Politik

BIZ erwartet Turbulenzen als Folge der niedrigen Zinsen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erwartet Turbulenzen an den Märkten wegen der langen Phase der niedrigen Zinsen.
04.12.2017 00:38
Lesezeit: 1 min

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Zentralbank der Notenbanken warnt vor dem Hintergrund der langanhaltenden Niedrigzinsphase vor künftigen Marktverwerfungen. Die Schwachstellen, die sich im Laufe der ungewöhnlich langen Zeit sehr tiefer Zinsen rund um den Globus aufgebaut hätten, seien noch immer vorhanden, erklärte der Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Claudio Borio, am Sonntag zur Vorlage des jüngsten Quartalsberichts. "Der Preis für kurzfristige Ruhe sind mögliche Turbulenzen auf lange Sicht."

Die BIZ weist darauf hin, dass es immer noch hohe Schuldenstände sowohl in Landes- als auch in Fremdwährung gibt. In vielen Ländern, die weniger heftig von der Finanzkrise getroffen wurden, sind laut BIZ die Schuldenstände inzwischen sogar deutlich größer als vor der Krise. Zudem seien die Bewertungen vieler Vermögenswerte weiterhin hoch oder überzogen. Aus BIZ-Sicht wird dies teilweise durch die niedrigen Renditen der Staatsanleihen gestützt. Der Grund: Staatsanleiherenditen bilden die Referenz für die Bewertung aller Vermögenswerte. Je länger die Phase der Risikobereitschaft anhalte, desto stärker könnten die bilanzwirksamen Risikopositionen wachsen, so Borio.

Bei den BIZ-Experten sorgt der anhaltende Überschwang an den Märkten aber auch für Überraschung. Denn die US-Notenbank Fed ist bereits seit einiger Zeit dabei, ihre Zinszügel behutsam anzuziehen und hat mittlerweile auch den Abbau ihrer im Zuge der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz eingeleitet. Auch in der Euro-Zone wird die EZB ab 2018 ihre Konjunkturhilfen etwas zurückfahren, obgleich Zinserhöhungen noch in weiter Ferne liegen. Sie halbiert ab Januar das Volumen ihrer monatlichen Anleihenkäufe auf 30 Milliarden Euro.

Eine Erklärung für die dennoch nach wie vor sehr günstigen Finanzierungsbedingungen könnten aus Sicht der BIZ die positiven weltweiten Wirtschaftsaussichten sein. Außerdem hätten sich die Finanzmärkte darauf eingestellt, dass die Notenbanken ihre Geldpolitik nur sehr behutsam straffen werden – und zwar so langsam wie noch nie. Für Borio wirft dies grundsätzliche geldpolitische Fragen auf: "Kann man eine Straffung als wirksam ansehen, wenn die Finanzierungsbedingungen ganz offensichtlich lockerer werden? Und wenn die Antwort nein lautet: Was sollten Zentralbanken dann tun?"

Mehr zum Thema
article:fokus_txt

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Wachstum von mehr als 600 Prozent: Senioren setzen verstärkt auf Cannabis als Medizin
28.08.2025

Immer mehr ältere Menschen entdecken Cannabis als Medizin – mit erstaunlichen Wachstumszahlen. Doch die Entwicklung wirft Fragen auf:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Wirtschaft taumelt: Drei Faktoren könnten den Zusammenbruch auslösen
28.08.2025

Russlands Wirtschaft gerät unter dreifachen Druck: Die Zentralbank warnt, der Staatsfonds schmilzt, und die Energieeinnahmen brechen weg....

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie im Aufwind: Europas größte Munitionsfabrik nimmt Betrieb auf
28.08.2025

Die Rheinmetall-Aktie rückt in den Fokus der Anleger: Mit der Eröffnung von Europas größter Munitionsfabrik in Deutschland setzt der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bitkom-Umfrage: Warum das Fax-Gerät im Handwerk noch nicht verschwindet
28.08.2025

Die Digitalisierung verändert viele Branchen, doch im Handwerk bleibt das Fax-Gerät erstaunlich präsent. Trotz Chancen und Potenzial...

DWN
Politik
Politik Rentensystem in Deutschland: Mehr Senioren kosten mehr Geld – welche Lösungen sind realistisch?
28.08.2025

Immer mehr Menschen gehen in Deutschland in den Ruhestand – doch die Ausgaben steigen drastisch. Neue Zahlen der Deutschen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schrumpfende Position: Deutschlands Weltmarktanteile gehen zurück
28.08.2025

Deutschlands Weltmarktanteile geraten seit Jahren unter Druck. Trotz starker Exportindustrie verliert die Bundesrepublik kontinuierlich an...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Strategien für mehr Energieautarkie: Wie sich der Mittelstand unabhängig macht
28.08.2025

Strom vom Firmendach, Verträge mit Erzeugern und digitale Kontrolle über den Verbrauch: Für viele Mittelständler wird Energieautarkie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eurozone-Wirtschaftsstimmung: Unerwartete Eintrübung im August
28.08.2025

Die Eurozone-Wirtschaftsstimmung hat sich im August stärker eingetrübt als erwartet. Neue Daten zeigen, dass das Vertrauen in mehrere...