USA: Anleger setzen Großteil ihres Geldes auf Aktien

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
09.01.2018 17:19
Der Anteil, den Aktien in den Portfolios von US-Anlegern einnehmen, steigt seit Monaten deutlich und hat beinahe den historischen Höchstwert aus dem Jahr 2000 erreicht.
USA: Anleger setzen Großteil ihres Geldes auf Aktien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktien sind in den Vereinigten Staaten von Amerika bei Anlegern so beliebt wie schon lange nicht mehr. Während sich deutsche Anleger im internationalen Vergleich eher zurückhalten als, erreicht die Aktienquote in den Depots US-amerikanischer Privatinvestoren beinahe schon wieder die Rekordmarken, die vor dem Platzen der so genannten Dot.com-Blase im Jahr 2000 verzeichnet worden waren.

Jeden Monat ermittelt die American Association of Individual Investors (AAII) bei ihren Mitgliedern die Anteile von Aktien, Anleihen und Bargeld in den Portfolien. Diese Umfrage gilt als ausgezeichnetes Barometer für die Stimmung unter langfristig orientierten Investoren. Die Befragung der AAII begann im Jahr 1987 nach dem großen Börsencrash. Die Spanne der Werte, die das Institut bei seinen Untersuchungen bislang festgestellt hatte, reicht von 41 Prozent am Höhepunkt der Finanzkrise zu Beginn des Jahres 2009 bis zur Spitzenmarke von 77 Prozent, die während des Dot.com-Hypes am Anfang des Jahres 2000 notiert worden war.

Im Dezember 2017 stieg der AAII-Wert der Aktien-Allokation von 60 auf 72 Prozent. Dies markiert den Höchststand seit den stürmischen Tagen der Technologie- oder Internet-Blase des Jahres 2000. Darüber hinaus war der Anstieg von drei Prozent der größte monatliche Zuwachs innerhalb der zurückliegenden vier Jahre. Dies deutet sehr stark auf einen Bullenmarkt hin – auf einen Optimismus, der weitgehend trotz der jüngsten rekordverdächtigen Rallye kaum zu erklären ist.      

Könnte dies bedeuten, dass der Aktienmarkt eine Blase ausgebildet hat, die kurz davor ist zu zerplatzen? Vielleicht – wahrscheinlich ist es derzeit aber noch nicht. In der näheren Zukunft dürfte noch Spielraum nach oben sein. Die Märkte verhalten sich derzeit ähnlich wie beim Entstehen der Dot.com-Blase um das Jahr 2000, als zum ersten Mal ein Wert von 72 Prozent Ende des Jahres 1997 ermittelt wurde. Sollte man nun davon ausgehen, dass sich dieser Bullenmarkt nun noch einige Jahre fortsetzen wird? Nein, aber Fakt ist: Es ist äußerst schwierig ein präzises Timing von diesem Indikator abzuleiten.

Man kann nur sagen, dass der Indikator ein signifikantes Level erreicht hat, welches das Potenzial von langfristigen Marktrisiken deutlich erhöht. Er ist kein Katalysator, der eine Trendwende des Marktes beziehungsweise eine deutliche Korrektur anzeigen kann. Wenn der Markt jedoch in einen starken Abwärtstrend eintauchen sollte, könnte die Lage durch die Menge des abfließenden Kapitals noch verschlimmert werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Spekulanten am US-Aktienmarkt mit soviel geliehenem Geld handeln, wie nie zuvor.

Die Deutschen wagen sich trotz extrem niedriger Zinsen auf Sparguthaben noch immer sehr ungern an die Börse. Nach Ansicht des Deutschen Aktieninstituts (DAI) stellt sich die Situation wie folgt dar: „Viel zu wenig Deutsche nutzen die Chance der Aktienanlage für Vermögensaufbau und Altersvorsorge.“ Selbst in einem guten Börsenjahr wie etwa 2016 sei die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds erneut leicht gesunken. Wie aus den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank hervorgeht, verfügen die Deutschen insgesamt über ein Geldvermögen von 5,5 Billionen Euro, wobei nahezu 40 Prozent davon auf gering verzinsten Giro- und Sparkonten liegen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Nach Berliner Libyen-Konferenz: Wird die deutsche Außenpolitik ein Opfer ihres eigenen Erfolges?

