Generationswechsel wird für Mittelstand zum Problem

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
02.04.2018 21:48
Der Generationswechsel wird für dne Mittelstand zu einer zentralen Herausforderung.
Generationswechsel wird für Mittelstand zum Problem

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der anstehende Generationswechsel im deutschen Mittelstand entwickelt sich laut einer KfW-Studie in wachsendem Maße zu einem Problem. Die Zahl der Inhaber, die in absehbarer Zeit aus ihrem Unternehmen ausscheiden, aber noch keinen Nachfolger gefunden haben, steigt.

840.000 Unternehmer wollen in den nächsten fünf Jahren aus ihrer Firma ausscheiden. In den nächsten zwei Jahren sind es 236.000. Von diesen haben allerdings nur 30 Prozent ihre Nachfolge bereits geregelt. 28 Prozent haben einen Nachfolger gefunden, befinden sich mit diesem aber noch in Verhandlungen. Auf der Suche befinden sich noch 17 Prozent. 20 Prozent haben mit der Suche noch nicht begonnen. Und fünf Prozent haben sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ist es ratsam, drei Jahre vor der Übergabe mit der Suche zu beginnen.

Demografischer Engpass

Deutlich gestiegen ist in den letzten Jahren der Altersdurchschnitt der mittelständischen Unternehmer. 2002 waren 28 Prozent von ihnen jünger als 40 Jahre. 2016 waren es nur noch 16 Prozent. 60 Jahre oder älter waren 2002 nur 12 Prozent der Firmeninhaber. 2016 waren es 21 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung spricht Jörg Zeuner, der Chefvolkswirt der KfW, von einem „deutlichen demografischen Engpass bei der Nachfolge“. In diesem Zusammenhang macht sich die demografische Entwicklung bemerkbar – Anfang der 70er Jahre brachen die Geburtsraten in Deutschland ein und befinden sich seitdem auf einem kontinuierlich niedrigen Niveau.

Angesichts dieser Zahlen warnen Experten vor einem Rückgang bei der Zahl der mittelständischen Unternehmen. Rund 3,7 Millionen gibt es in Deutschland. Sie erwirtschaften etwas mehr als ein Drittel aller Umsätze und beschäftigten 31 Millionen Menschen, was mehr als zwei Dritteln aller Arbeitsplätze entspricht. Darüber hinaus schließen sie 90 Prozent aller Lehrverträge ab. Aktuell planen bis 2022 etwa 330.000 dieser Mittelständler die Geschäftsaufgabe. Die meisten von ihnen sind kleinere Unternehmen mit nicht mehr als fünf Mitarbeitern. Dennoch würde ihr Verschwinden zu einem Gesamtverlust von 1,6 Millionen Arbeitsplätzen führen, wenn sie nicht durch Neugründungen ersetzt werden.

Im Visier ausländischer Investoren

Das Schließung von größeren Mittelständlern ist ein eher unwahrscheinliches Szenario. Allerdings gerät eine wachsende Zahl von ihnen ins Visier ausländischer Investoren und Konkurrenten. „Im Ausland existiert ein riesiges Verlangen nach mittelständischen deutschen Firmen“, zitiert die Financial Times Oliver Rogge, den Leiter der Deutschen Zentral Genossenschaftsbank (DZ Bank). Vor allem Hidden Champions, die in ihren jeweiligen Nischen zu den Weltmarktführern gehören, sind nachgefragte Übernahmekandidaten.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland „Deutschland spürt das Ende der Behaglichkeit“ – Warum Sie jetzt die DWN zum Vorteilspreis abonnieren sollten

Unser Redaktion zeigt auf, warum Sie nicht auf ein DWN-Abonnement verzichten sollten. Für das erste Jahr wird Ihnen ein besonderes Paket...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank: US-Heuschrecke und Olaf Scholz bereiten Massenentlassungen vor

Dem US-Finanzinvestor "Cerberus" gehören nur wenige Prozent der Commerzbank. Dennoch will das für seine rüden Methoden bekannte New...

DWN
Politik
Politik China gerät in Libyen an seine politischen und militärischen Grenzen

China hatte vor dem Sturz des libyschen Präsidenten Muammar al-Gaddafi sehr gute Beziehungen zu Libyen. Ob China seine Interessen in dem...

DWN
Politik
Politik Corona-Nachwehen: Deutschland bereitet sich auf schwere Unruhen vor

Gewaltsame Unruhen in Deutschland und Europa werden Experten zufolge in den kommenden Monaten wegen sozialer und wirtschaftlicher Miseren...

DWN
Politik
Politik Mit scharfer Munition: Ägypten führt Militär-Manöver an Grenze zu Libyen durch

Ägypten hat in der Nähe der libyschen Grenze ein Militär-Manöver unter Einsatz scharfer Munition durchgeführt. Zuvor hatte Kairo mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdogan verhängt Sanktionen gegen Goldman Sachs und JP Morgan

Goldman Sachs, JP Morgan und vier weitere internationale Banken wurden an der Istanbuler Börse mit einem dreimonatigen Leerverkaufs-Verbot...

DWN
Technologie
Technologie Bergbau auf dem Mond offenbar lukrativer als bisher angenommen

Forscher der NASA haben Belege dafür gefunden, dass es unter der Oberfläche des Mondes unerwartet viele wertvolle Metalle gibt. Dies...

DWN
Finanzen
Finanzen Wertvoller als Volkswagen und Co.: Wie kommt es zum absurden Aktienkurs von Tesla?

Tesla erwirtschaftet seit Jahren durchweg Verluste in Milliardenhöhe. Der Aktienkurs steigt trotzdem immer weiter an – wieso?

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland macht bei Industrie 4.0 spürbare Fortschritte

Es hieß immer, Deutschlands Unternehmen würden bei der Umstellung auf die Industrie 4.0 weit hinterherhinken. Jetzt gibt es andere...

DWN
Politik
Politik Serbien: Wollte die Regierung Fallschirmjäger gegen Corona-Demonstranten einsetzen?

Ein serbischer Gewerkschafts-Funktionär behauptet, dass die 63. Fallschirmbrigade der serbischen Armee einen Befehl verweigert habe,...

DWN
Politik
Politik Corona-Demonstranten stürmen Belgrader Parlament

Am Freitagabend sind Demonstranten in Belgrad gewaltsam in das serbische Parlament eingedrungen. Protestierende warfen Steine und Flaschen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Party ist vorbei: Deutsche Unternehmen im Ausland entwerfen düsteres Zukunfts-Szenario

Die Bundesregierung und eine ganze Reihe von Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizieren ein baldiges Ende der Krise. Doch die...

DWN
Politik
Politik Von jedem verdienten Euro bleiben dem Arbeitnehmer nur 47,9 Cent

Der Bund der Steuerzahler hat errechnet, dass einem Arbeitnehmer von jedem verdienten Euro nur 47,9 Cent zur freien Verfügung bleiben....

DWN
Finanzen
Finanzen Bauern rechnen mit Importschwemme an billigem US-Rindfleisch

Deutsche Bauern warnen vor einer Importschwemme an billigem US-Rindfleisch. Sollen die Bürger künftig auch für US-Billigfleisch eine...

DWN
Technologie
Technologie Microsoft patentiert Kryptowährung, die den menschlichen Körper zum Mining nutzt

Microsoft hat eine Methode zur Validierung von Transaktionen mit Kryptowährungen patentiert, wobei die Gehirnaktivität von Personen und...

celtra_fin_Interscroller