Investoren sehen deutsche Banken als riskante Wetten

Anleihen der Deutschen Bank und der Commerzbank werden von Kapitalgebern mit weitaus höheren Risikozuschlägen belegt als Papiere der Konkurrenz.

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Kapitalgeber haben offenbar weniger Vertrauen in die finanzielle Stabilität der Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank, als in jene der allermeisten ausländischen Konkurrenten. Die Risikoaufschläge (Credit Default Swaps – CDS), welche Kapitalmarktversicherer für Unternehmensanleihen der beiden Banken verlangen, sind deutlich höher als bei vergleichbaren Instituten aus den USA, Frankreich oder Großbritannien.

Credit Default Swaps sind börsengehandelte Wertpapiere. Je höher der sogenannte „Spread“ ist, desto eher rechnen die Fremdkapitalgeber mit dem Zahlungsausfall eines Anleihe-Emittenten. Als die Deutsche Bank im vergangenen Jahr wegen der enormen Strafandrohung des US-Justizministeriums in die Schlagzeilen geriet, musste sie beispielsweise einen hohen Aufschlag von etwa 220 Basispunkten (2,2 Prozent) auf fünfjährige Unternehmensanleihen zahlen.

Wie das Finance Magazin berichtet, liegt der Aufschlag bei der Deutschen Bank derzeit bei etwa 91 Basispunkten und bei der Commerzbank bei etwa 65 Basispunkten – in beiden Fällen ist dies ein Rückgang von über 50 Prozent auf Sicht der vergangenen 12 Monate.

Verglichen mit der Konkurrenz sind die Aufschläge allerdings noch immer deutlich erhöht. Zu den am stabilsten bewerteten Banken gehören demnach die französischen Institute BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale sowie die niederländische ING Groep mit Aufschlägen zwischen 20 und 35 Basispunkten. „Dazwischen positionieren sich die US-amerikanischen Geldhäuser Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley, deren Spreads im Schnitt aktuell bei 53 Basispunkten liegen“, schreibt das Finance Magazin. Auch die britischen Banken Bank of Scotland und Barclays kommen auf einen ähnlichen Wert.