Die von Deutschland initiierte Libyen-Konferenz war ein Erfolg. Doch hat sich die Bundesregierung damit selbst unter Zugzwang gesetzt. Denn...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutscher Ökonom appelliert an Europas Machthaber: Niedrigzinsen stoppen, Haushalts-Disziplin einhalten

Der deutsche Ökonom und Denkfabrik-Chef Daniel Gros richtet einen dringenden Appell an Europas Entscheider: Stoppt endlich die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VDMA: „Der schwelende US-Handelskonflikt mit China hat dem deutschen Maschinenbau enorm geschadet“

Der Maschinenbau ist eines der Flaggschiffe der Deutschen Wirtschaft. Olaf Wortmann, Volkswirt beim Fachverband VDMA, sprach mit den DWN...

DWN
Finanzen
Finanzen Länderfinanzausgleich: Bayern zahlt so viel wie noch nie

Bayern hat im vergangenen Jahr den Löwenanteil in den Topf zum Länderfinanzausgleich beigesteuert. Berlin war Hauptempfänger.

DWN
Deutschland
Deutschland Kein Ende von Dieselgate: Daimler mit dritter Gewinnwarnung

Der deutsche Autobauer hatte bereits im vergangenen Jahr wegen des Abgasskandals Rückstellungen von drei Milliarden Euro bekannt gegeben....

DWN
Technologie
Technologie Tesla knackt an der Börse erstmals die 100 Milliarden Dollar

Die Anleger des US-E-Autobauers Tesla konnten am heutigen Handelstag extrem zufrieden sein: Der Börsenwert der Aktie hat erstmals in der...

DWN
Deutschland
Deutschland US-Sanktionen und maue Konjunktur vertreiben deutsche Investoren aus Russland

Russland, die zwölfgrößte Wirtschaft der Welt, entwickelt sich derzeit nur im Schneckentempo. Ein Grund: Die US-Sanktionen, die...

DWN
Politik
Politik Corona-Virus löst Anti-China-Hysterie in Japan aus

Millionen von Chinesen treten ihren Neujahrs-Urlaub im Ausland an. Doch in Japan sind die Chinesen ziemlich unerwünscht, weil einige...

DWN
Finanzen
Finanzen Studie: Aktienkurs fällt, wenn Frauen in den Vorstand kommen

Wenn ein Unternehmen Frauen in den Vorstand aufnimmt, hat dies offenbar negative Folgen an den Börsen.

DWN
Politik
Politik Saudischer Kronprinz hackt Handy von Amazon-Chef Bezos

Der saudische Kronprinz Bin Salman hat offenbar das Handy von Amazon-Chef Bezos gehackt.

DWN
Politik
Politik Anschlags-Serie reißt nicht ab: In Schweden gehen schon wieder Sprengladungen hoch

Schweden wird seit Jahren von organisierten Banden heimgesucht, die Sprengstoffanschläge verüben. Jetzt haben sie schon wieder...

DWN
Politik
Politik Nach Dammbruch: Fünf Mitarbeiter von TÜV Süd in Brasilien unter Mordverdacht

Fünf Mitarbeiter des TÜV Süd müssen sich in Brasilien wegen eines tödlichen Dammbruchs vor Gericht verantworten. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen Abgas-Manipulation: Bundesweite Razzia beim Autobauer Mitsubishi

Nun steht auch Mitsubishi wegen des Verdachts der Abgasmanipulation im Visier deutscher Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat am...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Deutschen trauen dem Kapitalismus nicht mehr

Immer mehr Deutsche trauen dem Kapitalismus nicht mehr. Weltweit nimmt das Vertrauen in die ungezügelte Macht des Marktes ab.

celtra_fin_Interscroller