Bridgewater stellt weltbeste Pokerspielerin ein

Der Hedgefonds Bridgewater Associates hat die beste Pokerspielerin der Welt engagiert.

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Vanessa Selbst arbeitet jetzt für Bridgewater. (Foto: Global Poker Index)

Vanessa Selbst. (Foto: Global Poker Index)

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An der Börse geht es manchmal zu wie am Pokertisch. Offenbar ist Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, der gleichen Meinung. Sonst wäre er wohl nicht auf den Gedanken gekommen Vanessa Selbst, die erfolgreichste Pokerspielerin der Erde zu engagieren. Selbst, die drei Mal die World Series of Poker gewonnen hat, heckt nun für Bridgewater clevere Strategien aus.

Bridgewater Associates hat in den zurückliegenden Jahren für seine Anleger eine eher durchschnittliche Performance erwirtschaftet. Nun scheint es fast so, als ob die Personalchefs der Gesellschaft irgendetwas gesucht hätten, mit dem die Investoren von der mittelmäßigen Entwicklung des Fonds abgelenkt werden sollen. Erst vor einigen Monaten war Ray Dalio mit seinem neuen Buch „Principles – and penning screeds about China and the struggles of the American working class” (Prinzipien – die Eingliederung Chinas und die Kämpfe der amerikanischen Arbeiterklasse) an die Öffentlichkeit getreten.

Der US-amerikanischer Finanzmanager und Gründer von Bridgewater Associates, Ray Dalio, verwaltet derzeit mit seinem weltweit größten Hedgefonds Vermögenswerte in Höhe von rund 160 Milliarden US-Dollar. Damit befindet sich sein Finanzprodukt mit Abstand an der Spitze der Branche. Dalio gründete seinen Fonds bereits im Jahr 1975 in New York. Heute befindet sich der Firmensitz allerdings in Westport im US-Bundesstaat Connecticut. Ray Dalio gilt als einer der der 100 reichsten Amerikaner und wird zu den einflussreichsten Personen der USA gezählt.

Dalios Führungsstil in seinem Unternehmen wird als einzigartig bezeichnet und hat dazu geführt, dass Beobachter seinen Bridgewater Fonds auch als „seltsam“ wahrnehmen. Der Finanzmogul erwartet von seinen Mitarbeitern extreme Offenheit, wobei er selbst in diesem Zusammenhang auch gern von „radikaler Transparenz“ spricht. Wie viele andere Bürger des Landes beschäftigt er sich auch mit der politischen Situation in den USA. So beurteilt er die immer weiter fortschreitenden Gegensätze auf wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ebenen als ein zunehmend ernst zu nehmendes Problem.

Nach der persönlichen Einschätzung Dalios seien die gesellschaftlichen Diskrepanzen aktuell so groß wie kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die Verantwortung dafür tragen seiner Meinung nach die populistischen Führer unseres Planeten. Der protektionistische, nationalistische und militante Kurs mancher Politiker dieser Erde könnte seiner Ansicht nach dazu führen, dass es in Zukunft häufiger vermehrt zu nationalen und internationalen Konflikten kommt. Möglicherweise könnte hinter dieser Meinung auch indirekte Kritik an dem US-Präsident Donald Trump stecken.

Die Personalie Vanessa Selbst eröffnet einen ungewöhnlichen Einblick in Vorgehensweise der Hedgefonds-Industrie. Die Branche ist schon allein wegen des Anspruchs, in beinahe jeder Situation des Finanzmarktes eine zufriedenstellende Rendite zu erzielen und dabei nach immer neuen Anlagestrategien fahndet, auf die hellsten Köpfe des Arbeitsmarkes angewiesen. Daher müssen sie Talente wie Vanessa Selbst an sich zu binden, bevor diese von Konzernen wie Apple oder Google abgeworben werden.

Vanessa Selbst, die als Pokertalent Preisgelder in Höhe von 12 Millionen US-Dollar hat einheimsen können, ist auch was ihre Ausbildung betrifft ein Volltreffer. Die 33-Jährige brach zwar vor einigen Jahren ihr Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ab. Danach wechselte die New Yorkerin aus dem Stadtteil Brooklyn allerdings zur renommierten Yale Universität, wo sie ein Jurastudium erfolgreich abschloss. Abgesehen davon wurde ihr ganz offenbar das Zockertum bereits in die Wiege gelegt. Denn schon ihre Mutter finanzierte sich ihr Studium mit Spielkarten.

Vanessa Selbst verkörpert wie nur wenig andere Disziplin, Erfahrung, und Menschenkenntnis. Zu alledem können Weltklasse-Pokerspieler blitzschnell und relativ exakt die Wahrscheinlichkeit des gegnerischen Blatts einschätzen. Dennoch hat sich Vanessa Selbst Ende 2017 vom Hin und Her am grünen Tisch verabschiedet, um sich ihrer zweiten Karriere zu widmen, so nachzulesen in ihrem ausführlichen Facebook-Post: „Ich bin gerade einmal vier Monate hier und es fühlt sich an, als sei ich an den Pokertisch zurückgekehrt. Ein Haufen Nerds arbeitet zusammen, um den Gegner zu schlagen. Und das ist wirklich nicht einfach.“

Der Schwerpunkt von Vanessas neuem Job liegt auf dem Research und vor allem auf dem Austüfteln erfolgreicher Strategien. Bridgewater Associates war zu einer Stellungnahme im Hinblick auf die Personalie nicht zu bewegen.