Tesla bekommt Chaos in der Produktion nicht in den Griff

Der Elektroautobauer Tesla gerät in immer größere finanzielle Schwierigkeiten.

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Tesla-Chef Elon Musk bekommt die Produktion nicht in den Griff. (Foto: dpa)

Tesla-Chef Elon Musk. (Foto: dpa)

Der Chef des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, hat eingeräumt, dass die Produktionsprobleme beim neuen Elektroauto Model 3 von einer übertriebenen Automatisierung verschärft wurden. In einem Interview des TV-Senders CBS bestätigte Musk, dass Roboter die Fertigung in einigen Fällen verlangsamt hätten. „Wir hatten dieses verrückte, komplexe Netzwerk von Laufbändern. Und es funktionierte nicht, also sind wir es losgeworden“, nannte er als Beispiel. Später fügte Musk bei Twitter hinzu: „Ja, die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet.“

Es ist ein ungewöhnliches Eingeständnis für Musk, der sich stets fasziniert vom Potenzial der automatisierten Produktion zeigte. Er sprach von der „Maschine, die Maschinen baut“, und Robotern, die sich schneller bewegen, als das menschliche Auge erkennen kann. Um die Vision umzusetzen, kaufte Tesla unter anderem den deutschen Maschinenbauer Grohmann aus Prüm in Rheinland-Pfalz.

Musk sagte in dem Interview auch, dass ins Model 3 „zu viele neue Technologien auf einmal reingepackt“ worden seien. „Das hätte gestaffelt werden müssen.“ Das Model 3 soll mit einem Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Vergünstigungen Elektromobilität aus der Nische in einen breiteren Markt bringen. Tesla bekam eigenen Angaben zufolge über 400.000 Reservierungen für das Fahrzeug, schafft es aber nicht, das Model in ausreichenden Stückzahlen zu bauen.

Das Unternehmen ist durch die Produktionsausfälle und die Auslieferung fehlerhafte Fahrzeuge in den vergangenen Monaten unter starken finanziellen Druck geraten. Tesla erwirtschaftet seit Jahren fast ausschließlich hohe Verluste und ist allein vom Wohlwollen der Aktionäre abhängig. Der Kurs der Tesla-Aktie jedoch brach in den vergangenen Wochen deutlich von etwa 350 Dollar auf jetzt rund 300 Dollar ein.

Im letzten Jahr machte das Unternehmen bei zwölf Milliarden Umsatz rund 3,5 Milliarden US-Dollar Verlust. Die Nettoschulden belaufen sich auf neun Milliarden US-Dollar. Trotzdem rissen die Investoren dem Unternehmen bis vor kurzem die Anleihen aus der Hand.

Jetzt dreht der Wind: Die bis 2025 laufende Anleihe mit einem Coupon von 5,3 Prozent ist im März abgestürzt. Selbst bei einem Kurs von 87 Prozent spiegelt die Anleihe noch immer den Optimismus der Investoren wider. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tesla in sieben Jahren die Anleihe tilgt und bis dahin den Zinszahlungen nachkommt, ist gering. Alleine in diesem Jahr muss das Unternehmen weitere 2 zwei Milliarden US-Dollar aufnehmen, um eine Runde weiterzukommen. Nicht alle glauben daran, ist doch die Aktie bei den Short-Sellern (die auf fallende Aktienkurse wetten) sehr beliebt.

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