden verletzt. Die Regierungsgegner werfen Maduro vor, die Demokratie auszuhöhlen. Maduro macht eine Kollaboration der Opposition mit ausländischen Agitatoren für die Destabilisierung des Landes verantwortlich.

Insbesondere die Zusammenarbeit Maduros mit Russland, China und dem Iran ist zahlreichen US-Geopolitikern ein Dorn im Auge. Jeff Duncan, ein einflussreicher Abgeordneter im US-Kongress, wies daraufhin, dass der niedrige Ölpreis als Katalysator für einen Umsturz dienen könne. Die amerikanischen Neocons befürchten, dass Russland über einige Pleiten in Venezuela plötzlich vor der Haustür der USA aufschlagen könnte. 

Die Landeswährung Bolivar ist nach Monaten dreistelliger Inflationsraten kaum noch etwas wert. Der Internationale Währungsfonds geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung Venezuelas im vergangenen Jahr um etwa 18 Prozent zurückgegangen ist. Die Regierung versucht, laufende Rechnungen mithilfe der Devisenreserven zu bezahlen, deren Umfang in den vergangenen vier Jahren von etwa 30 Milliarden Dollar auf aktuell rund 10 Milliarden Dollar gesunken ist.

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