Frachtraten signalisieren Abschwung im Welthandel

Die weltgrößte Reederei Maersk rechnet mit einer Abkühlung im Welthandel.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Das Containerschiff „Mayview Maersk“ fährt am 20.10.2017 in den Hafen in Hamburg ein. Die gefallenen Frachtraten für Schiffscontainer sind wieder im kritischen Bereich. (Foto: dpa)

Das Containerschiff „Mayview Maersk“ fährt am 20.10.2017 in den Hafen in Hamburg ein. (Foto: dpa)

+++Werbung+++

Die weltgrößte Reederei Maersk rechnet mit Blick auf das kommende Jahr mit einer Abkühlung des Wachstums im Welthandel und mit weniger stark steigenden Frachtraten.

Einem hochrangigen Angestellten der Reederei zufolge seien die Frachtraten – also die durchschnittlichen Gebühren, die Container-Reeder von Kunden für jeden transportieren Container berechnen – im dritten Quartal wieder gesunken, berichtet Bloomberg. Damit wird ein seit März 2016 anhaltender Aufwärtstrend bei den Raten gestoppt und eventuell revidiert.

Im Jahr 2015 hatte ein hohes Überangebot an Transportmöglichkeiten dazu geführt, dass die Frachtraten sanken und mehrere Reedereien in Schwierigkeiten gerieten. Die Entwicklung gipfelte in der Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin. Da etwa 90 Prozent der Waren mit Containerschiffen transportiert werden, gilt der Seehandel als wichtiger Indikator für die Weltwirtschaft.

Aus Daten von Bloomberg geht hervor, dass die durchschnittlichen Frachtraten für einen 12-Meter-Container seit Jahresbeginn von etwa 1.700 Dollar auf aktuell etwa 1.150 Dollar gesunken sind. Im März 2016 hatten sie mit etwa 400 Dollar einen Tiefpunkt erreicht. Schon im Jahr 2016 lag das Wachstum des Welthandelsvolumens zum Vorjahr bei rund 2,4 Prozent und damit so tief wie seit sieben Jahren nicht mehr.

„Wir sehen erste Anzeichen für einen Abwärtsdruck“, wird der Maersk-Manager zitiert. „Weil die Frachtraten auf Basis von Angebot und Nachfrage bestimmt werden, bleiben sie fragil.“

Die US-Ratingagentur Fitch erwartet, dass das Angebot von Schiffscontainern im kommenden Jahr um 5,5 Prozent zunehmen wird und damit das Wachstum der Nachfrage von etwa 4,5 Prozent deutlich übertreffen wird.