Stahlkocher protestieren gegen Fusion von ThyssenKrupp mit Tata

In Bochum protestieren tausende Stahlarbeiter gegen die Fusionspläne von ThyssenKrupp mit Tata.

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Demonstranten tragen begalische Feuer am 22.09.2017 in Bochum bei einer Kundgebung, zu der Betriebsrat und IG Metall aufgerufen haben. (Foto: dpa)

Demonstranten tragen begalische Feuer am 22.09.2017 in Bochum bei einer Kundgebung, zu der Betriebsrat und IG Metall aufgerufen haben. (Foto: dpa)

Rund 7500 Menschen haben am Freitagmorgen in Bochum gegen die Pläne von ThyssenKrupp protestiert, die traditionelle Stahlsparte des Konzerns mit dem Konkurrenten Tata Steel zu fusionieren, berichtet AFP. Der Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, forderte die Konzernspitze auf, transparent über die Folgen der Fusion zu informieren, und verlangte Sicherheiten für die Beschäftigten. Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte laut Redetext, es dürfe keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Giesler sagte, die Arbeitnehmer seien „nicht davon überzeugt, dass die Fusion mit Tata der beste und richtige Weg für ThyssenKrupp Steel ist“. Die Fragen seien mehr geworden und nicht weniger. Er forderte „belastbare Zukunftskonzepte für ThyssenKrupp und die Stahlsparte und keine Bad Bank Stahl“.

ThyssenKrupp mache nach wie vor guten Gewinn mit seinen Stahlwerken, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter weiter. Der Konzernspitze gehe es ausschließlich darum, die Interessen der Finanzmärkte zu befriedigen, „indem Schulden, die aus Managementfehlern der letzten Jahre entstanden sind, in das neue Unternehmen abgewälzt werden“.

ThyssenKrupp und Tata Steel hatten am Mittwoch eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten unterzeichnet. ThyssenKrupp und Tata wollen gemeinsam den nach ArcelorMittal zweitgrößten Stahlproduzenten Europas schmieden und dabei bis zu 4000 Arbeitsplätze abbauen.

Auch Arbeitsministerin Nahles verlangte auf der Kundgebung in Bochum, die Zahlen und Fakten müssten auf den Tisch. Sitz des Arbeitgebers müsse Deutschland bleiben, es dürfe keinen „Ausverkauf bei der Mitbestimmung“ geben. Die Frage des Unternehmenssitzes sei von „zentraler Bedeutung“. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat angekündigt, dass die Niederlande Sitz des geplanten gemeinsamen Unternehmens sein sollen.

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