Bundesregierung revidiert ihr Ziel für Elektro-Autos

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
19.09.2018 17:19
Die Bundesregierung revidiert ihr Ziel für das Erreichen von einer Million Elektroautos, die bis zum Jahr 2020 in Deutschland fahren sollten.
Bundesregierung revidiert ihr Ziel für Elektro-Autos

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Deutschland kommt bei der Verbreitung von Elektro-Autos weniger schnell voran als ursprünglich geplant. "Ausgehend von der derzeitigen Marktdynamik verschiebt sich das Eine-Million-Ziel voraussichtlich auf 2022", heißt es in dem Fortschrittsbericht der "Nationalen Plattform Elektromobilität" (NPE), der am Mittwoch an Kanzlerin Angela Merkel übergeben wurde. Ursprünglich sollte diese Marke schon 2020 erreicht werden. Merkel und Verkehrsminister Andreas Scheuer äußerten sich dennoch zufrieden. Merkel verwies auf den weltweit höchsten Zuwachs der Zulassungszahlen für E-Autos 2017. "Wir kommen voran", sagte sie laut Reuters. Nun müsse die Entwicklung verstetigt werden.

Bis Ende des vergangenen Jahres wurden in Deutschland nach dem NPE-Bericht insgesamt 131.000 E-Autos zugelassen. Mit 54.617 Neuzulassungen gelang eine Steigerung um 117 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die weltweit höchste Zuwachsrate. Die Weichen für den Einstieg in den Massenmarkt seien gestellt, sagte NPE-Chef Henning Kagermann. Deutschland schließe zu den internationalen Vorreitern auf. "Es hat sich viel getan." Bis 2020 werde es mehr als 100 E-Auto-Modelle von deutschen Herstellern geben. Deutschland werde zudem Ende des Jahres das weltweit erste flächendeckende Ladenetz an Autobahnen haben. Die Zahl der Ladestationen habe sich in jüngster Zeit vervielfacht.

Weltweit rechnet die NPE mit einer massiven Verbreiterung des E-Auto-Absatzes in den nächsten Jahren. Bis 2025 werde der Neuzulassungsanteil auf 15 bis 25 Prozent steigen - das wären für Deutschland zwei bis drei Millionen E-Autos. Langfristig seien bis 2030 sogar rund sechs Millionen realistisch.

Merkel äußerte die Hoffnung, dass Deutschland zusammen mit europäischen Partnern eine eigenständige Fertigung von Batteriezellen aufbaut. Wirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich zuversichtlich, fest vereinbart ist der Aufbau einer Sprecherin seines Ministeriums zufolge aber noch nicht.

Verkehrsminister Scheuer räumte einen holprigen Start ein. Deutschland hole bei E-Autos aber auf. Nun komme es auf eine Verbreiterung der Arbeit an der Elektromobilität über den Autobereich hinaus an. Teil dessen ist, dass die Arbeit der NPE in einer Expertengruppe für den Klimaschutz im Verkehrsbereich aufgehen soll. Die vom Bundeskabinett beschlossene "Nationale Plattform zur Zukunft der Mobilität" (NPM) soll Lösungen für einen bezahlbaren und klimafreundlichen Verkehr entwickeln. "Die Zuwachsraten sind positiv, trotzdem müssen wir jetzt auch durchstarten", forderte der Verkehrsminister. Die Notwendigkeit neuer Förderinstrumente oder Fördermittel sieht er nicht. Auch stehe "genug Geld im System" zur Verfügung. Zur Forderung der NPE, den Umweltbonus für E-Autos zu verlängern, äußerte sich Scheuer ausweichend.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schulden-Blase platzt: Nun drohen weltweite Insolvenz-Kaskaden und neue Finanzkrisen

Geldgeber misstrauen zunehmend der Bonität vieler überschuldeter Unternehmen, was sich in steigenden Renditen am US-Anleihemarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona-Epidemie: Aktie von US-Pharmaunternehmen auf Höhenflug

Die Aktie eines bestimmten US-Pharmaunternehmens befindet sich im Kurs-Höhenflug. Das Unternehmen könnte alsbald einen Corona-Impfstoff...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Einbruch am Weltmarkt: Deutsche Autobauer stehen vor riesigen Verlusten

Der Pkw-Weltmarkt verzeichnet einen riesigen Einbruch. Besonders der chinesische Markt ist betroffen – für die deutschen Autobauer und...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Fleischsteuer wird kommen: Deutsche, zurück zum Sonntagsbraten

Die Einführung einer Fleischsteuer ist mehr als wahrscheinlich. Künftig könnte bei vielen Deutschen - wie in früheren Zeiten - Fleisch...

DWN
Politik
Politik Flüchtlinge: Türkei öffnet Grenze, ein neuer Exodus nach Europa beginnt

Die Türkei hat die Grenze zur EU geöffnet. Ein neuer Flüchtlings-Exodus hat begonnen, doch die EU reagiert nicht. Währenddessen kommt...

DWN
Technologie
Technologie Ende der großen Auto-Messen kündigt sich an: Der „Internationalen Motor Show“ in Genf laufen die Aussteller davon

Der Niedergang der großen Automessen geht weiter – jetzt droht auch die „Internationale Motor Show“ in Genf zu einem Flop zu werden.

DWN
Politik
Politik Athen schließt Grenzübergang zur Türkei, Premier zeigt Härte

Griechenland hat am Freitag den Grenzübergang zur Türkei bei Kastanies/Pazarkule geschlossen. Griechenlands Regierungchef Kyriakos...

DWN
Deutschland
Deutschland Nahrungsmittelspreise steigen kräftig um 3,3 Prozent

Die deutsche Inflationsrate verharrt im Februar bei 1,7 Prozent. Doch Nahrungsmittel und Energie verteuerten sich überdurchschnittlich.

DWN
Politik
Politik Putin und Erdogan vereinbaren angeblich Zusammenarbeit in Syrien

Der türkische Präsident Erdoğan und sein russischer Amtskollege Putin haben vereinbart, die Kontakte zwischen ihren Verteidigungs- und...

DWN
Technologie
Technologie Künstlich intelligenter Roboter liefert Postsendungen aus

Die Anwendungsbereiche für Roboter werden immer vielfältiger. Nun hat Ford eine Maschine vorgestellt, die als Postbote fungieren kann.

DWN
Deutschland
Deutschland VW-Dieselfahrer bekommen bis zu 6.257 Euro Entschädigung

Im Streit über die Entschädigung von Dieselbesitzern hat man sich im zweiten Anlauf geeinigt. Demnach stellt VW eine Entschädigungssumme...

DWN
Politik
Politik Iran: Corona-Virus infiziert Staatsspitze, erster Politiker tot

Im Iran ist der ehemalige Botschafter im Vatikan an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Zudem haben sich die Chefberaterin des...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax wegen Pandemie-Angst im freien Fall

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession als Folge des Coronavirus hat einen erneuten Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland verbietet Import von chinesischem Kaviar

Die russische Aufsichtsbehörden haben den Import von chinesischem Kaviar verboten.

celtra_fin_Interscroller