Politik

Moody's: Russland wird US-Sanktionen überstehen

Lesezeit: 1 min
19.04.2018 17:06
Der US-Ratingagentur Moody’s zufolge ist die russische Wirtschaft stark genug, um den Sanktionen zu trotzen.
Moody's: Russland wird US-Sanktionen überstehen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die russische Wirtschaft ist gegen die jüngsten US-Sanktionen einer Studie der Ratingagentur Moody's zufolge gewappnet. "Das staatliche Kreditprofil Russlands ist gut positioniert, um den Folgen der neuen Sanktionen zu widerstehen", sagte Co-Autorin Kristin Lindow am Donnerstag. Höhere Ölpreise dürften der Regierung dabei weiter helfen. Sollten russische Unternehmen aber vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten werden, könnte dies negative Folgen für die Bonitätsnote haben. Offenbar rechnet die russische Regierung mit einem Ausschluss aus dem internationalen Zahlungssystem Swift.

Moody's benotet die Kreditwürdigkeit des Schwellenlandes mit Ba1 und damit knapp unter dem Gütesiegel "Investment Grade". Da der Ausblick positiv gesehen wird, könnte eine Heraufstufung in den begehrten Rating-Bereich folgen. Dadurch würden russische Staatsanleihen bei Investoren gefragter, was wiederum geringere Zinskosten für den Staat bedeuten dürfte.

Die russische Staatsverschuldung macht gerade einmal 16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Zum Vergleich: Deutschland - das von allen großen Ratingagenturen mit der Bestnote "AAA" bewertet wird - liegt bei rund 65 Prozent. Hinzu kommt, dass Russland enorme Devisenreserven und auch Goldvorräte angehäuft hat. Sie summieren sich auf fast eine halbe Billion Dollar. Auch die Wirtschaft wächst wieder, beflügelt nicht zuletzt von höheren Preisen für Öl und Gas, den beiden russischen Exportschlagern. Das BIP legte 2017 mit 1,5 Prozent erstmals wieder zu, nachdem es zuvor zwei Jahre in Folge wegen niedriger Ölpreise und westlicher Sanktionen im Zusammenhang mit der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt geschrumpft war.

Die russische Regierung will Firmen unterstützen, die wegen der US-Sanktionen Umsätze einbüßen: Diese Unternehmen würden von öffentlichen Aufträgen profitieren, kündigte am Mittwoch Industrie- und Handelsminister Denis Manturow an. Die Initiative der Regierung richte sich an unterschiedliche Branchen, darunter den Energie- und den Automobilsektor, sagte Manturow laut russischen Nachrichtenagenturen. Welche Unternehmen genau öffentliche Aufträge bekommen sollen, ließ der Minister offen.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Merkel fordert muslimische Verbände auf, Antisemitismus zu verurteilen – doch sie blendet ihre Flüchtlings-Politik aus

Kanzlerin Angela Merkel hat die muslimischen Verbände aufgefordert, sich klar gegen den Antisemitismus zu stellen. Doch das haben sie...

DWN
Deutschland
Deutschland Autofahrer: Klimavorgaben werden verschärft, Spritpreise werden drastisch steigen

Union und SPD wollen die Klimavorgabe für Treibstoffe noch einmal über die bisherigen Regierungspläne hinaus verschärfen. Eine ganz...

DWN
Politik
Politik Lawrow: Während der Pandemie verstärkt Deutschland die Eindämmung Russlands

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt, dass Deutschland die Eindämmung Russlands verstärkt habe. „Grundlose und zunehmend absurde...

DWN
Finanzen
Finanzen Arbeitgeber wütend: Neuer Rat will Umbau des Arbeitsmarkts

Ende von Minijobs, Recht auf Homeoffice: Ein von Arbeitsminister Hubertus Heil eingesetzter Expertenrat hat erste Ergebnisse präsentiert....

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt weiter deutlich

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat den negativen Trend der vergangenen Quartale in den ersten drei Monaten des Jahres...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Joe Biden will Chinas Staatskapitalismus nachahmen – Europa zieht mit

Chinas Staatskapitalismus findet offenbar Nachahmer. Auch in Amerika will die Politik nicht mehr nur Schiedsrichter sein, sondern ebenso...

DWN
Politik
Politik „Hochrangiges“ Gespräch mit Luisa Neubauer: Kanzlerin Merkel fürchtet mögliche „Klimaleugner-Mehrheit“

In einem außerordentlich „hochrangigen“ Gespräch mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Lithium-Markt steht vor einer Angebotsknappheit

Wegen der steigenden Nachfrage steht der weltweite Lithium-Markt vor einer Angebotsknappheit. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende...