Goldman Sachs: Handelsgeschäft bricht im zweiten Quartal ein

Der Gewinn der Investmentbank Goldman Sachs ging im zweiten Quartal zurück. Im Handelsgeschäft kam es zu einem deutlichen Einbruch.

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Die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs hat im zweiten Quartal so stark wie kaum eine andere Großbank unter den ruhigen Kapitalmärkten gelitten. Die Einnahmen aus dem wichtigen Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Devisen schrumpften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent und damit noch stärker als von Experten erwartet, berichtet die dpa. Auch dank eines besser laufenden Aktiengeschäfts konnte die Investmentbank ihren Gewinn aber noch bei etwa 1,8 Milliarden US-Dollar (1,56 Milliarden Euro) stabilisieren. Dies war jedoch immer noch ein Verlust von rund 3 Prozent verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres.

„Im zweiten Quartal hatten wir weiterhin ein durchwachsenes Umfeld“, sagte Bankenchef Lloyd Blankfein am Dienstag in New York. Bereits die Rivalen JPMorgan Chase, Citigroup und Bank of America hatten ein schwaches Anleihegeschäft vermeldet. Hintergrund ist ein ruhigeres Marktgeschehen nach turbulenten Monaten mit Brexit-Referendum und US-Präsidentschaftswahl.

Die konzernweiten Erträge – also die gesamten Einnahmen – fielen bei Goldman Sachs leicht um 1 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Anders als Universalbanken verfügt Goldman Sachs über kein klassisches Privatkundengeschäft, das Einbußen abfedern könnte. Sie konzentriert sich auf den Kapitalmarkt, große Firmenkunden und Wohlhabende.

Das Ergebnis im ersten Halbjahr war das schlechteste, seit Goldman-Chef Blankfein im Jahr 2006 zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde, schreibt Bloomberg. „Die Gewinne aus dem Handel mit Aktien und Anleihen gingen in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um etwa 10 Prozent zurück.“

Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der Investmentfonds von Goldman Sachs der FT zufolge mit massiven Kapitalabflüssen konfrontiert ist. Im bisherigen Jahresverlauf hätten Investoren geschätzt knapp 27 Milliarden Dollar aus den von Goldman Sachs Asset Management (GSAM) verwalteten Fonds abgezogen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Daten des Analysehauses Morningstar.

Einige Beobachter erkennen im Gewinnrückgang nur ein Symptom für strukturellere Probleme. „Goldman kann einen 40-prozentigen Rückgang bei festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Devisen in diesem Quartal verkraften, aber die grundlegende Skepsis bezüglich des Geschäftsmodells der Bank wird nach diesen Zahlen nicht mehr weggehen“, zitiert die Financial Times einen Analysten von Interactive Investor.

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