Politik

Ökonomen rufen zum sofortigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf

Lesezeit: 2 min
11.12.2017 01:21
Zahlreiche Ökonomen haben globale Investoren zum sofortigen Ausstieg aus ihren Investments in Energieprojekte mit fossilen Brennstoffen aufgerufen.
Ökonomen rufen zum sofortigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Aufruf der Ökonomen lautet folgendermaßen. Die ausführliche Liste der Unterzeichner finden Sie hier:

Wir, die Unterzeichner, fordern ein sofortiges Ende der Investitionen in neue Produktion und Infrastruktur für fossile Brennstoffe und ermutigen zu einem dramatischen Anstieg der Investitionen in erneuerbare Energien.

Wir veröffentlichen diesen Aufruf zum Handeln im Vorfeld des Klimagipfels, den Präsident Macron im Dezember in Paris veranstaltet. Präsident Macron und andere Führer der Welt haben sich bereits für die Notwendigkeit einer Aufstockung der Finanzmittel für Klimalösungen ausgesprochen, aber sie haben sich weitgehend über die andere, schmutzigere Seite der Gleichung geäußert: die laufende Finanzierung der neuen Kohle-, Öl- und Gasproduktion und Infrastruktur.

Die fortschreitende globale Klimaveränderung und die Zerstörung der Umwelt geschehen in beispiellosem Ausmaß und es wird beispiellose Maßnahmen erfordern, um die schlimmsten Folgen unserer Abhängigkeit von Öl, Kohle und Gas zu begrenzen.

Ebenso wichtig wie die drastische Eindämmung der Kohlenstoffintensität unserer Wirtschaftssysteme ist die Notwendigkeit sofortiger und ehrgeiziger Maßnahmen, um die Erkundung und den Ausbau von fossilen Brennstoffprojekten zu stoppen und den Rückgang der bestehenden Produktion im Einklang mit den zur Erreichung der Pariser Klimaziele notwendigen Maßnahmen zu bewältigen.

Die Forschung zeigt, dass der in die Produktion fossiler Brennstoffe eingebettete Kohlenstoff uns weit über die Grenzen des sicheren Klimas hinaus bringt. Daher sind neue Erkundungen und die neue Produktion nicht nur mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C (und möglichst nahe bei 1,5°C) unvereinbar, sondern viele bestehende Projekte müssen schneller auslaufen als ihr natürlicher Rückgang. Einfach gesagt: Es gibt keinen Platz mehr für neue fossile Brennstoffinfrastrukturen und daher auch keinen Grund für laufende Investitionen.

Es ist an der Zeit, dass sich die Gemeinschaft der globalen Wirtschaftsakteure voll und ganz auf sichere, erneuerbare Energien einlässt und fossile Brennstoffe auslaufen lässt. In diesem Schreiben wird bekräftigt, dass es die dringende Aufgabe und die moralische Verpflichtung öffentlicher und privater Investoren und Entwicklungsinstitutionen ist, die Entwicklung fossiler Brennstoffe zu beenden.

Ein globaler Übergang zu einer kohlenstoffarmen Zukunft ist bereits in vollem Gange und wir erkennen an, dass ein vollständiger Übergang weg von fossilen Brennstoffen eine Chance für ein neues wirtschaftliches Paradigma von Wohlstand und Gerechtigkeit ist. Der anhaltende Ausbau von Öl, Kohle und Gas dient nur dazu, den unvermeidlichen Übergang zu verhindern und gleichzeitig Konflikte zu verschärfen, Korruption anzuregen, die biologische Vielfalt, sauberes Wasser und Luft zu gefährden und die Rechte der indigenen Völker und gefährdeter Länder und Gemeinschaften zu verletzen.

Energiezugang und -nachfrage können und müssen nun vollständig durch die erneuerbaren Energien des 21. Jahrhunderts gedeckt werden. Behauptungen, dass neue fossile Brennstoffe, wie der aktuelle Drang nach Gas, für diese Transformation benötigt werden, sind nicht nur ungenau; sie untergraben auch die Geschwindigkeit und Durchdringung erneuerbarer Energien.

Die globale Investorengemeinschaft hat die Macht, die Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Verschiebung möglich ist. Aktuelle und zukünftige Investitionen in die Produktion fossiler Brennstoffe stehen im Widerspruch zu einem sicheren und gerechten Übergang - weg von immer stärkeren Klimakatastrophen.

Globale Investoren und internationale Entwicklungsakteure und -institutionen müssen erkennen, dass anhaltende Investitionen in die Angebotsseite der fossilen Brennstoffproduktion mit sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen unvereinbar sind. Stattdessen sollten wir alle die enormen Investitionsmöglichkeiten für eine 100 Prozent erneuerbare Zukunft priorisieren, die eine gesunde Wirtschaft unterstützen und gleichzeitig die Arbeiter, Gemeinden und die ökologischen Grenzen eines endlichen Planeten schützen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Corona 2021: Kommt es in der EU bald zu einer Nahrungsmittel-Krise?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es in Europa zur Nahrungsmittel-Krise kommt. So ist davon auszugehen, dass der Nahrungsmittel-Preisindex...

DWN
Deutschland
Deutschland Warum deutsche Exporteure wieder optimistischer werden

Eine ganze Reihe von globalen Entwicklungen haben im Januar die Erwartungen der deutschen Exporteure steigen lassen, berichtet das...

DWN
Politik
Politik Das große deutsche Bildungs-Desaster: Ein ganzer Jahrgang wird dem Lockdown geopfert

Die Schließung von Schulen hat bei vielen Schülern praktisch ein ganzes Bildungsjahr ausradiert - mit spürbaren Folgen für die...

DWN
Finanzen
Finanzen Konkurrenz zum Bargeld: EU-Pläne zu digitalem Euro werden konkret

Die EU-Kommission unterstützt die Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung eines digitalen Euros. Wirtschaft und Finanzwesen...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona verändert deutschen Online-Handel: Plattformen sind die Gewinner

Der Branchenverband BEVH meldet eine Reihe interessanter Entwicklungen im deutschen Online-Handel. So haben die großen Onlinemarktplätze...

DWN
Politik
Politik Rund 150 Festnahmen bei erneuten Krawallen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren...

DWN
Finanzen
Finanzen Lindes Dividenden-Ankündigung hievt Dax wieder nach oben

Das deutsche Leitbarometer hatte zum Wochenauftakt stark eingebüßt. Doch läuft es heute wieder besser. Der Grund ist eine besondere...

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunkturbelebung schlägt auf Maschinenbau durch

Dem als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Maschinenbau hat die konjunkturelle Belebung im vierten Quartal durch die Corona-Krise...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Betreiber des Eurostar-Zuges in akuter Geldnot

Der Zugbetreiber Eurostar befindet sich in akuter Geldnot. Schon im April sollen alle Reserven aufgebraucht sein, berichten Zeitungen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Streit beigelegt: China und Neuseeland erweitern ihr Freihandelsabkommen

Chinas Beziehungen zu Australien hatten sich zuletzt deutlich verschlechtert, doch nun erleichtern die beiden Staaten den bilateralen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wendejahr 2020: China zieht erstmals die höchsten Direktinvestitionen an

Zum ersten Mal in der neueren Geschichte konnte China so viele ausländische Direktinvestitionen anziehen wie kein anderes Land der Welt...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung erneut im Panikmodus: „Ausbreitung von gefährlichen Corona-Varianten“

Noch steht sie am Anfang - doch die Ausbreitung der hochansteckenden Corona-Varianten in Deutschland droht sich rasant zu beschleunigen,...

DWN
Politik
Politik In Europas Metropolen beginnen Corona-Unruhen

In den Niederlanden, Dänemark und Spanien fanden am Wochenende gewaltsame Anti-Corona-Proteste statt. Besonders große Unruhen fanden in...

DWN
Deutschland
Deutschland Schock-Umfrage: 175.000 Unternehmen sehen sich von Insolvenz bedroht

Zahlreiche deutsche Unternehmen stehen nach eigenen Angaben vor dem Aus. Das geht aus einer aktuellen DIHK-Umfrage hervor.