Bericht: Bundesregierung will Einstieg Chinas in deutsches Stromnetz blockieren

Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge den Einstieg der chinesischen SGCC-Gruppe beim Stromnetzbetreiber 50Hertz verhindern.

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Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge den Einstieg eines Investors aus China beim deutschen Netzbetreiber 50Hertz verhindern, berichtet Reuters.

Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig habe deswegen bereits mit dem belgischen Anteilseigner Elia Kontakt aufgenommen, berichtete das Handelsblatt am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. Ziel sei es, den zum Verkauf stehenden 20-Prozent-Anteil des Mit-Eigentümers IFM Investors zu übernehmen und damit zu verhindern, dass ihn der chinesische Netzbetreiber State Grid Corporation of China (SGCC) kaufe.

Elia habe ein Vorkaufsrecht, von dem das Unternehmen bis Ende März Gebrauch machen könne. Elia will binnen zwei Monaten entscheiden, ob er seinen Anteil an 50Hertz ausbaut. Laut dem Bericht waren inzwischen mehrfach SGCC-Vertreter bei 50Hertz, um sich über Details des Geschäfts in Deutschland zu informieren.

50Hertz sorgt nach eigenen Angaben für den Betrieb, die Instandhaltung, die Planung und den Ausbau eines 10.000 Kilometer langen Strom-Übertragungsnetzes im Norden und Osten Deutschlands. Das Unternehmen sichere damit die Netzintegration von rund 40 Prozent der gesamten in Deutschland installierten Windkraftleistung und ist damit ein Faktor zur Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung. Anteilseigner sind derzeit das belgische Netzunternehmen Elia mit 60 Prozent und der australische Infrastrukturfonds IFM Investors mit 40 Prozent.

Die Bundesregierung will eigenen Angaben zufolge keinen Einfluss auf die Verhandlungen nehmen. „Es gibt Interesse ausländischer Investoren an 50Hertz“, bestätigte am Freitag eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Zu Informationen aus dem Eigentümerkreis, wonach sich darunter der Großkonzern State Grid Corporation of China (SGCC) befindet, wollte sie sich nicht äußern. Bestätigt wurde von deutscher Seite allerdings, dass deutsche Regierungsvertreter auf Ersuchen von Beteiligten Gespräche zu dem Thema geführt haben. Die Sprecherin betonte aber: „Die Bundesregierung hat und nimmt auf diese Vorgänge keinen Einfluss.“