Bundesregierung will deutlich mehr Schulden aufnehmen

Die Bundesregierung will im kommenden Jahr deutlich mehr Schulden als 2017 aufnehmen.

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2018 müssen mehr Schulden getilgt werden. (Foto: dpa)

2018 müssen mehr Schulden getilgt werden. (Foto: dpa)

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Das Bundesfinanzministerium will sich im kommenden Jahr mehr Geld von Investoren leihen. Durch Auktionen von Bundeswertpapieren sollen 183 Milliarden Euro in die Staatskasse kommen, wie die mit dem Schuldenmanagement des Bundes beauftragte Finanzagentur am Dienstag mitteilte. Das wären 6,5 Milliarden Euro mehr als im zu Ende gehenden Jahr.

Hauptgrund dafür: Der Bund will zwar auch 2018 ohne neue Schulden auskommen, muss aber mehr Schulden tilgen. Rund 172 Milliarden Euro sollen in die Tilgung fließen, was etwa fünf Milliarden mehr wären als 2017. Außerdem wird in der Regel noch ein Puffer eingebaut.

Zur Finanzierung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen sollen vor allem Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen und Bundesanleihen begeben werden.

Um die Planungssicherheit zu erhöhen, baut die Finanzagentur das Segment der Anleihen mit 30-jährigen Laufzeit aus, kündigte Geschäftsführer Tammo Diemer an. Hier soll das Volumen im kommenden Jahr um fünf auf 16 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig wird der Bereich der Geldmarktpapiere mit sechsmonatiger Laufzeit von 20 auf 36 Milliarden Euro erhöht. Hier komme der Bund besonders günstig an frisches Geld, begründete Diemer. Zurückgefahren werde dagegen das Segment mit zehnjährigen Anleihen.

Zusätzliche sechs bis zehn Milliarden Euro sollen über die Ausgabe von Anleihen eingenommen werden, die an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind. Die Ausgabe von Anleihen mit extrem langen Laufzeiten stehe derzeit nicht auf der Agenda, sagte Diemer. Diese sind zuletzt in Mode gekommen: Österreich und Argentinien haben Papiere mit 100-jähriger Laufzeit begeben. Deutsche Anleihen – die von allen großen Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote AAA bewertet werden – sind weltweit als sicherer Hafen gefragt. Investoren, zu denen Zentralbanken, Pensionsfonds und Vermögensverwalter gehören, begnügen sich daher mit vergleichsweise niedrigen Renditen.