Russland: Zentralbank muss Großbank Otkritie retten

Die russische Zentralbank muss die von der Pleite bedrohte Großbank Otkritie retten.

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Die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina (hier noch in ihrer Zeit als Assistentin von Präsident Putin bei einer der vielen Krisen-Sitzungen), hat noch kein Rezept gefunden, um den Kapitalabfluss zu stoppen. (Foto: dpa)

Die Chefin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina. (Foto: dpa)

Russland muss die strauchelnde Großbank Otkritie retten. Die russische Notenbank erklärte am Dienstag in Moskau, sie werde einen gewichtigen Teil an dem siebtgrößten Geldhaus des Landes übernehmen. Dem Institut setzen notleidende Kredite und hohe Mittel-Abflüsse zu. Das Management habe strategische Fehler begangen, kritisierte die Zentralbank. Nun brauche Otkritie frisches Geld und die Bilanz müsse bereinigt werden. Analysten zufolge ist das Kreditinstitut wohl zu groß und einflussreich, um es zusammenbrechen zu lassen. Die russische Zentralbank stuft die Bank laut TASS als systemrelevant ein. Sie ist die achtgrößte Bank des Landes.

Der Schritt der Notenbank dürfte Sorgen um den russischen Bankensektor insgesamt schüren und Spekulationen befeuern, andere Geldhäuser könnten ähnliche Probleme haben. ING-Ökonom Dmitri Polewoi sagte, einerseits sorge die Zentralbank für Erleichterung am Markt. Andererseits stelle sich die Frage, wie gut sie ihrer Arbeit als Aufseher über die Institute nachkommt.

Otkritie ist Daten der Nachrichtenagentur Interfax zufolge gemessen an den Einlagen die größte Privatbank Russlands. Nach Angaben der Zentralbank haben Kunden angesichts sich abzeichnender Probleme bei Otkritie zwischen dem 3. Juli und dem 24. August umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro von ihren Konten abgezogen. Die US-Ratingagentur Moody’s hatte jüngst von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro zwischen Juni und Juli gesprochen, was rund 18 Prozent der gesamten Einlagen des Instituts entsprochen habe. Die Schwierigkeiten der Bank waren verstärkt in den Blickpunkt geraten, als die staatlich gestützte russische Ratingagentur Acra Otkritie Anfang Juli nur die eher schwache Einstufung „BBB-“ verlieh und der Bank eine „geringe Qualität des Kreditbestandes“ attestierte.

Die Notenbank hat sich seit längerem eine Bereinigung des Bankensektors auf die Fahnen geschrieben. Geldhäuser, die nach ihrer Einschätzung ein Risiko für das Bankensystem darstellen, können geschlossen werden. Erst im Juli wurde der Yugra Bank, die zu den größten 20 Instituten des Landes gehörte, die Lizenz entzogen. Die Notenbank hatte ihr Bilanzfälschung vorgeworfen.

Die Zentralbank ließ offen, mit welchem Anteil sie bei Otkritie einsteigt. Das Geldhaus gehört zu 65 Prozent der Otkritie Holding, die im Besitz von hochrangigen Managern unter anderem des Ölkonzerns Lukoil und der Bank VTB ist.

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