Neues Gesetz unbekannt: Deutsche scheuen Wechsel der Bank

Ein neues Gesetz soll den Wechsel von einer zur anderen Bank erleichtern. Doch die Kunden wissen nichts von dem Gesetz - und zahlen weiter hohe Gebühren.

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Euroscheine. (Foto: dpa)

Euroscheine. (Foto: dpa)

Trotz der seit einem Jahr geltenden gesetzlichen Kontowechselhilfe bleiben die Verbraucher einer Umfrage zufolge ihrem Kreditinstitut treu. Das Instrument ist außerdem 61 Prozent der Befragten unbekannt, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage laut AFP mitteilte. Demnach wechselten im vergangenen Jahr nur zwei Prozent der Verbraucher ihr Konto. Von ihnen nutzten nur zwölf Prozent die gesetzliche Kontenwechselhilfe.

Die Hilfe beim Kontowechsel ist im Zahlungskontengesetz geregelt. Seit September 2016 sind Banken dazu verpflichtet, den Wechsel eines Kunden zu einem anderen Geldinstitut zu erleichtern. Mit dem Gesetz sollten mehr Transparenz und Möglichkeiten geschaffen werden, damit der Kunde das für ihn beste Konto finden kann. Dadurch soll auch der Wettbewerb gefördert werden.

Verbraucher haben seitdem einen Anspruch darauf, dass die neue und die alte Bank zusammenarbeiten, um den finanziellen und bürokratischen Aufwand des Wechsels zu senken. Sie sollen die nötigen Informationen zur Verfügung stellen, damit bei Überweisungen, Daueraufträgen und Lastschriftmandaten der Übergang reibungslos läuft. So muss die bisherige Bank zum Beispiel eine Übersicht aller Buchungen der vergangenen 13 Monate liefern, die neue Bank soll alle Zahlungspartner schriftlich unterrichten.

Wechseln Kunden die Bank, dann vor allem wegen hoher Gebühren und weil sie unzufrieden mit dem Service sind, wie der vzbv herausstellte. Dazu passend gaben 72 Prozent der Befragten an, die Zufriedenheit beim aktuellen Kreditinstitut halte sie von einem Wechsel ab. Forsa befragte zwischen Mitte und Ende August 1800 repräsentativ ausgesuchte Erwachsene.

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